Berufsleben Schüler wissen nicht, worauf sie sich einlassen

Junge Menschen, die eine Lehre machen, sind sehr zufrieden mit ihrer Ausbildung. Allerdings hatten sie vorher keine Ahnung, was in ihrem Beruf auf sie zukommt. Schuld daran haben die Schulen - und die Unternehmen.

Was junge Deutsche von Arbeitgebern erwarten
Talent Economy Quelle: dpa
Selbstbewusste Millennials Quelle: dpa
Geld, Abwechslung und Sicherheit Quelle: Fotolia
Weiterbildungsangebote Quelle: Fotolia
Ein Problem, das gerade mittelständische Unternehmen haben, ist dass die jungen Fachkräfte lieber nach Berlin oder Frankfurt wollen, als auf die schwäbische Alb. Quelle: Fotolia
Urlaubsgeld ist 78,8 Prozent der jungen Fachkräfte bei einem Unternehmen "wichtig" oder "sehr wichtig". Quelle: dpa
Betriebliche Altersvorsorge: 74,4 Prozent finden außerdem eine betriebliche Gesundheitsvorsorge attraktiv. Quelle: Fotolia

Kein Bock auf Ausbildung? 2015 sind mehr als 40.000 Lehrstellen in Deutschland unbesetzt geblieben. Das zeigte jüngst der Berufsbildungsbericht. Wer kann, studiert. Die Berufsausbildung wird zur Resterampe.

Wie aber sehen das die 522.000 jungen Menschen, die im vergangenen Jahr eine Lehre begonnen haben? Sehen sie sich als Verlierer oder sind sie glücklich mit ihrer Wahl? Diesen und ähnlichen Fragen geht der Azubi-Report 2016 der Plattform Ausbildung.de nach. Mehr als 2000 Auszubildende wurden nach ihren Erwartungen, ihrem Verdienst und ihrer Zufriedenheit befragt.

Friede, Freude, Eierkuchen bei den Lehrlingen?

So viel vorweg: Die Lehrlinge haben nicht das Gefühl, nur zweite Wahl zu sein. Laut dem Report sind Azubis so zufrieden wie lange nicht mehr. Mehr als 90 Prozent der Auszubildenden sind mit der Wahl ihrer Ausbildung vollauf zufrieden. Zwei von drei Azubis sehen in ihrem Ausbildungsberuf sogar den Traumjob.

Besonders die Lehrlinge in der Finanzbranche sind sehr zufrieden. Hier geben 86 Prozent der Befragten an, mit ihrem Ausbildungsberuf auch ihren Traumberuf gefunden zu haben. Der durchschnittliche Lehrling erlernt allerdings einen Handwerksberuf und wird nicht Steuerberater.

Der Durchschnittsazubi...

Außerdem bekamen junge Menschen, die neu eine Ausbildung begonnen haben, mehr Geld als die Jahrgänge vor ihnen. Mit durchschnittlich 665 Euro brutto im Monat lässt sich zwar noch keine eigene Wohnung finanzieren, aber trotzdem sind das zwölf Prozent mehr, als Azubis 2014 im Schnitt verdienten.

So viel verdienen Auszubildende in den einzelnen Branchen pro Monat

Also alles rosig bei den immer seltener werdenden Azubis? Leider nicht. Mehr als 80 Prozent der Auszubildenden beklagen sich über fehlende klare Strukturen im Arbeitsalltag, 43,5 Prozent leiden unter dem wachsenden Druck während der Ausbildung. Besonders beklagen Auszubildende - und Berufsschullehrer - die fehlende Vorbereitung auf die Zeit nach der Schule. So mancher hat sich die Ausbildung nämlich ganz anders vorgestellt.


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