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Gehaltsreport Was Sie bei Konsumgüterherstellern verdienen können

Der Konsumgüterhersteller Henkel sucht aktuell trotz der Pandemie rund 300 neue Mitarbeiter. Quelle: imago images

Lebensmittel, Zahnpasta, Waschmittel: An den Produkten von Konsumgüterherstellern wie Henkel, Beiersdorf oder Dr. Oetker führt kein Weg vorbei. Diese Gehälter zahlen die Unternehmen.

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Wenn Stephanie Sabet über die Situation der Lebensmittelindustrie spricht, tut sie das nicht gerade mit  überschwänglicher Begeisterung. Sabet ist Hauptgeschäftsführerin der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss. Ihre Mitgliedsunternehmen mussten im vergangenen Jahr unter dem Einfluss der Pandemie den „ersten Beschäftigtenabbau in der Industrie seit Dekaden“ organisieren, berichtet sie. Ausgerechnet die Lebensmittelhersteller! Unternehmen, auf deren Produkte selbst während der Coronapandemie niemand verzichten konnte. Gegessen und getrunken wird immer. Pandemie hin oder her. Richtig?

Nicht ganz: „Zwar waren die Supermärkte auch während der Pandemie dauerhaft geöffnet“, sagt Sabet. Doch das Geschäft im und mit dem Lebensmitteleinzelhandel ermögliche den Mitgliedern keine großen Umsatzsprünge. „Wir sprechen da mal von plus oder minus 0,1 bis 0,5 Prozent“, erläutert Sabet. Außerdem seien viele der Unternehmen viel stärker von der Gastronomie abhängig als vom Lebensmitteleinzelhandel. „Und die war aufgrund der Pandemie für lange Perioden geschlossen.“ Mit einer Entwicklung kann Sabet dann aber doch zufrieden sein: Trotz der angespannten Branchenlage seien die tarifgebunden Gehälter bei den Mitgliedsunterhemen im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent gestiegen. „Immerhin fechten die Schwergewichte der Branche den Kampf um die raren Talente mit Gehältern aus“. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit „einem etwas schwächeren, aber immer noch deutlich positivem Wachstum der Gehälter“.

Das passt zu den Entwicklungen im gesamten Geschäft mit den Gütern des täglichen Bedarfs, also etwa mit Lebensmitteln, Weichspüler und Duschgel: Die Gehälter von akademischen Berufseinsteigern und Führungskräften im mittleren Management zogen bei Konsumgüterherstellern und Lebensmittelproduzenten nämlich viel stärker an als in anderen Branchen wie der Chemieindustrie oder dem Maschinenbau.

Das ist eine zentrale Erkenntnis des aktuellen Gehaltsreports der WirtschaftsWoche: Über alle Berufe hinweg verdienten die Beschäftigten in der Konsumgüterindustrie im mittleren Management in diesem Jahr fast 127.000 Euro (inklusive Boni) und damit sieben Prozent mehr als noch 2020. Bei akademischen Berufseinsteigern und Facharbeitern in leitender Funktion stieg das Gehalt um vier Prozent auf rund 73.500 Euro (inklusive Boni). Nur in der Pharmabranche fiel das Gehaltsplus noch deutlicher aus.

Die Personalberatung Korn Ferry, die im Auftrag verschiedenster Firmen Gehälter vergleicht, hat für den Gehaltsreport exklusiv 220.000 Datensätze aus etwa 500 Unternehmen analysiert. Die Zahlen beruhen also nicht auf Befragungen von Angestellten, sondern auf einer Auswertung von Gehaltszetteln von Dax-, MDax- und SDax-Firmen sowie bedeutenden Mittelständlern. Erfasst wurden sie in den Branchen Automobil, Chemie, Konsumgüter, Maschinenbau/Industrie sowie Pharma/Gesundheit in je neun Unternehmensbereichen vom Finanzwesen über Marketing und Logistik bis hin zum Vertrieb.

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    Henkel ist eines der Unternehmen, das derart gut durch das vergangene Jahr gekommen ist: „Seit Beginn der Pandemie mussten wir keinen Einstellungsstopp und keine Kurzarbeit verhängen“, erklärt Markus Krahforst, der das Recruiting bei dem Düsseldorfer Konzern leitet. „Und im Vergleich zum vergangenen und vorvergangenen Jahr“, berichtet Krahforst, „stellen wir 2021 noch mal mehr Personen ein, haben mehr offene Stellen.“ Rund 300 Positionen seien aktuell bei Henkel ausgeschrieben.

    Sorgen der Arbeitnehmer und -geber

    Offen ist jedoch noch, wie sich die Branche in Zukunft schlagen wird, welche Produkte die Umsätze in die Höhe treiben sollen. Klaus Wohlrabe, am Münchner ifo-Institut verantwortlich für die Umfragen zum Geschäftsklima, sagt: „Bei den Konsumgüterherstellern sehen wir nicht die Euphorie, die viele andere Branchen auszeichnet. Vermutlich auch, weil sie deutlich stärker an der Kauflaune der Verbraucher hängt.“ Und die sei angesichts steigender Inflationsraten eher gedämpft. Viele sorgen sich vor steigenden Preisen.

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    Stephanie Sabet macht aktuell ähnliche Beobachtungen bei den „besonders schwierigen“ Tarifverhandlungen: In den Gesprächen prallen zwei unterschiedliche Sorgen aufeinander: „Die Arbeitnehmer fürchten sich vor der steigenden Inflation, wollen mehr Gehalt. Die Arbeitgeber hingegen sehen sich mit explodierenden Energiepreisen konfrontiert, sie erwarten deutlich höhere Kosten“.

    Mehr zum Thema: Hier lesen Sie, wie hoch Gehälter der Konsumgüterbranche in den verschiedenen Unternehmensbereichen sind – und was Sie selbst tun können, um zu verdienen, was Sie verdienen.

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