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WeiterbildungWas man über den MBA wissen muss

Mehr als 300 MBA-Programme gibt es inzwischen in Deutschland. Aber wie finden Interessenten überhaupt ein passendes Studium? Die zehn wichtigsten Fragen und Antworten. 21.06.2013 - 12:00 Uhr

Platz 16:

ESMT European School of Management and Technology, Deutschland

Die Business School aus Berlin konnte sich durch ihre Lernmethoden und –materialien für die freibuchbaren Programme („Open Enrollment Programe“) von anderen Konkurrenten absetzen. Die Hochschule erreichte in diesem Bereich im vergangenen Jahr Platz 13. Bei den maßgeschneiderten Firmenprogrammen erreichte die ESMT dieses Jahr Platz 30; 2012 lag die Schule in diesem Bereich auf Platz 24.

Foto: Presse

Platz 12:

London Business School, England

Foto: Creative Commons-Lizenz

Platz 10:

Michigan Ross School of Business, USA

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Platz 9:

Esade Business School, Spanien

Foto: Presse

Platz 8:

Stanford Graduate School of Business, USA

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Platz 7:

École des hautes études commerciales de Paris (HEC), Frankreich

Foto: Creative Commons-Lizenz

Platz 6:

Insead, Standorte in Frankreich, Singapore, Vereinigte Arabische Emirate

Foto: Presse

Platz 5:

The University of Chicago Booth School of Business, USA

Foto: Presse

Platz 4:

Harvard Business School, USA

Im FT Business School Rankings 2012 erreichte die Top-Management Schule noch Platz 2.

Foto: Creative Commons-Lizenz

Platz 3:

Thunderbird School of Global Management, USA

Foto: Presse

Platz 2:

Iese Business School, Spanien

Foto: Presse

Platz 1:

International Institute for Management Development (IMD), Schweiz

Die Business School mit Sitz in Lausanne schafft es zum zweiten Mal in Folge auf Platz Nummer 1.

Foto: Presse

Die Verhandlungen sind zäh. Daniel Bochnitschek will für ein Joint Venture in Indien Partner gewinnen. Doch sein Gegenüber scheint noch nicht restlos überzeugt. Dem 28-Jährigen fällt es schwer, seine indischen Gesprächspartner zu lesen. Doch das ist alles halb so schlimm. Denn hier geht es nicht um Millioneninvestments, sondern darum, Erfahrungen zu sammeln.

Bochnitschek ist MBA-Student an der Mannheim Business School, seine Verhandlungspartner Kommilitonen aus Asien, die Diskussion gehört zu den zahlreichen Planspielen. Der Medienwissenschaftler hat sich 2012 entschieden, seine Berufstätigkeit ein Jahr lang zu unterbrechen, um den Master of Business Administration (MBA) draufzusatteln. Zuvor hatte er mehr als drei Jahre als Unternehmensberater gearbeitet. Doch um seinen Wunsch zu verwirklichen, bei einer Strategieberatung anzuheuern, reichte sein betriebswirtschaftliches Wissen nicht aus. "Ein MBA ist für diesen Job zwar nicht zwingend erforderlich, aber förderlich", sagt Bochnitschek.

Nur selten gut und bezahlbar

Buchhaltung oder Marketing sind genauso Bestandteil der generalistischen Managementausbildung wie praxisorientierte Seminare zu Verhandlungen oder Führungskompetenz. Genau diese Mischung veranlasste Bochnitschek, sich für den MBA und gegen einen BWL-Master zu entscheiden.

Anzahl der MBA-Programme in Deutschland

Foto: WirtschaftsWoche

So wählte er nach sorgfältiger Prüfung den Vollzeit-MBA an der Mannheim Business School. Grund: "Dieses Angebot ist zum einen fachlich hochwertig und gleichzeitig bezahlbar", sagt der gebürtige Mainzer. "Davon gibt es nicht so viele." Außerdem lockten ihn der dreimonatige Auslandsaufenthalt und Erfahrungsberichte der ehemaligen Teilnehmer.

Doch auch wenn Bochnitschek sich jederzeit wieder für dieses Programm entscheiden würde, passt es nicht zu jedem Interessenten. Nach Angaben des MBA-Guide 2013, einem umfassenden Nachschlagewerk zum Managementstudium, gibt es in Deutschland mittlerweile mehr als 300 MBA-Angebote. Vor zehn Jahren waren es gerade mal 115 (siehe Grafik).

Wildwuchs auf dem MBA-Markt

Bei dieser Fülle fällt es schwer, den Überblick zu behalten und das Programm zu entdecken, das am besten zu den eigenen Anforderungen, Leistungen und dem Geldbeutel passt.

Jens Wüstemann, BWL-Professor und Präsident der Mannheim Business School, sieht in dem "Wildwuchs am MBA-Markt" noch ein weiteres Problem. "Auch unseriöse Anbieter wittern im MBA ein lukratives Geschäft", sagt der 43-Jährige. Damit Bewerber nicht einem solchen Pseudo-MBA aufsitzen und aus der Vielzahl an Programmen das passende herausfiltern können, beantwortet die WirtschaftsWoche zehn Fragen, die Sie sich vor dem MBA-Studium unbedingt stellen sollten.

Für wen lohnt sich ein MBA?

Der MBA eignet sich generell für alle Akademiker, die eine Führungsposition anstreben. Ursprünglich war der Abschluss für Nichtökonomen gedacht und sollte diese auf Managementaufgaben vorbereiten. Denn im Führungsalltag hilft Spezialwissen aus dem Studium nicht weiter. Stattdessen zählen Managementqualitäten und wirtschaftswissenschaftlicher Überblick.

Doch mittlerweile finden sich unter den Absolventen reihenweise Wirtschaftswissenschaftler. Der Grund: "Auch Betriebswirte mit einer spezialisierten Ausbildung müssen oft ihre Managementqualitäten ausbauen, wenn sie ins Top-Management aufsteigen wollen", sagt Bernhard Schwetzler, Leiter der MBA-Programme an der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Die Lernkurve bei Nichtwirtschaftswissenschaftlern ist aber meist steiler, weil der theoretische Teil des Studiums für sie unter Umständen neu ist und somit mehr als eine Auffrischung des bereits abgeschlossenen BWL-Studiums darstellt.

Was lerne ich beim MBA?

Das Studium vereint wirtschaftswissenschaftliches Wissen und Managementfähigkeiten.

An der HHL zum Beispiel gehören Rechnungswesen und Marketing genauso zum Lehrplan wie Verhandeln und Krisenkommunikation. "Der MBA bietet einen wesentlich höheren Praxisbezug als ein spezialisierter BWL-Master", sagt Schwetzler. Das spiegelt sich in den Methoden der Dozenten wider. Statt auf Frontalunterricht setzen sie auf Fallstudien aus Unternehmen oder auf Planspiele und Diskussionen. Dabei ist die Interaktion zwischen den Studenten ausschlaggebend: Denn durch ihre Berufserfahrung können sie sich häufig gegenseitig etwas beibringen – ein elementarer Bestandteil des MBA-Konzeptes.

Teilzeit, Vollzeit oder Fernstudium?

Alle drei Modelle haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung ist letztlich von den persönlichen Umständen des Einzelnen abhängig. Am wichtigsten ist dabei meist die berufliche Situation.

Will der Student seinen Job behalten, ist die Teilzeit-Variante mit Lehrgängen am Wochenende oder das Fernstudium häufig die einzig praktikable Lösung. Tiemo Kracht, geschäftsführender Gesellschafter bei Kienbaum Executive Consultants, betrachtet diese Formen des MBA allerdings als "enorme Belastung". Einen Vollzeit-MBA trotz Arbeitsvertrag zu absolvieren ist jedoch nur möglich, wenn der Arbeitgeber eine Art Bildungsauszeit anbietet, nach der der Mitarbeiter wieder auf seiner alten Position einsteigen kann. Das können sich meist nur Konzerne leisten, kleine Mittelständler sind dafür oftmals zu dünn besetzt. Fragen lohnt sich aber in jedem Fall.

Schwetzler von der HHL empfiehlt die Vollzeit-Variante vor allem Menschen, die nach einem abgeschlossenen Berufs- oder Lebensabschnitt eine neue Herausforderung suchen oder sich selbstständig machen wollen.

Das Fernstudium sehen viele Experten kritisch, da beim MBA der Aufbau eines Netzwerks und der persönliche Austausch als zentrale Bestandteile gesehen werden. "Solche Beziehungen können die Teilnehmer nicht über Fernstudiengänge oder Videochats aufbauen", sagt Wüstemann. Allerdings könnte sich das in den kommenden Jahren ändern, denn zum einen steigen die technischen Möglichkeiten, zum anderen ist die nachrückende Generation gewohnt, Kontakte via Chat, Skype oder Facebook aufzubauen und zu pflegen.

Insgesamt ist in Deutschland der Wochenend-MBA am beliebtesten. Laut MBA-Guide 2013 finden 54 Prozent aller Programme in Teilzeit statt.

Regel 1: Ziele definieren

Ehe Angebote gebucht oder erstellt werden, muss zuerst der Schulungsbedarf der Mitarbeiter ermittelt werden, um individuelle Ziele festzulegen. Ausgangspunkt sind hierbei die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens und die Qualifikationen, die dazu benötigt werden. Anschließend definiert die Geschäftsführung den übergeordneten Weiterbildungsbedarf, der dann auf Abteilungsebene konkretisiert und umgesetzt werden muss. „Bei der Planung sollten soweit möglich auch Ideen und Wünsche der Mitarbeiter berücksichtigt werden“, sagt Schuler. Das wirke sich positiv auf die Motivation aus.

Foto: Fotolia

Regel 2: Strategisch planen

Schulung und Weiterbildung sind nur dann den erfolgreich, wenn sie ziel- und bedarfsgerecht sind. Das vermittelte Wissen muss für die Mitarbeiter wirklich relevant sein. Auch der richtige Zeitpunkt ist wichtig. „Eine Schulung zu einem Projekt, das erst in einem halben Jahr startet, sollte auch erst kurz vorher durchgeführt werden“, empfiehlt Schuler. Um gute Lernvoraussetzungen zu schaffen, muss auch die Vermittlungsform auf die Mitarbeiter abgestimmt sein. Nicht jeder sitzt gern in einem Kurs mit 30 Teilnehmern. „Manche Mitarbeiter ziehen das eigenständige Lernen vor, zum Beispiel mit E-Learning-Programmen.“

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Regel 3: Zentral steuern

Damit Weiterbildungsmaßnahmen die größtmögliche Wirkung entfalten, müssen sie zentral koordiniert werden. In immer mehr Unternehmen übernehmen Personalentwickler diese Aufgabe. Sie stimmen den Weiterbildungsbedarf mit dem Management ab, definieren in regelmäßigen Abständen die Entwicklungsziele und unterstützen die Mitarbeiter in ihrer individuellen Entwicklung. Fehlt eine solche zentrale Steuerung, ist es schwierig, den Überblick zu behalten und Prozesse effizient zu strukturieren. Der Personalentwickler sollte in ständigem Kontakt mit den Mitarbeitern stehen. Wenn die sich zum Beispiel über mangelnde Kompetenz eines Kursleiters beschweren, sollte der vielleicht ersetzt werden.

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Regel 4: Wissen archivieren

Die meisten Unternehmen vergessen, Weiterbildungsunterlagen und Lerninhalte zu archivieren oder anderen Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Mitarbeiter, die eine Schulung oder ein Training absolviert haben, können ihr Wissen und ihre Erfahrungen an die Kollegen weitergeben. Auch das fördert die Motivation und kann Zeit und Kosten sparen. Es sollte generell geprüft werden, welche Lerninhalte das Unternehmen wiederverwenden oder selbst bereitstellen kann, und an welchen Stellen ein externer Anbieter gebraucht wird.

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Regel 5: Lernsysteme einführen

Unternehmen können nur Schritt halten, wenn sie Schulung und Weiterbildung gezielt planen, Prozesse strukturieren und Inhalte zentral verwalten. Tabellen und Kalender reichen dafür nicht mehr aus. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb auf IT-Lösungen, sogenannte „Learning Management-Systeme“, die für eine weitgehende Automatisierung des Weiterbildungsmanagements sorgen. So werden beispielsweise die hinterlegten individuellen Fähigkeiten der Mitarbeiter den Unternehmenszielen gegenübergestellt.

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Tabelle

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Wie viel darf der MBA kosten?

Die Preisspanne zwischen den einzelnen MBA-Programmen ist enorm. Die Gebühren reichen in Deutschland von einigen Hundert Euro pro Semester bis zu mehr als 50 000 Euro für den kompletten Abschluss. "30 000 Euro sollte jeder Interessierte für einen substanzhaltigen MBA einplanen", sagt Kracht von Kienbaum. "Günstigere Programme sind im Lebenslauf später meist nicht hilfreich."

Die Gebühren an den Eliteschulen im Ausland sind wesentlich höher. "Das Renommee der Bildungsstätten zahlen die Studenten mit", sagt Hans-Jürgen Brackmann, Geschäftsführer der Fibaa, einer Agentur, die Qualitätssiegel an die Studiengänge vergibt. An der Harvard Business School müssen Interessenten mit etwa 95 000 Euro rechnen. Beim spanischen Premiumanbieter Iese Business School zahlen die Studenten etwa 73 000 Euro für den Abschluss.

Wie finanziere ich meinen MBA?

Selbst wenn viele Absolventen durch den Titel ihr Gehalt steigern, muss die Finanzierung im Vorfeld stehen. Wer nicht genug Geld gespart hat, um das Programm zu bezahlen oder seine monatlichen Raten mit seinem Gehalt decken kann, hat prinzipiell vier Möglichkeiten an Geld zu kommen.

Erstens: Hat der Arbeitgeber ein Interesse am MBA-Abschluss seines Mitarbeiters, bezuschusst er die Weiterbildung eventuell. Fragen kostet nichts!

Zweitens: Banken bieten Studienkredite auch für Managementprogramme an. Einige Bildungseinrichtungen haben mit Geldhäusern spezielle Darlehen für ihre Schüler ausgehandelt. Die WHU in Vallendar kooperiert beispielsweise mit der Sparkasse Koblenz, die EBS aus Oestrich-Winkel unter anderem mit der Wiesbadener Volksbank. Auch der Studienkredit der KfW ist seit diesem April 2013 für MBA-Studenten zugänglich.

Drittens: Was viele nicht wissen – MBA-Studenten können unter bestimmten Voraussetzungen auch Bafög beantragen, denn der Management-Studiengang wird wie jeder andere Master behandelt. Allerdings darf der Antragsteller beispielsweise nicht älter als 35 Jahre sein, die ausgewählte Hochschule muss staatlich anerkannt sein. Mit Blick auf die Kosten eines MBA-Studiums ist die Höchstförderung von 670 Euro monatlich jedoch eher gering.

Die vierte Finanzierungsmöglichkeit sind Stipendien. Sie werden entweder von den Schulen selbst oder von externen Trägern vergeben. Viele der Bildungseinrichtungen informieren darüber auf ihrer Homepage.

Ist Internationalität beim MBA ein Muss?

Ja, denn ein MBA soll auf eine Führungsposition vorbereiten – und in einer globalisierten Wirtschaft ist sowohl interkulturelle Kompetenz als auch internationale Erfahrung unabdingbar.

Die renommierten MBA-Programme legen deshalb besonderen Wert auf ihre internationale Ausrichtung. Die meisten Angebote finden auf Englisch statt, Dozenten wie auch Studenten kommen aus unterschiedlichen Ländern. An der Mannheim Business School etwa sind derzeit 300 Teilnehmer aus 50 Nationen im MBA-Studiengang eingeschrieben. Diese Mischung schult die Studenten im Umgang mit anderen Kulturen.

Außerdem bieten die Schulen ihren Studenten Auslandsaufenthalte an. Diese können von einer Woche bis zu mehreren Monaten dauern. Mannheim-Student Daniel Bochnitschek zum Beispiel lebte und studierte drei Monate im indischen Bangalore. Je nach geografischer Ausrichtung des Studiengangs können die Studenten auch die USA, Kanada, China, Singapur, Frankreich, Spanien oder Großbritannien als Zielland wählen. Doch nicht alle Kommilitonen von Bochnitschek verschlägt es ins Ausland. Die Mannheim Business School stellt es ihren Studenten nämlich frei, ob sie Deutschland zeitweise verlassen oder lieber in Baden-Württemberg bleiben möchten.

In anderen Programmen ist der Auslandsaufenthalt Pflicht, empfehlenswert ist er allemal.

Woran erkenne ich einen guten MBA?

Akkreditierungsagenturen vergeben Qualitätssiegel an die Bildungseinrichtungen beziehungsweise ihre Programme. Diese Auszeichnungen geben den Interessenten erste Anhaltspunkte.

Doch Siegel ist nicht gleich Siegel: Die Fibaa etwa geht über die Richtlinien des deutschen Akkreditierungsrates hinaus und orientiert sich an den europäischen Vorgaben. Fibaa-Geschäftsführer Brackmann hält es beispielsweise für sinn- voll, wenn MBA-Studenten mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nachweisen können. "Das hebt das Niveau." Der deutsche Akkreditierungsrat fordert nur ein Jahr im Beruf. Wichtig ist also, wer die Siegel an die Hochschulen vergeben hat. International anerkannt und für ihre hohen Standards bekannt sind die Auszeichnungen der Agenturen AACSB, AMBA und Equis.

Doch solche Siegel sind längst nicht alles, denn neben der Qualität muss auch der Wohlfühlfaktor stimmen. Schwetzler von der HHL in Leipzig empfiehlt, mindestens drei Schulen vor Ort anzuschauen, bevor die Entscheidung für den Anbieter fällt. "Nur so bekommen die Interessenten einen Eindruck von den Kursen im Alltagsbetrieb und nicht nur aus den schönen Prospekten."

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die inhaltliche Ausrichtung. Es gibt neben den generalistischen MBAs auch spezialisierte Varianten zum Beispiel für Gesundheitsökonomie oder Marketing. "Viele dieser spezialisierten MBAs ähneln einem erweiterten BWL-Master", sagt Schwetzler. Kritiker stellen infrage, ob sich inhaltliche Fokussierung und der Anspruch auf eine breit aufgestellte Managementausbildung vereinbaren lassen. "Die Top-Schulen in Deutschland haben sich auf die General-Management-Variante festgelegt", sagt Wüstemann.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?

Bis auf wenige Ausnahmefälle ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium Pflicht, genauso wie Berufserfahrung. Einigen Schulen reicht ein Jahr im Job. Gerade bei den hochwertigen Programmen werden jedoch zwei bis drei Jahre vorausgesetzt. Bei den sogenannten Executive MBAs für Bewerber mit längerer Berufserfahrung und Führungsverantwortung bestehen die Schulen sogar auf mindestens fünf Jahre im Beruf – in einigen Fällen sogar noch deutlich mehr.

Weiterhin reicht es nicht aus, die eigenen Sprachkenntnisse im Lebenslauf mit einem "fließend Englisch" zu charakterisieren. Sie müssen häufig mit einem anerkannten Sprachtest nachgewiesen werden – zum Beispiel dem Toefl-Test.

Ein zweites häufig gefordertes Zertifikat ist das des Graduate Management Admissions Tests (GMAT). Es belegt, dass der Teilnehmer die Fähigkeit zu einem weiterführenden Wirtschaftsstudium mitbringt. Doch Vorsicht: Unterschiedliche Schulen verlangen unterschiedliche Punktzahlen als Testergebnis. Der GMAT kostet etwa 190 Euro und kann in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, München und Hamburg abgelegt werden.

Je nach Business School müssen Bewerber zusätzlich Motivations- und Empfehlungsschreiben einreichen.

Wie wichtig ist den Unternehmen der MBA?

"Der MBA ist keine Grundvoraussetzung für eine Führungsposition", sagt Kracht von der Beratung Kienbaum. Ein solcher Titel zeigt aber Motivation und Qualifikation des Kandidaten. Wobei gerade letztere stark vom absolvierten Programm abhängt. "Die Personalmanager können sehr wohl zwischen einem hochwertigen Abschluss und einem Discount-MBA unterscheiden", sagt Kracht. Und auch die Zahlen zeigen, dass der Titel bei Beförderungen oder Einstellungsverfahren den Ausschlag geben kann. Das MBA-Ranking der "Financial Times" belegt einen deutlichen Gehaltsanstieg nach dem Erwerb des MBA – zumindest bei den Premiumanbietern. Absolventen einiger Top-Schulen verdienen durchschnittlich mehr als doppelt so viel wie vorher.

Doch Kracht macht noch eine weitere Beobachtung: In den vergangenen zehn Jahren sei die Unterstützung der Unternehmen für ihre Mitarbeiter, die einen MBA draufsatteln, deutlich gestiegen. Die Arbeitgeber helfen bei der Finanzierung, bieten Bildungsurlaub oder flexible Arbeitszeiten an und erleichtern den Studenten so die Doppelbelastung. Der demografische Wandel macht es möglich. Denn über großzügige Weiterbildungsangebote wollen die Unternehmen den Nachwuchs an sich binden.

Reicht nicht doch ein BWL-Master?

Aus eigener Erfahrung weiß Wüstemann von der Mannheim Business School, dass für eine Reihe der Kandidaten die Vorstellungen von einem MBA "eher nebulös" sind. "Sie halten ihn für eine fachliche Vertiefung in Betriebswirtschaftslehre", sagt der Präsident der Schule. Wer also eine Experten- oder Projektlaufbahn einschlagen möchte, auf den passt ein spezialisierter BWL-Master besser.

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