1. Startseite
  2. Management
  3. Beruf
  4. Rente: Jeder Zweite würde im Rentenalter weiterarbeiten

UmfrageJeder Zweite würde im Rentenalter weiterarbeiten

Manche sehnen sich nach ihrem wohlverdienten Ruhestand, andere wollen auch im offiziellen Rentenalter noch weiter arbeiten. Mehr Geld ist dabei nicht der einzige Grund. 13.08.2024 - 07:16 Uhr Quelle: dpa

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten der Generation 50+ können sich vorstellen, über das offizielle Rentenalter hinaus zu arbeiten.

Foto: dpa

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten der Generation 50+ kann sich vorstellen, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten. Das gaben 53 Prozent der Befragten bei einer Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing an. Als Motivation nannten sie unter anderem Geld, aber auch der Kontakt mit Menschen oder die „Selbsterfüllung“.

Gut 62 Prozent der Befragten gaben an, dass sie theoretisch in der Lage wären, in diesem Alter noch zu arbeiten. Dabei könnten sich 34 Prozent eine wöchentliche Arbeitszeit von 11 bis 20 Stunden vorstellen, 25 Prozent eher 6 bis 10 Wochenstunden. Etwa 17 Prozent würde eine Arbeitszeit von 21 bis 30 Stunden favorisieren. Eine Vollzeitstelle könnten sich nur rund 12 Prozent vorstellen.

Da deutlich mehr Menschen in Rente gingen, als neu dazukämen, werde der deutsche Arbeitsmarkt bis 2035 um mindestens 1.000 Beschäftigte pro Werktag schrumpfen, hieß es in der Mitteilung. Das stelle viele Unternehmen und Branchen und auch die Volkswirtschaft vor Probleme.

Schneller schlau: Rentenpaket II
Es wird garantiert, dass das Rentenniveau bis 2039 nicht unter 48 Prozent eines Durchschnittslohns sinkt, der zum Zeitpunkt des Rentenbezugs in Deutschland gezahlt wird. Das Rentenniveau ist nur eine Rechengröße und sagt nichts über die Höhe einer individuellen Rente. Kerngröße ist die sogenannte Standardrente nach 45 Beitragsjahren, in denen ein Beschäftigter jedes Jahr genau den Durchschnittslohn verdient hat. Das wäre seit dem 1. Juli 2023 eine Rente von 1692 Euro monatlich.
Laut Gesetzentwurf könnte das Rentenniveau ab 2027 ohne Gegenmaßnahmen sinken, auf zunächst 47,8 Prozent und dann 46,9 Prozent 2030. 2035 könnte es bei 45,3 Prozent liegen und 2045 bei nur noch 44,9 Prozent. Das Rentenniveau sinkt, weil auf einen Rentner weniger Beschäftigte kommen, aus deren Beiträgen die Renten gezahlt werden.
Gesetzlich wird nun garantiert, dass die Rentenerhöhungen immer mindestens so hoch ausfallen, dass 48 Prozent eines Durchschnittslohns erreicht werden. Das kostet zusätzliches Geld. Finanziert wird dies aus der Rentenkasse, die sich zum größten Teil aus Beiträgen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern speist. Aus dem Bundeshaushalt fließen zudem jährlich über 100 Milliarden Euro in die Rentenversicherung.
Die Niveaugarantie kostet Geld. Laut Gesetzentwurf steigt der Beitragssatz, den Beschäftigte und Arbeitgeber zahlen, in den 2030er-Jahren voraussichtlich weitaus stärker als bisher angenommen - und zwar von derzeit 18,6 Prozent auf 22,3 Prozent eines Bruttolohns im Jahr 2035. Der Beitrag läge damit um 1,1 Prozentpunkte höher als nach geltendem Recht zu erwarten. Ein Prozentpunkt entspricht derzeit Beitragsseinnahmen von über 15 Milliarden Euro in einem Jahr.
Der Beitragsanstieg soll durch ein neues Instrument gedämpft werden. Aus Schulden des Bundes soll bis 2036 ein Kapitalstock von 200 Milliarden Euro angehäuft werden. Dieser soll durch Anlage etwa in Aktien und Fonds ab Mitte der 2030er-Jahre jährliche Ausschüttungen an die Rentenversicherung von zehn Milliarden Euro ermöglichen. Das wären 2045 1,25 Prozent der laut Gesetzentwurf dann erwarteten Rentenausgaben von insgesamt 802 Milliarden Euro. Die Regierung will dazu eine "Stiftung Generationenkapital" einrichten, die von einem Vorstand und einem Kuratorium geführt wird. Zunächst soll der Atomendlager-Fonds Kenfo die Milliarden verwalten.
Ab 2024 zahlt der Bund jährlich einen zweistelligen Milliardenbetrag als Darlehen in ein Stiftungsvermögen, das Generationenkapital genannt wird. In diesem Jahr sind es zwölf Milliarden Euro. Der Betrag wird in den Folgejahren jährlich um drei Prozent erhöht. Im Jahr 2025 wären es laut Gesetzentwurf 12,4 Milliarden Euro, im Jahr 2045 schon 22,3 Milliarden Euro. Hinzu kommen 15 Milliarden Euro, die der Bund bis 2028 aus eigenen Mitteln - etwa durch Übertragung von Vermögenswerten wie Unternehmensbeteiligungen - beisteuern will: "Bis zum Jahr 2036 soll das Generationenkapital ein Volumen von 200 Milliarden Euro erreicht haben.
Derzeit gibt es über 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner. Die Niveaugarantie beschert Rentenbeziehenden etwas höhere Einkünfte. Eine Rente im Jahr 2040 von 1500 Euro - berechnet auf der Basis des Jahres 2023 ohne weitere Rentenanpassungen - falle um knapp 100 Euro oder sechs Prozent höher aus, erklärt das Arbeitsministerium.

„In Zeiten von Fachkräftemangel können wir es uns nicht leisten, dieses Potenzial nicht zu nutzen“, sagt Xing-Arbeitsmarktexperte Julian Stahl. Gerade in Branchen, in denen es Engpässe gebe, sei die Erfahrung der älteren Beschäftigten unverzichtbar, sagte Stahl weiter.

Die Motivation, warum die Befragten über das offizielle Rentenalter hinaus arbeiten wollen würden, begründeten 63 Prozent mit dem finanziellen Aspekt. Aber auch den Kontakt mit Menschen würden 56 Prozent beibehalten wollen. Rund 33 Prozent nannten die Selbsterfüllung als Grund. Etwa 24 Prozent würden sogar bei einem neuen Arbeitgeber etwas ganz anderes machen, freiberuflich oder ehrenamtlich arbeiten.

Für die Umfrage wurden den Angaben zufolge in einer repräsentativen Online-Befragung Anfang März 1000 Menschen in Deutschland im Alter ab 50 von dem Marktforschungsinstitut Appinio befragt.

Lesen Sie auch: „Die Leute brauchen keine Kinder mehr, um im Alter versorgt zu sein“

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
Stellenmarkt
Die besten Jobs auf Handelsblatt.com
Anzeige
Homeday
Homeday ermittelt Ihren Immobilienwert
Anzeige
IT BOLTWISE
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Remind.me
Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s
Anzeige
Presseportal
Lesen Sie die News führender Unternehmen!
Anzeige
Bellevue Ferienhaus
Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen
Anzeige
Übersicht
Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche
Anzeige
Finanzvergleich
Die besten Produkte im Überblick
Anzeige
Gutscheine
Mit unseren Gutscheincodes bares Geld sparen
Anzeige
Weiterbildung
Jetzt informieren! Alles rund um das Thema Bildung auf einen Blick