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KarriereleiterDiese 5 Sätze sollten Sie so im Job niemals sagen

Oft killen Führungskräfte und Mitarbeitende im Joballtag mit unbedachten Äußerungen die Stimmung, die Motivation und damit die Erfolgsaussichten. Mit konstruktiver Rhetorik überzeugen Sie ganz souverän – ohne die eigene Position dafür räumen zu müssen. So geht’s. Eine Kolumne.Marcus Werner 26.07.2024 - 08:28 Uhr
Foto: imago images

„Leute, wenn ich euren Mist hier noch einmal erlebe, rollen Köpfe! Ist mir jetzt langsam echt egal.“
Ja, wer einfach so daher redet, wie ihm oder ihr der Schnabel gewachsen ist, gilt oft als authentisch und gut lesbar. Sich zu seinen eigenen Gunsten ein Bewusstsein anzutrainieren, wie Sie bei gleicher Aussage gleichzeitig niemanden verprellen, enttäuschen, kränken oder verärgern, ist allerdings einfach nur clever. Und wird nach kurzer Zeit eben auch authentisch. Umdenken zu mehr konstruktiver Wortwahl bei diesen fünf Sätzen.

1. „Ich finde deine Idee nicht gut.“

Mitarbeitende von Werbe- oder Marketingagenturen oder von Produktionsfirmen im Medienbusiness kennen diesen Frust: Da wird über Tage ein Konzept ausgefeilt – und der Kunde wischt die ganze Arbeit nach dem Pitch einfach so weg: Next. Ablage P wie Papierkorb.

Innerhalb des Teams, also innerhalb des eigenen Unternehmens aber sollten Sie solche mentalen Ohrfeigen vermeiden. Denn die zehren brutal an der Motivation. Gerade als Chef oder Chefin ist es Teil Ihrer Jobbeschreibung, das Team mitzureißen!

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von Marcus Werner

Werden Ideen vorgetragen, vermeiden Sie den ersten Impuls, einfach nur auszudrücken, dass sie Ihnen nicht gefallen („Finde ich irgendwie blöd“). Sofern Sie nicht nur von Trotteln umgeben sind (und das ist praktisch niemand), wird sich der kreative Kopf hinter der Idee schon irgendetwas gedacht haben.

Wenn Sie allein zu Protokoll geben, dass Sie eine Idee ablehnen, könnten Sie auf der Beziehungsebene wahrgenommen werden als jemand, der sich gern zum Richter aufschwingt. Und schon wecken Sie bei den anderen die innere Opposition: „Der hält sich wohl für etwas Besseres./…kriegt inhaltlich selber nichts auf die Reihe, aber schön das Team kritisieren…“

Dennoch sollen Sie ja nicht um der guten Stimmung willen loben, was Sie schlecht finden.
Senden Sie daher stattdessen bei Ihrer Kritik Zeichen des Respekts und der Demut mit.

„Also, ich habe jetzt selber keine bessere Idee als du, allerdings finde ich deine nicht richtig überzeugend.“

„Ich meine, du bist hier der Experte für das Thema. Aber wenn du mich fragst: Irgendwie fixt mich deine Idee noch nicht richtig an.“

Ist Ihnen das Wörtchen „noch“ aufgefallen? Wenn Sie eine Idee „noch“ nicht richtig gut finden, eröffnen Sie die Chance, die Idee gemeinsam zu verbessern. Es ist also nicht alles verloren. Begründen Sie Ihre Kritik und lassen Sie Luft für Optimierung.

2. „Das schaffe ich nicht.“

„Das schaffe ich nicht“ ist die kleine Schwester von „Das kann ich nicht“. Versetzen Sie sich als Teammitglied in die Lage dessen, der Ihnen Arbeit anträgt, und dann hört: „Das schaffe ich nicht.“

Enttäuschung ist da programmiert. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ihr Job ist es nicht, Enttäuschungen zu vermeiden, wo sie einfach mal fällig sind. Aber Ihr Job macht Ihnen mehr Spaß, wenn Sie Ihre Vorgesetzten oder Projektleiter führen.

Besser als „Das schaffe ich nicht“ ist also nicht die Lüge „Ich schaffe das“. Doch es geht aufrichtig und konstruktiv in einem: „Wenn du möchtest, dass ich diese Aufgabe für dich erledige, lass uns gemeinsam priorisieren. Was könnte ich stattdessen hintanstellen?“

Dadurch machen Sie deutlich, dass Sie sich der neuen Aufgabe gerne annehmen, überlassen aber dem Auftraggeber die Entscheidung, was dafür warten kann. Dadurch werden Sie nicht zum „Verhinderer“, sondern überlassen dem Anderen, irgendwo Geschwindigkeit herauszunehmen.

3. „Ich komme mit dir nicht klar.“

Alternativ: „Wir wissen beide: Wir werden niemals gute Freunde werden“ oder „Ich finde dich unsympathisch. Das ist halt manchmal so im Leben.“

Sie mögen so fühlen. Und es mag sich wie ein Befreiungsschlag anfühlen, es endlich einmal gesagt zu haben. Andererseits: Was gewinnen Sie dadurch für den persönlichen Umgang im Arbeitsalltag? Antwort: nichts. Weil Sie dadurch die Tür endgültig zugeschlagen haben.

In vielen Fällen aber ist der Grund für die innere Abneigung und den Groll nicht, dass Sie es mit einer durch und durch verkommenen Persönlichkeit zu tun haben. Oft liegt es an der einen nervigen Eigenschaft oder Marotte, mit der Sie allerdings von Montag bis Freitag konfrontiert werden, was Sie schier zur Weißglut treibt.
Wollen Sie es konstruktiv angehen, qualifizieren Sie den anderen nicht allumfassend ab. Sondern formulieren Sie stattdessen für sich, welches Verhalten genau Ihnen den Kollegen in seiner Gesamtheit verleidet:

„Dass er sich immer in meinen Verantwortungsbereich reinwanzt.“
„Wie die sich immer auf Kosten der anderen in den Konferenzen profiliert.“
„Dass der seine Inkompetenz mit Großmäuligkeit zu kaschieren versucht.“
„Wie sie sich so peinlich an den Chef ranmacht.“

Und dann nehmen Sie sich ein Herz und sprechen Sie genau diese einzelnen Zumutungen dem „Übeltäter“ gegenüber an. Wenn Sie ihm nicht seine eigene Persönlichkeit in Gesamtheit um die Ohren hauen, sondern nur die eine oder andere Verhaltensweise auftischen, geben Sie ihm Luft, dieses Verhalten zu verändern. Weil er sich nicht als Mensch neu erfinden muss.

Wie Chefs das Vertrauen ihrer Mitarbeiter gewinnen
Persönliche Informationen sollten Chefs vertraulich behandeln. Die Information, dass der Kollege nicht die Grippe, sondern Burn-Out hat, sollte kein Chef durch die Kantine posaunen.
Wer erzählt, was er an anderen schätzt und toll findet, wird selbst als besser wahrgenommen und schafft es, dass die Zuhörer ihm vertrauen.
Täuschen, dramatisieren und beschwichtigen sind Gift für ein Vertrauensverhältnis. Lügen und das Weglassen von Informationen werden von Mitarbeitern gleichermaßen als schlimm empfunden. Die Wahrheit kann manchmal verletzend sein, trotzdem ist es wichtig, sie auszusprechen. Damit diese Ehrlichkeit niemanden verletzt, sollte man sie stets mit wertschätzenden Äußerungen verbinden.
Hat der Praktikant eine gute Idee, sollte diese ernst genommen werden. Chefs sollten vermeiden, auf andere herabzusehen.
Bitte, danke, guten Morgen, wie geht es dir? Diese Alltagsphrasen können im beruflichen Miteinander den Unterschied machen. Wer sich für sein Gegenüber interessiert, und sei es nur in einem kurzen Gespräch, baut ein positives Verhältnis auf.
Je mehr die Mitarbeiter wissen, desto sicherer fühlen sie sich. Selbst wenn die Führungskraft denkt, etwas sei nicht wichtig, sollte sie lieber mehr als zu wenig teilen.Ihre Entscheidungen muss eine Führungskraft begründen. Wieso hat der eine Mitarbeiter Urlaub bekommen und der andere nicht? Hat der scheinbar Bevorzugte zum Beispiel zwei Kinder und die Betreuungsmöglichkeit fehlt, hat der Zweite eher Verständnis.
Chefs und Mitarbeiter sollten klar machen, was sie voneinander erwarten und was auf keinen Fall passieren sollte. Diese Offenheit beugt Missverständnissen vor.
Bieten Sie auch ungefragt Hilfe an. Viele Mitarbeiter trauen sich nicht, Hilfe einzufordern. Außerdem sollten Chefs ihren Mitarbeitern den Rücken stärken und sich für sie und ihre Belange einsetzen.
Was man von den Mitarbeitern erwartet, sollte man auch selbst befolgen.

Im besten Fall erreichen Sie damit, dass der Grund für Ihren Ärger in der Folge einfach verpufft. Und Sie werden am Ende womöglich doch noch gute Freunde. Sie wären nicht die ersten…

4. „Unser Laden nervt mich aber so richtig.“

Diesen Spruch höre ich in so vielen Firmen so oder so ähnlich immer wieder. Und der wirkt gleich doppelt toxisch. Zum einen ins Team. Motivationsmangel ist ansteckend. Ich habe schon erlebt, dass ein Konferenzleiter die Runde eröffnet hat mit den Worten: „Ich! Hab! Kein! BOCK!“

Wäre ich Chef gewesen, ich hätte den Kollegen sofort vorerst von seiner Führungsverantwortung entbunden. Denn so wird das Team zersetzt.

Zum anderen ist eine solche innere Haltung selbstverstärkend. Wer sich selber sagt, dass alles schlecht ist, wird sich erst recht schlecht fühlen.

Erinnern Sie sich an das Prinzip „Love it, change it or leave it.“

Heißt in aller Kürze: Entweder mögen Sie Ihren Job, dann ist alles wunderbar und rosa mit Zucker obendrauf. Oder Sie sind unglücklich. Dann tun Sie alles, um die schmerzhaften Elemente des Joballtags zu Ihren Gunsten zu verändern, etwa indem Sie mit Ihren Vorgesetzten einen Entwicklungsplan absprechen oder das Gespräch mit Kollegen suchen.

Und wenn Sie erkennen, dass all das zu nichts Gutem führen wird, dann kündigen Sie und suchen Sie sich einen neuen Job.

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Wenn Sie davor in letzter Konsequenz aber zurückschrecken, weil unter Abwägung aller Umstände es doch am besten für Sie ist, zu bleiben, dann ist der aktuelle Job logischerweise die beste aller Alternativen. Dann können Sie ganz zufrieden sein. Und aufhören, den rhetorischen Vorschlaghammer an Ihre Motivation anzulegen. Das tut dann auch dem Team gut.

5. „Das haben wir aber immer so gemacht.“

Sagen Sie das nie! Denn das ist kein Argument. Ein Argument wäre, zu sagen: Aus folgendem Grund haben wir das bislang anders gemacht und sollten auch dabei bleiben.

Aber beim Alten zu bleiben, um beim Alten zu bleiben, ist ein Problem der inneren Haltung zu Innovation. Ich würde sogar sagen: Immer alles regelmäßig hinterfragen:

„Warum machen wir das eigentlich seit Jahren so?“

Es ist unglaublich erfrischend, zu sehen, dass ein erheblicher Teil von Routinen und Prozessen schlicht deshalb existiert, weil sich niemand berufen fühlt zu überprüfen und anzusprechen, dass hier irgendwas irgendwie keinen Sinn mehr ergibt.

Verbieten Sie sich Job-Traditionen um der Tradition willen. Bestes Beispiel sind Konferenzen, die seit Jahren brav wöchentlich oder gar täglich abgehalten werden, weil sich niemand der Beteiligten traut zu sagen: Wenn wir hier den Zeitpunkt, den Umfang und die Teilnehmerzahl anpassen, sparen wir wöchentlich mehrere Personenstunden.

Sie merken: Bei allen genannten Beispielen geht es am Anfang darum, eine konstruktive Haltung einzunehmen, die am Ende fast intuitiv zu einer anderen Rhetorik im Team führt. Lösungsorientiert, statt endgültig vernichtend.

Das macht Spaß. Weil es Ihnen mit ein paar neu gewählten Worten ganz neue Wege eröffnet. Der Einsatz: ein wenig Nachdenk-Energie vorab. Besser kann es nicht laufen.

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