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Gleichstellung der GeschlechterSkepsis gegenüber weiblichem Bauchgefühl

Stereotype über die weibliche Intuition sind schuld, warum Frauen der Aufstieg in die Führungsspitze so schwer gemacht wird. Die Ergebnisse einer Studie des Max-Planck-Instituts lassen auf traditionelle Rollenbilder zwischen Mann und Frau schließen.Anna Sabina Sommer 25.02.2014 - 12:35 Uhr

Platz 15: Nancy McKinstry

Die US-amerikanische Managerin ist Geschäftsführerin der Verlagsgruppe Wolters Kluwer in den Niederlanden und schafft es damit auf den fünfzehnten Platz im Fortune-Ranking der weltweit einflussreichsten Geschäftsfrauen. Bevor sie zu Wolters Kluwer kam, arbeitete McKinstry im Aufsichtsrat verschiedener Unternehmen, wie etwa bei Ericsson.

Foto: Presse

Platz 14: Ho Ching

Ho Ching (hier links im Bild) ist Geschäftsführerin der Temasek Holdings, eine Holdinggesellschaft der singapurischen Regierung, und zudem mit Singapurs Premierminister Lee Hsien Loong (Mitte links) verheiratet. Die studierte Elektroingenieurin, die in Singapur und Stanford ausgebildet wurde, schafft es auf Platz 14.

Foto: REUTERS

Platz 13: Sandra Peterson

Seit Oktober 2010 ist Sandra Peterson Vorsitzende des Executive Committees von Bayer CropScience und Vorstandsvorsitzende der Bayer CropScience AG. Die gebürtige Amerikanerin studierte Politikwissenschaft an der Cornell Universität im US-Bundesstaat New York und machte ihren Master in Angewandter Volkswirtschaftslehre an der Princeton Universität. Bereits in den Achtzigern arbeitete sie in Deutschland: beim Bundesministerium für Finanzen und beim Bundesverband der Deutschen Industrie. Mit ihrer jetzigen Position schafft sie es im Fortune-Ranking auf Platz 13.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 12: Ornella Barra

Die Italienerin, die Pharmazie studierte und seit vielen Jahren als Managerin in der Pharmabranche arbeitet, macht den zwölften Platz im Business-Ranking. Als Aufsichtsratsmitglied beim britischen Konzern Alliance Boots und Chief Executive of the Pharmaceutical Wholesale Division of Alliance Healthcare ist sie für das Geschäft in 16 Ländern zuständig.

Foto: Presse

Platz 11: Maria Ramos

In Portugal und Südafrika ist die Geschäftsfrau Maria Ramos zuhause. In Lissabon geboren und aufgewachsen, studierte Ramos Wirtschaft an der University of South Africa und der University of the Witwatersrand. Nachdem sie im Anschluss in London ihren Master in Wirtschaftswissenschaften absolvierte hatte, startete sie ihre Karriere. Heute ist sie Geschäftsführerin bei ABSA, einem der größten Finanzdienstleister Südafrikas. Dafür gibt es im Ranking Platz 11.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 10: Marjorie Scardino

Mit der US-Amerikanerin Marjorie Scardino landet die Geschäftsführerin des britischen Medienkonzerns Pearson gerade so unter den Top Ten. Sie leitet damit die umsatzstärkste Verlagsgruppe weltweit. Dafür gibt es Platz 10.

Foto: REUTERS

Platz 9: Annika Falkengren

Die schwedische Bankmanagerin Annika Falkengren landet knapp vor Scardino. Sie studierte Wirtschaftswissenschaften in Stockholm und startete 1987 als Trainee bei der Skandinaviska Enskilda Banken (SEB). Dort bliebt sie und machte Karriere: Heute ist sie Präsidentin und Vorstandsvorsitzende bei SEB. Dafür gibt es Platz 9 im Ranking der einflussreichsten Geschäftsfrauen.

Foto: REUTERS

Platz 8: Sock Koong Chua

Auf dem achten Platz landet eine Chinesin: Sock Koong Chua. Bei Singapore Telecommunications Limited (SingTel), eines der größten asiatischen Telekommunikationsunternehmen, arbeitet sie heute als Geschäftsführerin, nachdem sie in den vergangenen Jahren verschiedene Positionen in dem singapurischen Konzern inne hatte.

Foto: REUTERS

Platz 7: Alison Cooper

Als Chief Executive arbeitet Alison Cooper seit Mai 2010 für den viertgrößten Anbieter des internationalen Tabakmarkts: Imperial Tobacco, zu denen auch die Reemtsma Cigarettenfabriken zählen. Sie folgte auf den Platz von Gareth Davis, der 14 Jahre auf dem Chefsessel gesessen hatte. Für sie gibt es im Ranking Platz 7.

Foto: Presse

Platz 6: Güler Sabanci

Die türkische Unternehmerin Güler Sabanci begann ihre Karriere in der Autoreifenfirma ihrer Familie. Heute ist sie Vorsitzende der Sabanci Holding, der zweitgrößten Finanzgruppe der Türkei, deren Gründer ihr Onkel war. Die studierte Betriebswirtin macht damit Platz sechs unter den international einflussreichsten Geschäftsfrauen.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 5: Chanda Kochhar

Unter die Top Five schafft es die Tochter eines indischen Ingenieurs: Chanda Kochhar studierte in Bombay und startete gleich nach dem Bachelor-Abschluss als Jahrgangsbeste mit einer Trainee-Stelle bei der ICICI-Bank ihre große Karriere. Die größte private Bank Indiens behielt Kochhar im Unternehmen, ermöglichte ihr eine Karriere und berief sie schließlich an die Spitze des Geldinstituts. Für die ICICI-Vorstandsvorsitzende gibt es Platz 5 im Ranking.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 4: Barbara Kux

Im Vorstand des Technologiekonzerns Siemens sitzt die Schweizerin Barbara Kux. Die Managerin arbeitete bereits für Unternehmen wie Nestlé, Ford und Philips, bevor sie 2008 in den Vorstand der Siemens AG wechselte. Im Ranking der einflussreichsten Geschäftsfrauen international belegt sie Platz 4.

Foto: dpa

Platz 3: Cynthia Carroll

Die US-amerikansiche Managerin Cynthia Carroll gehört zu den Top Drei. Als Geschäftsführerin des südafrikanischen Bergbaukonzerns Anglo American leitet sie einen weltweit agierenden Konzern mit über 200.000 Mitarbeitern. Die studierte Geologin ist die erste Frau, die als Nicht-Südafrikanerin die Leitung des Konzerns übernehmen konnte.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 2: Gail Kelly

Als Chefin einer der führenden australischen Banken ist die australische Managerin Gail Kelly, die im südafrikanischen Pretoria geboren wurde, die Nummer zwei in der Fortune-Liste der einflussreichsten internationalen Geschäftsfrauen. Seit 2008 steht sie an der Spitze der Westpac und ist verantwortlich für Australiens größtes Finanzinstitut mit einem Börsenwert von etwa 39 Milliarden Euro.

Foto: REUTERS

Platz 1: Maria das Graças Foster
Die Nummer eins im Fortune-Ranking der international einflussreichsten Geschäftsfrauen ist die Vorsitzende des größten lateinamerikanischen Gas- und Energieunternehmens Petrobas. Die Brasilianerin Maria das Graças Foster studierte Chemieingenieurwesen und Chemie, sowie Nukleartechnik, um anschließend einen MBA in Wirtschaftswissenschaften draufzusetzen. Nach einem Praktikum bei Petrobras arbeitete sie sich an die Spitze des Unternehmens, was sie heute für das Fortune Magazine zur international einflussreichsten Geschäftsfrau macht.

Foto: REUTERS

Die Emanzipation in Deutschland scheint recht fortschrittlich. Das traditionelle Frauenbild längst überholt. Kind und Karriere kein Mythos mehr. Debatten um eine Frauenquote tragen weiterhin dazu bei, dass der Anteil weiblicher Führungskräfte - insbesondere in Vorständen und Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen - zunimmt. Man könnte daher glauben, dass die Gleichstellung von Geschlechtern einen recht hohen Stellenwert in Deutschland hat. Aber der Schein trügt. Warum ist es für Frauen trotz positiver Entwicklung so schwierig, an die Führungsspitze der Wirtschaft und Wissenschaft zu gelangen? Einen Grund dafür glauben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts nun herausgefunden zu haben.

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von Daniel Rettig, Manfred Engeser und Kristin Rau

Gerd Gigerenzer, geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, ist der Auffassung: „Männer stehen der intuitiven Führungskraft von Frauen skeptisch gegenüber.“ Auch an der Börse werde dem weiblichen Bauchgefühl nicht vertraut. In den Köpfen der Männer bestünden immer noch Stereotype, die die weibliche Intuition betreffen. Während Entscheidungen im Berufsleben kritisch beäugt werden, gibt es hingegen keine Zweifel, dass Frauen im privaten Umfeld über eine gute Intuition verfügen. Dies trifft beispielsweise auf die Partnerwahl zu. Zumindest lautet so das Ergebnis einer vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung initiierten Studie über die Stereotypen von Frauen und Männer.

Dabei ging es um die Frage, wer über eine bessere Intuition verfügt. Frauen oder Männer? Die Antworten von insgesamt 1016 Deutschen wurden in die Analyse einbezogen. Die Ergebnisse waren verblüffend: Bei der Partnersuche vertrauen lediglich 14 Prozent der Männer ihrer eigenen Intuition, 60 Prozent schätzen die Frau hier besser ein. Umgekehrt ist es bei Frauen: In der Mehrzahl glauben sie nicht daran, dass Männer aus einem Bauchgefühl heraus sinnvolle private Entscheidungen treffen. Hierbei ist das Alter der befragten Personen unwesentlich.

Klare Unterschiede zeichnen sich auch beim Aktienhandel ab: Hier sind 66 Prozent der Männer davon überzeugt, eine bessere Intuition aufzuweisen. Nur 11 Prozent der Frauen schätzen ihr Bauchgefühl besser ein. Und noch weniger Männer (9 Prozent) denken, dass Frauen intuitiv die richtigen Entscheidungen an der Börse treffen. Aber spiegelt diese Einschätzung die Realität wider?

„Auf gar keinen Fall“, so die Meinung der Wissenschaftler. Männer wüssten zwar in der Regel mehr über das Aktiengeschäft, aber die Intuition sei nicht besser als bei Frauen. Am größten sei die Kluft jedoch zwischen Selbsteinschätzung und Realität in der sozialen Interaktion des Berufslebens. Fast die Hälfte der Männer (47 Prozent) geben an, sich im Umgang mit Geschäftspartnern auf die eigene Intuition zu verlassen. Bei Kolleginnen würden dies allerdings weniger tun. Hier sind es nur 18 Prozent, die Frauen im Geschäftsleben eine bessere Intuition zuschreiben.

„Die Studie weist darauf hin, dass wir von einem aufgeklärten Umgang mit Intuition noch weit entfernt sind“, meint Gigerenzer. So gut wie jeder Manager und Arzt treffe ständig Bauchentscheidungen, aber man habe Angst, dies zu offenbaren. „Intuition wird immer noch mit Willkür, einem sechsten Sinn, oder weiblicher Natur gleichgesetzt“, so der Bildungsforscher.

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