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TeslaHier zeigt sich der Wahnsinn des Trump-Trades

Elon Musk bekommt einen Posten in Donald Trumps Regierung. Damit geht eine der dümmsten Aktien-Wetten der letzten Tage auf – vorerst. Ein Kommentar.KOMMENTAR von Julia Groth 13.11.2024 - 16:05 Uhr

Der Techmilliardär Elon Musk soll in den USA künftig die Abteilung für effizientes Regieren leiten.

Foto: AP

Seit Donald Trumps Wahlsieg ist der Aktienkurs des E-Auto-Herstellers Tesla in die Höhe geschossen. Dahinter steckte offenbar die Spekulation, dass sich die Unterstützung, die Tesla-Chef Elon Musk Trump im Wahlkampf angedeihen ließ, auszahlen wird. Die Frage ist nur, für wen.

Musk kann gerade einen bedeutenden Erfolg zelebrieren: Der designierte US-Präsident hat ihm einen Posten in der Regierung zugesagt. Musk wird wohl ein neues Beratungsgremium leiten, das die Staatsausgaben senken und dabei helfen soll, „die Regierungsbürokratie zu zerlegen“ (O-Ton Trump). Aber nützt das den Tesla-Aktionären? Oder nicht doch nur Musk selbst?

Es ist jedenfalls nicht zu erwarten, dass Musk mit seinem neuen Posten mehr Zeit für Tesla haben wird. Dabei laufen die Geschäfte dort alles andere als gut. Teslas Marktanteile in China, in den USA und auch in Deutschland schmelzen wie Butter in der Sonne. Und nun verzettelt sich der Chef, der ohnehin schon die meiste Zeit des Tages auf der Kursnachrichtenplattform X verbringt, auch noch mit weiteren Aufgaben.

Tesla-Fans gehen offenbar davon aus, dass Musk auf seinem neuen Posten jeden hinwegdisruptieren wird, der ihm persönlich und seinem Unternehmen im Weg steht: von der US-Börsenaufsicht SEC, die Musk immer wieder vor Gericht zerren will, bis zu den Behörden, die Teslas System für autonomes Fahren skeptisch gegenüberstehen. Bloß: Fallen Kontrollen weg, wird Teslas Technologie davon ja nicht besser.

Spekulation der „Bromance-Bullen“

Der Verweis auf Positiv-Effekte durch Musks Nähe zum künftigen US-Präsidenten ist Wunschdenken, oder, neutraler gesagt: Spekulation. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Umfeld für Tesla schwieriger wird, ist genauso groß wie die, dass es sich verbessert. Trump könnte zwar regulatorische Hürden abbauen, er könnte aber auch die Förderprogramme für E-Autos einstampfen. Er könnte auf einen Einflüsterer Musk hören, er könnte ihn aber auch übermorgen unter Getöse wieder fallenlassen. Noch vor zwei Jahren hatte Trump den Tesla-Chef auf einer Wahlkampfveranstaltung als „Bullshit Artist“ bezeichnet.

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Hinter dem jüngsten Höhenflug der Tesla-Aktie steckt nicht viel mehr als die Wette darauf, dass zwei charakterlich schwierige Männer ihre „Bromance“ (aus „Bro“, Bruder, und „Romance“, Romanze) fortführen. An der Tesla-Aktie zeigt sich damit der ganze Wahnsinn des Trump-Trades: Fundamentaldaten treten zurück hinter die Frage, was Trump heute gut findet – und das muss nicht das sein, was er morgen auch noch gut findet. „Politische Börsen haben kurze Beine“, lautet eine alte Börsenweisheit. Politischer als der Trump-Trade bei Tesla wird es nicht.

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