Großer Einkommensvergleich: Ein Abschluss bringt bis zu 6000 Euro mehr – im Monat
Bildung bringt es eben doch – nämlich nicht zuletzt deutlich höhere Gehälter.
Foto: imago imagesSie mussten schon so oft als Beispiel für den Niedriglohnsektor herhalten, dass die Begriffe nahezu als Synonyme genutzt werden: Friseurinnen und Friseure. Und das leider völlig zu Recht, wie neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeigen. Demnach befinden sich Friseure mit einem durchschnittlichen Brutto(!)monatsverdienst von unter 1800 Euro pro Monat ganz weit unten im Spektrum deutscher Gehälter.
Ziemlich genau 6000 Euro monatlich weiter oben thronen Piloten mit knapp 7800 Euro im Monat. Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Schichtzuschläge sind hier wohl bemerkt noch nicht eingerechnet.
Die Daten stammen aus dem April 2022 und umfassen nur Vollzeitbeschäftigte. Demnach liegt (oder lag) der durchschnittliche Verdienst aller Berufsgruppen bei 4105 Euro monatlich. Wer nun denkt, dass das ja gar nicht so wenig ist, liegt nicht falsch: Beim Durchschnitt werden alle Gehälter addiert und durch die Zahl der Menschen geteilt. Starke Ausreißer nach oben oder unten können den Schnitt also verzerren.
Ein ähnliches Bild bietet sich beim Blick auf die Bildungsabschlüsse, die von Destatis ebenfalls erfasst wurden. Auch hier zeigt sich eine weite Schere: Während Vollzeitbeschäftigte, die promoviert oder gar habilitiert haben, im Schnitt 8700 Euro pro Monat verdienen, sind es bei Menschen ohne Berufsabschluss nur 2800 Euro, also ebenfalls fast 6000 Euro weniger.
Doch auch zwischen den höheren Bildungsabschlüssen gibt es noch große Unterschiede. So verdienen Bachelor-Absolventen im Schnitt knapp 4600 Euro im Monat, Technik- oder Fachschulabsolventen gut 200 Euro mehr. Wer hingegen Diplom, Magister, Master oder Staatsexamen vorweisen kann, kommt im Schnitt schon auf 6200 Euro im Monat.
Wer es ganz genau wissen will, kann den interaktiven Gehaltsvergleich des Statistischen Bundesamtes nutzen. Hier werden neun Fragen gestellt, etwa, um welchen Beruf es geht, welchen Abschluss man hat oder wie groß das Unternehmen ist. Am Ende schätzt der Rechner, welches Gehalt angemessen sein könnte. Dabei fließen auch Faktoren wie Geschlecht oder Alter mit ein.
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