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Dax-ETFsDiese Grafiken zeigen, ob ein Dax-ETF eine gute Beimischung fürs Depot ist

Der Dax hat in diesem Jahr kräftig zugelegt und notiert nahe am Rekordhoch. Aber lohnt sich ein Dax-ETF im Portfolio wirklich?Philipp Frohn 11.09.2024 - 15:01 Uhr
Foto: imago images, WirtschaftsWoche

Für viele Frankfurt-Touristen gehört ein Foto mit den Bronzefiguren Bulle und Bär am Börsenplatz zum Pflichtprogramm. Wer die Tiere nicht nur witzig findet, sondern auch in deutsche Aktien investiert, dürfte wohl lieber neben dem Bullen Platz nehmen. Denn der steht an der Börse symbolisch für steigende Kurse.

In den vergangenen Monaten hatten in Frankfurt überwiegend die Bullen das Sagen. Zwar blickt der Dax auf eine etwas ruckelige Woche zurück. Neue Konjunktursignale aus den USA, der Absturz der Nvidia-Aktie und das Drama um Volkswagen kamen auch am Frankfurter Parkett an. Dennoch: Seit Jahresbeginn notiert der Dax knapp zehn Prozent im Plus. Ende August erreichte er mit 18.990 Punkten sogar zwischenzeitlich einen neuen Rekord.

Obwohl der deutsche Leitindex momentan wieder rund 600 Punkte unter diesem Höchststand notiert, sieht es charttechnisch noch immer solide aus: Die Dax-Kurve verläuft mehr als drei Prozent über der 200-Tage-Linie, das Börsenbarometer befindet sich weiter im Aufwärtstrend. Auch in einer neuen Folge des WirtschaftsWoche-Podcasts BörsenWoche geht es um den Dax.

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Angesichts der aktuellen Dax-Stärke dürfte sich mancher Anleger die Frage stellen, ob ein Dax-ETF eine gute Beimischung fürs Depot ist. Tatsächlich gibt es einige Punkte, die für ein Dax-Investment sprechen. Es spricht allerdings auch einiges dagegen.

Das sind die Schwachstellen vom Dax

Ein Argument für Dax-ETFs: Anleger können sich damit breiter aufstellen. In vielen globalen Indizes haben die USA mit Abstand das höchste Gewicht. Wer etwa einen ETF auf den Weltaktienindex MSCI World bespart, steckt sein Geld zu einem großen Teil in die US-Techriesen. Zwar hat sich das in den vergangenen Jahren gelohnt. Doch: Momentan schichten viele Investoren ihre Portfolios vorsichtig um. Geld fließt von hochbewerteten Tech-Unternehmen in andere Sektoren, auch in solche der vergleichsweise günstigen Old Economy. Viele Profianleger sehen jetzt Chancen am europäischen Aktienmarkt, weil Aktien dort günstiger sind und in der nächsten Zeit womöglich mehr Aufwärtspotenzial haben als US-Titel.

Schneller schlau: ETF
Ein ETF (exchange-traded fund) ist ein Indexfonds, der den Wert eines Index, also eines Börsenbarometers, eins zu eins abbildet. Dabei richtet sich der Anlagefokus etwa auf Aktien, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe. Spezialthemen wie Dividendenstrategien, Infrastruktur oder Nachhaltigkeit sind ebenfalls möglich.Zu den weltweit größten Indexanbietern zählen MSCI, FTSE, Stoxx und S&P. Wie bei allen Investmentfonds handelt es sich bei ETFs um Sondervermögen – das heißt, bei einer Insolvenz der Fondsgesellschaft ist das Geld der Anleger gesetzlich geschützt.
Die Grundidee von ETFs ist, den Gesamtmarkt abzubilden. Wer zum Beispiel nur die Wertentwicklung aller 40 im deutschen Leitindex Dax gelisteten Aktien widerspiegeln will, erwirbt einen Dax-ETF. Fachleute sprechen in diesem Fall von passivem Investieren.Traditionelle Investmentfonds hingegen legen aktiv an: Fondsmanager greifen bewusst ein und suchen aus. Dabei agieren sie zum Teil losgelöst von einzelnen Indizes.ETFs werden börsentäglich gehandelt, wodurch sie liquider als klassische Fonds sind. Denn im Vergleich zu traditionellen Investmentfonds können ETFs nicht nur einmal täglich, sondern während der regulären Handelszeiten an der Börse zurückgegeben werden. Dadurch lassen sie sich leichter und zu einem günstigeren Preis zu Geld machen. Es gibt mittlerweile auch Mischformen zwischen diesen beiden Anlagephilosophien.

Mit einem Dax-ETF könnten Anleger von einer Kapitalwanderung Richtung Europa profitieren. Doch wer auf den Deutschland-Moment im Portfolio setzt, sollte auch die Schwachstellen des Dax kennen.

Der Dax ist international gesehen ein Ausreißer, denn er gibt nicht nur die Kursentwicklung der (in diesem Fall 40) größten börsennotierten Unternehmen an, sondern schließt deren Dividenden mit ein. Der Dax ist damit ein sogenannter Performanceindex. Die meisten anderen Börsenbarometer sind reine Kursindizes.

In den vergangenen zehn Jahren wäre der Dax ohne Dividenden von 4876 auf nun etwa 7092 Punkten gestiegen. Das entspräche einem Wertzuwachs von 45,5 Prozent. Inklusive Dividenden legte der Dax im selben Zeitraum um mehr als das Doppelte zu (94 Prozent). Zum Vergleich: Der US-Standardwerteindex S&P 500 stieg im selben Zeitraum um gut 175 Prozent.

Der Dax ist kein Renditewunder

Dass der Dax nicht das große Renditewunder ist, zeigt auch eine Beispielrechnung. Angenommen, ein Anleger investiert seit August 2014 jeden Monat 300 Euro am Kapitalmarkt. Hätte er die komplette Summe in einen Dax-ETF gesteckt, säße er bis jetzt auf einem Betrag von 49.639 Euro. Bei gleicher Sparrate hätte der Anleger mit einem Investment in den MSCI World jetzt 64.789 Euro – gut 30,5 Prozent mehr.

Während der Welt-ETF seit 2014 jährlich um durchschnittlich rund elf Prozent zulegte, waren es beim Dax-ETF im Schnitt nur sechs Prozent Plus pro Jahr. In den vergangenen Jahren schützte der Dax nicht einmal besser vor Verlusten. Als Zinswende und Inflation 2022 die Märkte belasteten, hielt er sich mit einem Jahresminus von 12,8 Prozent nur unwesentlich besser als der MSCI World (minus 13,7 Prozent). In manchen Jahren lief der deutsche Aktienmarkt sogar deutlich schlechter als der globale. 2018 sackte der Dax 18,5 Prozent ab, während Anleger mit einem ETF auf den Weltaktienindex MSCI World nur ein Minus von 5,1 Prozent gemacht hätten.

Der Dax weist noch eine weitere Schwachstelle auf: Ein Spiegelbild der stark mittelständisch geprägten deutschen Wirtschaft ist er nicht. Er ist mit Blick auf seine Branchen auch nicht sonderlich diversifiziert. Der Dax besteht zu einem Viertel aus Industrieunternehmen. Auch die Finanz- und Versicherungsbranche ist mit 19,2 Prozent und Unternehmen wie der Deutschen Bank, der Commerzbank, der Allianz und der Münchener Rück stark vertreten. Damit ist der Dax kaum breiter aufgestellt als der MSCI World, dem häufig ein Klumpenrisiko unterstellt wird. Dort ist der Technologiesektor mit 27 Prozent am höchsten gewichtet, gefolgt von Finanzdienstleistern mit 13,5 Prozent.

Dax-Anleger gehen obendrein ein China-Risiko ein. Viele Dax-Konzerne haben ein starkes China-Geschäft, etwa Volkswagen. Der Chiphersteller Infineon ist stark in Taiwan engagiert – und wäre von einer Eskalation des Konflikts mit China betroffen.

Fazit: Als Basisinvestment eignet sich der Dax nicht gut. Die USA geben an den globalen Finanzmärkten weiterhin klar den Takt an und bieten Anlegern höhere Renditechancen. Wer an die deutsche Wirtschaft glaubt, macht mit einem Dax-ETF als kleine Depotbeimischung aber auch nichts verkehrt.

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