Einkommensvergleich: Gehören Sie zu den Top-Verdienern in Deutschland?
Kinder beeinflussen maßgeblich, wie wohlhabend eine Person im Vergleich dasteht.
Foto: imago imagesUm zu den einkommensreichsten zehn Prozent in Deutschland zu gehören, müssen Sie mindestens 3850 Euro netto im Monat verdienen – zumindest, wenn Sie Single und kinderlos sind. Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) errechnet.
Ein Paar ohne Kinder erreicht die zehn Prozent ab einem gemeinsamen Netto-Einkommen von 5780 Euro. Armutsgefährdet hingegen sind Singles mit einem Einkommen von rund 1270 Euro oder kinderlose Paare mit unter 1900 Euro.
Kinder beeinflussen laut der Untersuchung dabei maßgeblich, wie wohlhabend eine Person im Vergleich dasteht. Paare ohne Kinder oder mit bereits erwachsenen und ausgezogenen Kindern gehören häufiger zu den Top-Verdienern. Zu welcher Einkommenshälfte Sie gehören, können Sie mit der untenstehenden Grafik herausfinden.
Im Rahmen der Energie-Krise hat das IW außerdem erstmals im Einkommensranking die Heizungsart miteinbezogen – diese hängt nämlich nicht nur von der Region, sondern auch von der Höhe des Einkommens ab.
So finden sich Fernwärmeheizungen deutlich häufiger bei Haushalten mit geringen Einkommen in größeren Städten: Das durchschnittliche Einkommen liegt hier bei 1.797 Euro im Monat. 30 Prozent der Personen, die mit Fernwärme heizen, wohnen dabei in Städten mit mehr als 500.000 Einwohnern.
Menschen, die mit Gas heizen, verdienen rund 2200 Euro monatlich und wohnen in Städten zwischen 20.000 und 500.000 Einwohnern: Im Durchschnitt heizen hier mehr als 50 Prozent der Haushalte mit Erdgas. Diejenigen, die mit Energieträgern wie Holz, Pellets, Umwelt-, Solar- oder Abluftwärme heizen, verdienen rund 2356 Euro und wohnen verstärkt in weniger dicht besiedelten Regionen.
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Die Energiekosten unterscheiden sich dabei gravierend zwischen den Haushalten: Mit monatlichen Ausgaben in Höhe von knapp 214 Euro waren die Energiekosten für Heizöl 2020 am höchsten. Für Haushalte mit Gasheizung betrugen die Energiekosten 174 Euro im Monat, für Haushalte mit Fernwärme knapp 130 Euro.
Entsprechend unterschiedliche Auswirkungen haben damit auch die Entlastungen, die die Bundesregierung dieses Jahr aufgelegt hat: Vor allem städtische Haushalte profitieren von der Strom- und Gaspreisbremse und der Einmalzahlung im Dezember. Die nun geplanten Einmalzahlungen für Haushalte, die mit nicht leitungsgebundenen Brennstoffen wie Öl oder Holzpellets heizen, werden hingegen stärker Haushalte im ländlichen Raum erreichen.
Dem IW-Einkommensranking liegen Daten des Sozio-ökonomischen Panels SOEP zugrunde. Während sich die Angaben zu den Energieträgern auf das Jahr 2020 beziehen, erfolgt die detaillierte Einkommenserfassung für 2019.
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