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Tipps von der Professorin Worauf es bei einer Abschlussarbeit ankommt

Jahrelang büffeln Studenten in der Uni, um ihr Studium mit der Abschlussarbeit zu krönen. Quelle: dpa

Eine gute Abschlussarbeit sollte neue und nützliche Erkenntnisse liefern, findet Isabell Welpe. Die Professorin der TU München sitzt in der Jury für den „Supermaster“-Wettbewerb. Im Interview erklärt sie, warum Klarheit wichtig ist – Praxisnähe aber nicht unbedingt.

WirtschaftsWoche: Frau Welpe, Sie selbst haben in München und Regensburg, am MIT und an der London School of Economics (LSE) studiert. Dabei wurde auch die eine oder andere Abschlussarbeit fällig. Wie ist Ihnen die Arbeit daran in Erinnerung geblieben?
Welpe: Ich hatte das Glück, immer selbst gewählte Themen bearbeiten zu können, insofern war es mehr Spaß und Freude als reine Pflicht. Die Themen habe ich immer aus Interesse gewählt, aber wie bei jedem Menschen gilt natürlich auch für mich: „Research is Mesearch“. Die eigene Forschung hat immer auch mit Themen zu tun, die einen Menschen beschäftigen. Das merke ich auch heute noch bei meinen Studenten.

Haben Sie die Arbeit an der Abschlussarbeit im Ausland anders wahrgenommen als in Deutschland?
Das Umfeld und die Arbeitsbedingungen sind natürlich schon anders an einer kleinen, gut ausgestatteten Institution wie der LSE, gerade im Vergleich zu einer deutschen Massenuniversität. Ansonsten gilt in Deutschland wie auch in den USA oder in Großbritannien, dass das Erlebnis stark davon abhängt, welche Betreuenden man sich aussucht.

Zur Person

Wie können Studierende Sie von einem Thema überzeugen?
Am attraktivsten ist immer Originalität. Grundsätzlich sollte man seinen Vorschlag gut vorbereiten. Wenn mir eine Studierende schon erklären kann, auf welchen Theorien ihre Idee fußt, welche Methoden sie nutzen will, um sie zu untersuchen und vielleicht auch mit welchem Datensatz sie arbeiten oder mit welchem Unternehmen sie kooperieren wollen, dann hilft das natürlich. Ich kann mir dann eher vorstellen, dass sie mit der Aufgabenstellung zurechtkommt. Unabhängig vom Thema trägt dazu aber auch bei, wenn Studierende mir schon vorher aufgefallen sind oder ich sie kenne, weil sie in meinen Vorlesungen und Seminaren besonders gut waren. Am Ende wollen wir zwischen Studierenden und Betreuern eine für beide Seiten gute Kooperation schaffen.

Was meinen Sie damit?
Wir forschen ja im Idealfall auch mit den Studierenden zusammen. Aktuelle Forschungsprojekte in die Lehre einzubringen, trägt unseres Erachtens zur Qualität der Lehre bei. Ideal ist es, wenn die wissenschaftlichen Betreuer auch ein großes Interesse an den Ergebnissen haben, weil sie die eigene Forschung bereichern.

Was muss eine gute Abschlussarbeit leisten?
Am wichtigsten ist – bei allem, was man sonst an Kriterien ansetzen könnte – immer die Originalität der Arbeit und, dass etwas Neues und Nützliches gedacht wird. Schlecht ist es immer, wenn mit vielen Worten wenig oder manchmal auch gar nichts im eigentlichen Sinne gesagt wird. Popper hat das ja schon bestens ausgedrückt: „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.“ Aus unserer Sicht ist es gut, im eigenen Text klar zu beschreiben, was die Forschungslücken, die konkreten Forschungsfragen und die konkreten Ergebnisse der Arbeit sind.

Spielt die praktische Relevanz für Sie eine große Rolle?
Nein, es geht mir nicht darum, dass die Studierenden für Firma X ein Problem Y lösen. Dafür haben wir an der TU München etwas, das sich Projektstudium nennt – da lernt man dann unternehmerisches und beraterisches Vorgehen. Bei einer Abschlussarbeit ist für mich eher wichtig, dass die Studierenden im Sinne der Grundlagenforschung etwas Neues entdecken.

Fehlt da nicht der Gedanke an die Anwendung?
Wir haben in Deutschland hervorragende Abschlussarbeiten, nicht nur in den Wirtschaftswissenschaften, sondern auch in den MINT-Fächern, in denen hervorragende Grundlagenforschung im besten Sinne betrieben wird: kreativ und auf dem neuesten Stand der Erkenntnis. Daraus könnten gute Ideen für neue Unternehmen, Politik und Gesellschaft oder innovative Produkte entstehen. Im Ausland stößt das auf sehr großes Interesse. Hierzulande machen wir aber nicht immer viel daraus, da fehlt es an Transfer. Ich wünschte, die Presse, Firmen und auch die Politik würden da eher hinschauen. Das ist ein Schatz, der noch gar nicht gehoben ist.

25.000 Euro für die beste Masterarbeit

Knapp 138.000 Studenten haben im vergangenen Jahr den Master an einer deutschen Hochschule gemacht – doch die meisten Masterarbeiten verschwinden nach dem Abschluss auf ewig in der Versenkung. Schade eigentlich. Denn tatsächlich schlummern in vielen Arbeiten wertvolle Ideen – und diese Ideen haben eine Bühne verdient. Deshalb startet die Wirtschaftswoche gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte den Wettbewerb „Supermaster“. Dort können sich ab sofort alle Absolventen bewerben, deren Abschlussarbeit ein wirtschaftsrelevantes Thema behandelte. Alle Informationen auf wiwo.de/supermaster

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