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Harvard, MIT, Max-Planck An diesen Unis lehren die Nobelpreisträger

Wie der diesjährige Gewinner Paul R. Milgrom kommen die meisten Wirtschaftsnobelpreisträger von US-Unis. Aber auch ein deutsches Institut findet sich unter den Top fünf – im Gegensatz zu britischen Elite-Hochschulen.

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Bisher hat erst ein Deutscher den Wirtschaftsnobelpreis gewonnen. 1994 wurde Reinhard Selten mit zwei amerikanischen Forschungskollegen für seinen Beitrag zur Spieltheorie geehrt. Er lehrte an der Freien Universität Berlin und der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Doch auch wenn es die Freie Universität Berlin in einigen Rankings zu den besten Hochschulen auf die oberen Ränge schafft – zu den Universitäten mit den meisten Nobelpreisträgern gehört sie nicht. Das zeigt die Grafik (siehe unten) des Datenanbieters Statista (Stand Oktober 2020). Unter den Top 10 sind fast ausschließlich amerikanische Einrichtungen gelistet, mit Ausnahme des Max-Planck-Instituts und der University of Cambridge.

Max-Planck-Institut gleichauf mit Stanford

Weltweit auf Platz eins liegt in den Bereichen Physiologie oder Medizin, Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften die University of California, deren Forscher 42 Nobelpreise erhalten haben. Darauf folgt die Harvard University. Die Stanford University und die Max-Planck-Gesellschaft, als einzige deutsche Forschungseinrichtung, sind mit 24 Nobelpreisträgern gleichauf. Cambridge belegt mit 19 Preisträgern nur Platz acht.

Statistik: Universitäten und Institute mit den meisten Nobelpreisträgern* (Stand: Oktober 2019) | Statista


Phil Baty, Herausgeber von „Times Higher Education“, kann erklären, warum die USA die meisten Nobelpreisträger hervorbringen: Welche Unis es in die oberen Ränge schaffen, hänge vor allem von der Freiheit der Wissenschaft und der Finanzierung ab. „Diese Liste ist ein Schnappschuss jener Einrichtungen, die auf verschiedene Art und Weise spitze sind. Die einen, indem sie die besten Leute anziehen und wachsen lassen. Die anderen, weil sie willens sind, ihren Wissenschaftlern die Freiheit und die Unterstützung zukommen zu lassen, damit diese ihr Potenzial ausschöpfen können“, sagte er 2015 in einem Interview mit der „Welt“. Hinzu kommt das millionenschwere Stiftungsvermögen der Eliteuniversitäten. Das Geld stammt nicht in erster Linie von staatlichen Zuwendungen, sondern von Spenden durch Firmen und vermögende Privatpersonen.

Britische Unis schneiden schlecht ab

Überraschend ist jedoch, dass britische Unis in der Liste fehlen. Nur Cambridge schafft es auf Rang acht. Oxford ist unter den Top 10 gar nicht gelistet. Das liegt auch an mangelnden Investitionen in Forschung und Entwicklung. Gerade für den Fall, dass die EU ihre Förderung nach dem Brexit einstellt, sollte die britischen Regierung die Forschungsausgaben erhöhen, raten Experten.

Deutschland dagegen hat im Zuge der Exzellenzinitiative viel Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt. Die Ausgaben des Bundes stiegen zwischen 2005 und 2018 von neun auf 17 Milliarden Euro im Jahr 2018. Im vergangenen Jahr hat die Bundesregierung die Verlängerung des Pakts bis 2030 beschlossen. Gerade die Max-Planck-Gesellschaft profitiert davon. Denn als außeruniversitäre Forschungseinrichtung wird sie durch einen jährlichen Budgetzuwachs von drei Prozent gefördert.

Eliteunis sind wie ein „Perpetuum mobile“

Ein Stück des Glanzes der Nobelpreisträger fällt auf die Universitäten ab, in denen die Wissenschaftler arbeiten. Von dem guten Ruf profitieren vor allem Studenten. Denn wer im Lebenslauf einen Abschluss an einer renommierten Uni vorweisen kann, hat in der Regel bessere Chancen bei der Berufswahl.

Die Frage, wie wichtig die Hochschule für Arbeitgeber ist, hat die Employer-Branding-Beratung Universum 590 Personalern gestellt. Ein guter Ruf locke besonders begabte Studenten und Professoren an, die den Erfolg der Universitäten noch weiter verstärkten, erklärt Alex Keulertz, der das Ranking betreut, der WirtschaftsWoche. „Das ist wie ein Perpetuum mobile.“

Mehr zum Thema: Der US-Ökonom Michael Burda über den Nobelpreis und die Leistungsfähigkeit der deutschen VWL.

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