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Blick hinter die Zahlen #27 – Reisemarkt Der Zusammenbruch des Reisemarktes

Ausufernde Partys, neue Viren-Hotspots, steigende Infektionszahlen in Urlaubsländern: Es sieht nicht so aus, als könnte sich die Reiselust der Deutschen bald einer Nach-Corona-Normalität annähern. Eher im Gegenteil.

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Reisewarnungen, Verordnungen zum Tragen von Mund- und Nasen-Masken auch auf der Promenade sowie verpflichtende Corona-Tests an Flughäfen und Außengrenzen machen klar, dass die Auszeit vom Alltag, die eine Reise sein soll, keine Auszeit von der Corona-Gefahr ist.

Die fast schon zurückkehrende Lust zur Pauschalreise dürfte vielen Bundesbürgern gleich wieder vergehen.

Wie stark der Einbruch in der ersten Corona-Welle war, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden. Ging der Umsatz in Deutschlands Dienstleistungsbereichen im ersten Quartal 2020 insgesamt um 2,4 Prozent zurück, verloren Reisebüros und Reiseveranstalter 22,9 Prozent – fast ein Viertel.

Umsatzentwicklung im 1. Quartal 2020 gegenüber Vorjahr

Als die Pandemie die Welt im März weitgehend im Griff hatte, starteten und landeten an den deutschen Hauptverkehrsflughäfen von Anfang bis Ende des Monats rund 7,1 Millionen Fluggäste. Das waren 62,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Der Rückgang war je nach Zielland sehr unterschiedlich.

Gästeübernachtungen in Deutschland

Es steht wirtschaftlich viel auf dem Spiel. Das verdeutlichen auch Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung. Demnach stellte die Tourismuswirtschaft als Wachstumssegment der deutschen Wirtschaft 2,9 Millionen Arbeitsplätze und inklusive indirekter und induzierter Effekte eine dem Tourismus zurechenbare Bruttowertschöpfung von 213,5 Milliarden Euro. Die direkte Bruttowertschöpfung der Tourismusbranche beträgt über 105 Milliarden Euro. Urlaubs- und Privatreisen hatten daran 2019 einen Anteil von geschätzt fast 70 Milliarden Euro, rund fünf Milliarden mehr als zwei Jahre zuvor. Das Wachstum ist vorerst vorbei und die Rückkehr zu alten Höchstständen und Wachstumsraten allenfalls ein Fernziel.

Starts von Flügen in ausgewählte Länder, Landungen aus diesen Ländern

Wie krass der Einbruch beim Reisen war und ist, macht auch ein Blick auf die Zahl der Übernachtungen in deutschen Hotels und Ferienwohnungen klar: Um drei Viertel ging die Zahl der Übernachtungen im Mai dieses Jahres gegenüber Mai 2019 zurück.

Die Erholung des Reisemarktes dürfte lange dauern. Selbst 2023 wird nach aktuellen Marktprognosen das Niveau von 2019 noch nicht wieder erreicht sein.

Die Rubrik „Blick hinter die Zahlen“ entsteht mit Unterstützung des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Für die Inhalte der Beiträge ist ausschließlich die WirtschaftsWoche verantwortlich.

Logo des Statistischen Bundesamtes (Destatis)

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