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Den Erfolg im Blick Was Sie sich von Sportlern abgucken können

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Bequemlichkeit, Selbstgespräche, Beziehungspflege und Konkurrenz

Mach es dir unbequem

Wer sich also dazu überwindet, Stresssituationen einzugehen, gewinnt Vertrauen in sich selbst. Zur Vorbereitung könne es laut Precht helfen, vergleichbar unangenehme Situationen einzugehen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem unangenehmen Telefonat, einer auffälligen Krawatte oder einem frühen Feierabend trotz des vollen Schreibtisches? „Menschen, die regelmäßig aus der Komfortzone heraustreten, werden belastbarer“, erklärt Potenzialentwicklerin Precht. „Natürlich fühlt es sich anfangs nicht gut an“, ergänzt Sportlerin Henkel.

Mit Selbstgesprächen zum Erfolg

Wenn negative Gedanken die Vorherrschaft übernehmen, ist es wahrscheinlich, dass eine kommende Aufgabe nicht erfolgreich erledigt wird. Heike Henkel führt in Drucksituationen Selbstgespräche, um negative Gedanken auszublenden. „In dem Moment, in dem es darauf ankommt, also kurz bevor ich loslaufe, muss ich mir selbst Mut machen und negative Gedanken ausblenden“, sagt sie. Das schaffe sie mit positiven Glaubenssätzen wie „jetzt springst du darüber“, erzählt sie.

Gleiches gelte auch für alle anderen Lebenssituationen. Wer kurz vor einem wichtigen Meeting nur daran denkt, was passiert, wenn er eine schlechte Leistung abliefert, werde kaum Erfolg haben. Wer sich aber gut zuspricht – leise im Kopf oder flüsternd – der geht konzentrierter in die Situation.

Wer im Beruf eine wichtige Präsentation halten muss und zur Nervosität tendiert, könne sich sagen „tief durchatmen!“. „Die Sätze sollten kurz sein und emotional wirksam. Was für einen selbst der richtige Satz ist, spürt man, wenn man ihn sagt“, sagt Precht.

Pflege deine Beziehungen

Heike Henkel sagt, 50 Prozent ihres Erfolges habe sie ihrem Trainer Gerd Osenberg zu verdanken. Das Geheimnis ihrer guten Beziehung sei Vertrauen. Beide konnten sich immer aufeinander verlassen. Henkel rät jedem, einmal zu überlegen, welche Personen einem Mut machen, für einen da sind und einen fordern. „Nichts ist schlimmer als Zwietracht und Neid im direkten Umfeld“, sagt Henkel. Kollegen rät sie, ehrlich und vertrauensvoll miteinander umzugehen. „Feedback – auch in Form von Kritik – ist notwendig, um Verhaltensweisen aufzudecken, die die eigene Entwicklung stören könnten.“

Anke Precht weist darauf hin, dass auch private Beziehungen wichtig sind. Diese können unter einem fordernden Job auch leiden. Dann könne es sein, dass der mit dem fordernden Job Redebedarf hat, ihn im privaten Umfeld aber niemand versteht. Sie rät, die beruflichen Themen mit einem Coach zu besprechen, um den Kopf freizuhaben, um mit Freunden oder der Familie über Privates zu sprechen.

Lerne von der Konkurrenz

Wer dann nach einem entspannten Abend mit Freunden am nächsten Morgen zurück zur Arbeit kommt, kann sich wieder um seinen beruflichen Erfolg kümmern. Heike Henkel beobachtete stets ihre Konkurrenten, um sich etwas abzuschauen: wie trainieren sie und wie häufig? „So hart es klingt“, sagt Henkel, „es gibt immer ein paar Details, die ein anderer besser macht als du.“ Sie empfiehlt, Kollegen und Vorgesetzte einmal genau zu beobachten: ihre Routinen, ihre Art zu arbeiten und Konflikte zu lösen. Nach der Beobachtung hat Henkel die Methoden der Konkurrenz einmal selbst ausprobiert. Entweder konnte sie sich davon etwas annehmen oder hat gemerkt, dass es nichts für sie ist. „Dann hat mir das aber meist neue eigene Ideen gebracht“, erzählt sie. „Diese eigenen Ideen braucht jeder, der etwas erreichen möchte. Abschauen ist erlaubt.“

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