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Uni-RankingDie besten Unis sind in der Provinz

Die RWTH Aachen und die Universität Mannheim führen das exklusive Hochschulranking der WirtschaftsWoche weiterhin an. Aber auch einige Universitäten aus der zweiten Reihe können überzeugen. Warum die Aufsteiger so beliebt sind.Kristin Rau 11.04.2013 - 12:00 Uhr

Der Standort für ein neues Technologiezentrum will gut gewählt sein. Erst recht, wenn das Unternehmen der größte Landmaschinenhersteller der Welt ist; wenn es jährlich einen siebenstelligen Betrag investieren will; wenn es exzellente Arbeitskräfte, kompetente Kooperationspartner und eine gute Infrastruktur braucht. Genau deshalb entschied sich der US-Konzern John Deere im Jahr 2009 für: Kaiserslautern.

Die 100.000-Einwohner-Stadt am Rande des Pfälzerwaldes hat neben erstklassigen Riesling-Weinen und zweitklassigem Profi-Fußball noch eine weitere Spezialität zu bieten – die Technische Universität. Diese sei ein „hervorragender Kooperationspartner“, sagt Thomas Peuntner, der bei John Deere für die Hochschulkontakte verantwortlich ist. Er lobt die Praxiserfahrung der Studenten, die offenen Gespräche zwischen Universität und Vertretern der Wirtschaft sowie die Forschungseinrichtungen in der Nähe – darunter das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz. Die Mischung machte es dem Konzern leicht, sich für Kaiserslautern als Entwicklungsstandort zu entscheiden.

Tabelle

Die besten Unis und Fachhochschulen

Mit dieser Einschätzung ist John Deere nicht alleine. Das zeigen die Ergebnisse des aktuellen Uni-Rankings, das die Beratungsgesellschaft Universum Communications zusammen mit dem Recruiting-Dienstleister access KellyOCG exklusiv für die WirtschaftsWoche erstellt hat.

Im Wirtschaftsingenieurwesen konnte die TU Kaiserslautern den vierten Rang ergattern, im Fach Informatik reichte es immerhin für Platz fünf. Damit schließen die Pfälzer zu den großen drei dieser Fächer auf – der RWTH Aachen, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der TU Darmstadt.

Alte Spitzenreiter

An der Spitze der Ranglisten ändert sich allerdings wenig: Auch in diesem Jahr teilen die Aachener und die Universität Mannheim die Goldmedaillen fast unter sich alleine auf. Während die RWTH beim Maschinenbau, der Elektrotechnik, dem Wirtschaftsingenieurwesen, der Informatik und den Naturwissenschaften siegte, landeten die Mannheimer in BWL und VWL ganz vorne.

Diese Top-Ten-Universitäten kletterten im Vergleich zum Vorjahr am meisten (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Foto: WirtschaftsWoche

Im Bereich Wirtschaftsinformatik bevorzugen die befragten Personaler die TU Darmstadt, die Ludwig-Maximilians-Universität München bildet die besten Juristen aus. Doch wer genau hinschaut, entdeckt in den Listen durchaus Bewegung.

Es sind vor allem kleinere und weniger bekannte Bildungsstätten, die sich in die Spitzenklasse einschleichen oder schrittchenweise weiter nach oben kommen.

Das gilt besonders für Fächer, in denen geeignete Fachkräfte schwierig zu finden sind. Mehr als 60 Prozent der Personaler sagten den Experten von Universum, 2013 ihren Bedarf an Informatikern weniger gut oder gar nicht decken zu können. Bei den Elektrotechnikern waren es knapp 50 Prozent. „Vor allem in den Ingenieurwissenschaften müssen Unternehmen über den Tellerrand blicken, um gut ausgebildeten Nachwuchs zu bekommen“, sagt Stefan Lake, Deutschland-Geschäftsführer von Universum. Denn an den führenden Hochschulen buhlen sie verstärkt um die Gunst der Talente.

Auf welche Eigenschaften Personaler bei Hochschulabsolventen besonders achten (Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen möglich, zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Foto: WirtschaftsWoche

Vor allem an der RWTH Aachen ist der Andrang groß. 2010 sammelte die Hochschule im Dreiländereck fast eine Viertelmilliarde Euro Drittmittel ein – so viel wie keine andere Universität in Deutschland. Mit 72 Millionen Euro trug die Wirtschaft den größten Anteil bei. Jeden Donnerstagabend können sich Unternehmen den angehenden Absolventen als Arbeitgeber präsentieren. Im kommenden Sommersemester stellen sich unter anderem BASF, die European Space Agency und E.On vor. Mehr als 70 Spender-Firmen dankt die RWTH auf ihrer Homepage für deren Gelder. Doch nur die großen deutschen Konzerne wie BMW oder Audi können es sich leisten, auf Universitäten wie Aachen oder Mannheim festgelegt zu sein.

Die beliebtesten Abschlüsse
Auch wenn die Bachelor-Abschlüsse in Deutschland eingeführt wurden, um der Wirtschaft besser spezialisierte Arbeitskräfte zuzuführen - als High Potentials gelten die Bachelor-Studenten nicht. Zumindest nicht bei den Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Erstaunlicherweise sind auch die Uniabgänger mit Doktortitel nicht Arbeitgebers Darling. Ähnlich wie die Bachelor-Studenten rangieren Promovierte eher unter ferner liefen, wenn es um die Suche nach High Potentials geht.
Der Master-Abschluss ist besonders in Österreich beliebt. In der Schweiz gelten auch Fachhochschulabsolventen mit Master-Qualifikation als begehrte High Potentials.
In Deutschland ist das Diplom immer noch der am meisten angesehene Abschluss - Bologna-Reform hin oder her. 99 Prozent der befragten deutschen Chefs suchen Uniabsolventen mit Diplom.

Erfolgsgarant Auto

Denn sie haben einen entscheidenden Vorteil. Kaum ein Produkt berührt die Deutschen so sehr wie das High-Tech-Erzeugnis Auto. So mancher sauste schon als Knirps mit Spielzeugautos durch das Wohnzimmer der Eltern. Und die attraktiven Produkte der Premiumhersteller sind allgegenwärtig – egal, ob auf der Straße oder in der Fernsehwerbung. Andere Unternehmen haben es da schon schwerer.

Zum Beispiel dann, wenn sie Mähdrescher und Rasentraktoren herstellen wie John Deere. Auch der Markenname ist bei Weitem nicht so bekannt wie der deutscher Dax-Konzerne. Deshalb ist es Peuntner recht, dass sich die Qualitäten der TU Kaiserslautern bislang nicht überall herumgesprochen haben und der Andrang noch nicht Aachener Ausmaße angenommen hat. So kommt das Unternehmen in Kaiserslautern problemlos an Nachwuchs.

Mittlerweile arbeiten dort schon 40 TU-Absolventen, regelmäßig laufen gemeinsame Projekte. Erst kürzlich erarbeitete ein studentisches Forschungsteam neue Ideen für die Sensoren an Mähdreschern, mit denen die Maschinen große Steine frühzeitig erkennen oder den Feuchtigkeitsgehalt im geernteten Getreide messen können.

Durchgestartet - Die Studenten der TU Kaiserslautern sammeln unter anderem im Rennsportteam der Uni Praxiserfahrung

Foto: TU Kaiserslautern

Auf solche Kooperationen legt die Universitätsleitung ebenfalls großen Wert. Vizepräsident Lothar Litz und seine Kollegen richten Forschung und Lehre bewusst an den Bedürfnissen der Industrie in der Region aus. So entstand auch das Zentrum für Nutzfahrzeugtechnologie. Dort tüfteln Wissenschaftler der Hochschule mit Partnern wie Daimler oder Volvo. In einem Masterstudiengang können Studenten aus den Fächern Elektrotechnik, Maschinenbau und Informatik Spezialwissen sammeln, ein Semester ist ausschließlich für Projektarbeit reserviert.

Steuererklärung

Auch wenn die Eltern einen Großteil des Studiums finanzieren, können sie die Kosten nicht von der Steuer absetzen. Ausnahme sind die Krankenkassenbeiträge der Kinder. Der Student selbst kann zum Beispiel Fachbücher, Studiengebühren oder Umzugskosten in der Steuererklärung geltend machen. Wohnt das Kind nicht mehr zu Hause, wird den Eltern ein Steuerfreibetrag von 924 Euro im Jahr eingeräumt. Das gilt, solange sie Kindergeld beziehen.

Foto: dpa

Krankenversicherung

Sind die Eltern gesetzlich versichert, kann das Kind beitragsfrei mitversichert bleiben. Altersgrenze: 25 Jahre. Der Nachwuchs darf monatlich nicht mehr als 375 Euro verdienen - oder einem Minijob nachgehen, sonst muss er sich selbst versichern. Der gesetzliche Studententarif liegt bei 64,77 Euro. Sind die Eltern privat versichert, muss sich der Student von Anfang an selbst absichern.

Foto: dpa

GEZ

Wohnt der Student noch zu Hause, muss er für Radio, Fernseher und Computer mit Internet-Anschluss keine zusätzlichen Gebühren bezahlen, außer er verdient mehr als 299 Euro im Monat. Hat das Kind eine eigene Wohnung, muss es grundsätzlich GEZ-Gebühren zahlen. Bekommt der Student Bafög, kann er sich befreien lassen.

Foto: dpa

Neuer Wohnsitz

Zieht das Kind um, muss es seinen neuen Wohnsitz anmelden. Dafür haben Neuankömmlinge meist ein bis zwei Wochen Zeit. Hält man sich nicht an die Frist, können Bußgelder anfallen. Möchte das Kind in der Studentenstadt nur seinen Zweitwohnsitz anmelden, kann je nach Gemeinde eine Steuer anfallen. Mancherorts sind Studenten davon befreit.

Foto: dpa

Kindergeld

Die Eltern erhalten bis zum 25. Geburtstag des Studenten Kindergeld. Als Nachweis muss jährlich eine Immatrikulationsbescheinigung bei der Kindergeldkasse eingereicht werden. Der Zuschuss entfällt, wenn der Student mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet.

Foto: AP

Haftpflichtversicherung

Lebt der Student noch bei seinen Eltern oder hat seinen Erstwohnsitz dort gemeldet, ist er meist bei ihnen mitversichert. Einige Assekuranzen bieten dies sogar an, wenn das Kind seinen eigenen Haushalt in der Unistadt gegründet hat. Die Familienversicherung erlischt, wenn der Nachwuchs verheiratet ist oder schon über eine Berufsausbildung hinaus gearbeitet hat. Auch hier liegt die Altersgrenze meist bei 25 Jahren.

Foto: dpa

Dieser Praxisbezug ist auch bei den Wirtschaftsingenieuren der TU zentraler Bestandteil des Studiums. Sie müssen mindestens 18 Wochen als Praktikanten in Betrieben arbeiten. Viele verdienen sich auch als wissenschaftliche Hilfskräfte an einem der Forschungsinstitute etwas dazu. Solche Kooperationen und Spezialisierungen sind gut fürs Hochschulimage.

Das zeigt auch die Platzierung der TU Braunschweig. Im Fach Maschinenbau konnte sie sich um vier Plätze auf Position fünf vorschieben. Einer der Schwerpunkte ist die Luft- und Raumfahrttechnik. Erst im vergangenen Jahr eröffnete der Campus Forschungsflughafen. Dort arbeiten nun Studenten des Masterstudiengangs Luft- und Raumfahrttechnik gemeinsam mit Experten aus dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt „am Fliegen von morgen“, wie der damalige niedersächsische Ministerpräsident David McAllister bei der Einweihung im Mai 2012 sagte.

Vom Geheimtipp zum Aufsteiger

Ein weiterer Aufsteiger des Rankings ist die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt im Fach Betriebswirtschaftslehre. Bislang galt die bayrische Hochschule als Geheimtipp, doch dank ihrer forschungsintensiven Ausrichtung und dem familiären Betreuungsverhältnis kann sie immer mehr Personaler überzeugen. Auf etwa 5.000 Studenten kommen 120 Professoren sowie mehr als 200 wissenschaftliche Mitarbeiter und Dozenten. Obwohl es die betriebswirtschaftliche Fakultät am Standort Ingolstadt erst seit 23 Jahren gibt, hat sie bereits prominente Partner angeworben. 18 Unternehmen wie Siemens, die Deutsche Bank oder Vodafone bieten exklusive Praktika, Bewerbertrainings oder Exkursionen zu den Firmenstandorten. Damit sollen die Studenten einen Einblick in die Konzerne und den Berufsalltag erlangen.

Wie Absolventen von Privatunis im Vergleich zu jenen von staatlichen Hochschulen abschneiden (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Foto: WirtschaftsWoche

An der TU Hamburg-Harburg geht es damit noch früher los. Im Fach Elektrotechnik erwartet die Hochschulleitung von den Bewerbern bereits vor Beginn des Studiums praktische Erfahrung. Die Abiturienten sollen vorab zehn Wochen in einen Industriebetrieb hineinschnuppern, um ihr späteres Arbeitsumfeld kennenzulernen. Das gefällt auch den Personalern. Sie wählten die TU Hamburg-Harburg im Fach Elektrotechnik auf Rang sechs.

In den Naturwissenschaften kann die Goethe-Universität Frankfurt am Main neuerdings auf sich aufmerksam machen. Zum ersten Mal gelang ihr der Sprung unter die ersten zehn. Kein Wunder, denn die Frankfurter sind exzellent – im wahrsten Sinne des Wortes. Die Hochschule beheimatet gleich drei Exzellenzcluster. Das sind von Bund und Ländern geförderte Forschungsprogramme, die jährlich einen einstelligen Millionenbetrag erhalten.

Tipps für die Studienplatzsuche in letzter Minute
Auf www.freie-studienplaetze.de informiert die Stiftung für Hochschulzulassung über Hochschulen, in denen es wenige Wochen vor Semesterbeginn noch freie Studienplätze gibt.
Manche Hochschulen bieten – wenn in einem Jahr zu wenig Anmeldungen eingegangen sind – Nachrück-Programme an. Dafür müssen Sie sich ganz normal bewerben und oft auch einen Eignungstest bestehen. Aber die Aussichten sind gut.
Wenn das Studium für Sie ohnehin nur ein schneller Weg in den Beruf in der Wirtschaft sein soll, könnte ein duales Studium mit fest integrierten Praxisblöcken eine Alternative sein. Dazu brauchen Sie in der Regel nur den Platz beim Ausbildungsbetrieb, der Studienplatz ist dann gesichert. Es gibt Unternehmen, die auch in den letzten Wochen noch Bewerber als duale Studenten nehmen.
Ein Studium im Ausland kann eine Option sein, denn in einigen Ländern sind deutsche Studenten auch noch kurz vor Semesterbeginn willkommen. Möglicherweise höhere Kosten und natürlich die die Sprachbarriere müssen Sie in Kauf nehmen.

Doch die Hochschulen profitieren nicht nur finanziell. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt, vergleicht die Exzellenzcluster mit „Diamanten in einer Krone“. Sie würden die Aufmerksamkeit der Unternehmen wecken, denn „sie strahlen in alle Richtungen“. Dieser Reputationsgewinn wirkt sich vor allem auf die Naturwissenschaftler aus. Sie sind an zwei der drei geförderten Forschungsprojekte beteiligt. Das eine Programm ist am Institut für Organische Chemie und Chemische Biologie angesiedelt. Das andere beschäftigt sich mit Herz- und Lungenkrankheiten, gehört somit zwar zum Fachbereich Medizin. Aber die angehenden Ärzte arbeiten eng mit den Biologen zusammen.

Platz 10
Sprach- und Kulturwissenschaften

Wer Sprach- und Kulturwissenschaften studiert hat, der verdient beim Einstieg rund 32.921 Euro.

Foto: dapd

Platz 9
Grafik/ Design

Wer beruflich mit Farben, Rastern etc. zu tun hat, der bekommt seine Tätigkeit relativ moderat vergütet. Der Einstiegsgehalt im Bereich Grafik/Design beträgt 34.162 Euro.

Foto: Fotolia

Platz 8
Gesellschafts- und Sozialwissenschaften

Studenten Gesellschafts- und Sozialwissenschaften können sich auf ein Einstiegsgehalt von etwa 35.762 Euro einstellen.

Foto: dpa

Platz 7
Psychologie

Wer beruflich den Lehren des großen Psychoanalytikers Sigmund Freud nachgeht, bezieht als Psychologe ein Einstiegsgehalt von 41.219 Euro.

Foto: dpa

Platz 6
Wirtschaftswissenschaften

Studenten der Wirtschaftswissenschaften dürfen sich sogar über ein Einstiegsgehalt von 43.935 Euro freuen.

Foto: dpa

Platz 5
Mathematik/ Informatik

Die von vielen gefürchtete Welt der Zahlen und Formeln wird sogar noch besser vergütet. Mathematiker/Informatiker beziehen ein Einstiegsgehalt von 47.419 Euro.

Foto: dpa/dpaweb

Platz 4
Rechtswissenschaften

Studenten der Rechtswissenschaften bekommen bei ihrem Berufseinstieg etwa 47.665 Euro Gehalt.

Foto: dpa

Platz 3
Naturwissenschaften

Das Einstiegsgehalt für Naturwissenschaftler (Biologie, Chemie, Physik) liegt nominell in der Top-3 der Gehälter. Im Durchschnitt wird der Berufsstart mit 47.917 Euro vergütet.

Foto: dpa

Platz 2
Medizin

Wie schon im Vorjahr sind die Mediziner ganz vorne dabei. Ihr Einstiegsgehalt liegt bei 48.882 Euro.

Foto: dpa

Platz 1
Ingenieurwissenschaft

Seit diesem Jahr an der Spitze der Gehaltsskala: Die Ingenieurwissenschaftler. Ihren Berufseinstieg bekommen sie mit 49.576 Euro vergütet.

Foto: dpa/dpaweb

Damit die Vorzeigeforscher der Goethe-Universität unter optimalen Bedingungen arbeiten können, wurden etwa 155 Millionen Euro in Neubauten am Campus Riedberg investiert. Herzstück ist das Biologicum. Zusammen mit den Gewächshäusern, Klimakammern und einem neuen Tierhaus löst es den in den Sechzigerjahren errichteten Biocampus im Stadtteil Westend ab. Bis spätestens 2017 sollen auch Mathematiker und Informatiker in den Norden der hessischen Metropole umziehen. Am Campus Westend sind ebenfalls herausragende Fakultäten der Frankfurter beheimatet. Die Personaler wählten die VWLer der Goethe-Universität auf Platz zwei.

Auf welche Softskills Personaler besonders viel Wert legen (Angaben in Prozent, Mehrfachnennungen möglich, zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Foto: WirtschaftsWoche

Auch international hat sich die hessische Hochschule etabliert. Beim Uni-Ranking der „New York Times“ schnitt sie im Oktober 2012 als beste deutsche Bildungseinrichtung ab und landete auf dem zehnten Rang weltweit, nur einige Plätze hinter dem Massachusetts Institute of Technology und der Princeton-Universität. International bekannte Hochschulen wie die Universität St. Gallen konnte sie sogar hinter sich lassen.

Globale Mundpropaganda

Um diesen Spitzenplatz zu sichern, setzt Präsident Müller-Esterl auf seine Absolventen: Wenn die im Ausland Führungspositionen ergattern und gute Arbeit leisten, „beginnt die internationale Mundpropaganda“, hofft er. Und das ist gar nicht so unwahrscheinlich.

Immerhin kann sich mehr als die Hälfte der deutschen Hochschulabsolventen vorstellen, außerhalb Deutschlands zu arbeiten. Das ergab eine Studie, die das Institut für Demoskopie Allensbach im Jahr 2011 veröffentlichte. Die meisten wollen Auslandserfahrung sammeln, erhoffen sich bessere Gehälter und halten ihre Karrierechancen fernab der Heimat für größer.

Und auch wenn sie eines Tages zurückkehren, haben sie beste Berufsaussichten. Sehr gute Englischkenntnisse und Auslandserfahrung gehören nach wie vor zu den relevantesten Qualifikationen. Am meisten Wert legen die Personaler jedoch auf Persönlichkeit. Zum ersten Mal fragte Universum deshalb nach den wichtigsten Softskills der potenziellen Mitarbeiter. Das Ergebnis: Die Unternehmen wünschen sich vor allem, dass sich die Bewerber adäquat ausdrücken, lösungsorientiert und analytisch denken sowie im Team arbeiten können.

Auch in diesen Anforderungen zeigt sich der Wunsch nach praxisorientiertem Nachwuchs. Aber vor allem Bachelor-Absolventen können Personalern in puncto Reife, Praxiserfahrung und Selbstständigkeit noch nicht überzeugen. Ein Grund, warum die Universität Frankfurt seit 2007 mehrtägige Workshops anbietet, in denen die Studenten ihre Schlüsselkompetenzen trainieren. Das Interesse daran ist groß: Für den Einführungskurs Rhetorik im Sommersemester gab es in wenigen Tagen doppelt so viele Anmeldungen wie Plätze.

Wie wertvoll diese Übungen sind, hat sich nicht nur unter den Studenten schnell herumgesprochen. Ehemalige Teilnehmer berichten von Personalern, die in Vorstellungsgesprächen die Teilnahmebescheinigungen solcher Workshops interessanter fanden als die Noten der Bewerber. Andere bedanken sich per E-Mail für die gute Vorbereitung auf den Berufsalltag. Selbstbewusst aufzutreten ist für sie jetzt kein Problem mehr.

Das gilt auch für die Aufsteiger des Uni-Rankings. Denn sie haben trotz der Übermacht einiger weniger Hochschulen auf sich aufmerksam gemacht und sich sukzessive nach vorne gearbeitet. An ein Ende des Oligopols an der Spitze des Rankings glaubt aber selbst der Kaiserslauterner Vizepräsident Litz nicht: „Es wäre verwegen, wenn wir das Ziel hätten, in ein paar Jahren die RWTH Aachen eingeholt zu haben.“

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