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Krawatte Der Schlips ist vom Aussterben bedroht

Die besten Zeiten sind vorbei - Krawatten machen nur noch einen winzigen Teil der deutschen Textilwarenbranche aus.

So geht der Krawattenknoten "Four-In-Hand"
Schritt 1Stellen Sie den Kragen Ihres zugeknöpften Hemdes auf und legen Sie sich die Krawatte mit der Vorderseite nach oben um den Hals. Dann legen Sie das längere über das kürzere Ende. Dabei sollte das kürzere Ende bei durchschnittlich großen Männern ungefähr auf Höhe der Taille enden. Diese Faustformel variiert jedoch, je nach Größe der Person und Dicke der Krawatte. Quelle: Felix Ehrenfried
Schritt 2Führen Sie das lange Ende unterhalb des kurzen Krawattenendes durch und fixieren Sie die dabei entstehende Umwicklung mit dem Finger. Quelle: Felix Ehrenfried
Schritt 3Nun schlagen Sie das lange Ende erneut über das kurze Ende der Krawatte, sodass das kurze Ende vom langen im Prinzip einmal „umwickelt“ wurde. Quelle: Felix Ehrenfried
Schritt 4Jetzt führen Sie das lange Ende nach oben an den Hals und führen es durch das Loch zwischen der umgelegten Krawatte und des Halses. Quelle: Felix Ehrenfried
Schritt 5Das ist der entscheidende Schritt: Sie stecken das lange Ende der Krawatte durch das Loch auf der Vorderseite des kurzen Endes, dass durch die Umwicklung in Schritt 3 entstanden ist. Quelle: Felix Ehrenfried
Schritt 6Wichtig dabei: Halten Sie die Umwicklung mit dem Finger immer weit oben am Hals fest, während Sie das lange Ende durch das Loch führen und den Knoten festziehen. Quelle: Felix Ehrenfried
Schritt 7Der Abschluss: Ziehen Sie die Krawatte fest und achten darauf, dass Sie mittig zwischen den Kragenflügeln sitzt. Das perfekte Finish erreichen Sie, wenn Sie der Krawatte kurz unter dem Knoten eine kleine Delle eindrücken, in Fachkreisen Dimple genannt. Das sorgt für leichte Lichtreflexion auf der Krawatte und lässt den Knoten eleganter wirken. Haben Sie die richtige Länge gewählt, sollte die Krawatte die Gürtelschließe gerade noch berühren. Quelle: Felix Ehrenfried

Seitdem sogar in den Chefetagen mancher Dax-Konzerne Turnschuhe und Jeans getragen werden, scheint die Krawatte ausgedient zu haben. Der klassische Schlips macht nur noch einen winzigen Teil der deutschen Textilwarenbranche aus. Die Verbraucher kaufen laut Angaben des Gesamtverbands der deutschen Textil- und Modeindustrie jährlich für 70 Milliarden Euro Kleidung. Der Umsatz für Krawatten und Fliegen belief sich 2015 dagegen nur auf etwa 15 Millionen Euro. 2011 waren es noch rund 25,5 Millionen Euro.

Wäre da nicht die Finanzbranche - und auch hier verschwindet die Krawatten-Pflicht immer häufiger - Hersteller wie die Ascot-Manufaktur in Krefeld wären überwiegend abhängig von Hochzeiten und Abschlussbällen. "Die Masse trägt immer weniger Krawatten", räumt Barbara Pauen ein. Die Urenkelin der Firmengründer leitet mit ihrem Bruder das Traditionsunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Sie sagt aber auch: "Es wird immer Personen geben, die Wert auf ein hochwertiges Produkt legen und es sich auch leisten."

Die Binder von Ascot werden nach wie vor ganz oder teils in Handarbeit hergestellt - oft aus edlen Stoffen wie italienischer Seide. Zuschnitt, das Einarbeiten des Futters, Falten, Bügeln, Ziernähte und Etiketten anbringen - bis zu 20 Arbeitsschritte sind nötig.

Was bei Krawatten alles schief gehen kann

So sei die Qualität auf dem für Ascot maßgeblichen hochpreisigen Segmentmarkt gesichert, sagt Pauen. Ab 40 Euro sind bei Ascot-Binder zu haben. Zu den Abnehmern gehören entsprechend auch Luxus-Labels. "Alle Strickkrawatten von Hermès stammen von uns", berichtet Pauen.

Obwohl Krawatten einen winzigen Anteil an der gesamten Textilbranche Deutschlands ausmachen, ganz will sich die Bekleidungsindustrie nicht von ihnen verabschieden. So kürt das Deutsche Modeinstitut in Köln jährlich den „Krawattenmann des Jahres“. Und auch der Sprecher des Gesamtverbands der deutschen Textilbranche, Hartmut Spiesecke, ist sicher, dass der Binder als Stilelement besteht: "Die Krawatte ist eine der wenigen Schmuck-Möglichkeiten für den Mann - ein Nasenring steht ja nun nicht jedem."

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