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Report von McKinsey Zehn Management-Trends für die nächsten 50 Jahre

Wie funktioniert Management in 50 Jahren? Dieser Frage geht die Unternehmensberatung McKinsey in dem Report "Management: The next 50 years" nach. Die zehn wichtigsten Trends.

Management: Zehn wichtige Trends Quelle: Fotolia

1. Maschinen machen Managern Konkurrenz

Vor drei Jahren wurden Computer besser als der Mensch. 2011 führten Wissenschaftler ein Experiment durch, bei dem Teilnehmer und Computer Algorithmen entwickeln sollten. Die Maschinen gewannen den Wettstreit, wie Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson, Autoren des Buches „Race Against the Machine“, in dem McKinsey-Bericht erklären.

Ob diese Jahreszahl stimmt oder nicht: Immer schneller und besser denkende Maschinen werden das Berufsbild des Top-Managers nachhaltig verändern. Bislang hatten Manager die Aufgabe, Angestellte anzuleiten, Daten zu analysieren und strategische Entscheidungen zu treffen. Viele solcher Jobs für – vom Ingenieur, Anwalt bis zum Manager – könnten künftig von Maschinen übernommen werden. Davon sind die Autoren überzeugt. McAfee und Brynjolfsson bezeichnen dies als das „zweite Zeitalter der Maschinen“.

Wer nun ein Horrorszenario wie in der Filmreihe „Terminator“ fürchtet, sei beruhigt. Die „menschliche Note“ werde auch in Zukunft den Unterschied machen, heißt es später im Bericht.

Zehn Tipps von Management-Guru Peter Drucker
1. Prioritäten setzenWas muss getan werden? Diese Frage sollte bei Ihnen an erster Stelle stehen. Die Antwort auf die Frage „Was will ich tun?“ ist somit zweitrangig. Das wusste schon Harry Truman, 1945 Präsident der USA, am Ende des zweiten Weltkrieges. Was er tun wollte, war klar: Die wirtschaftlichen und sozialen Reformen seines Vorgängers Franklin D. Roosevelt zu Ende bringen. Als er sich jedoch die essenzielle Frage stellte, was er tun musste, erkannte Truman, dass die Außenpolitik seines Landes an erster Stelle stehen sollte. So wurde er zum effektivsten Präsidenten in der Geschichte der USA. Druckers Tipp: Verzetteln Sie sich nicht und konzentrieren Sie sich auf eine einzige Aufgabe. Wenn Sie effektiv führen wollen, setzen Sie sich Prioritäten und halten Sie auch daran fest. Quelle: dpa
2. Entscheidungen hinterfragenAls Führungskraft sind Sie ständig damit beschäftigt, Entscheidungen für Ihr Unternehmen zu treffen. Aber hinterfragen Sie diese Entscheidungen auch? Wichtig ist nicht, ob sie für Eigentümer, Aktienkurs, Mitarbeiter oder Manager richtig ist, sondern für das ganze Unternehmen. Ein Beispiel für diese Tugend ist der Chemiekonzern DuPont. Anfangs noch als Familienunternehmen geführt, gehörten alle Spitzenmanager zur Familie. Eine Beförderung kam für sie jedoch trotzdem nur dann infrage, wenn ein aus Nicht-Familienmitgliedern bestehendes Managementgremium zu dem Schluss kam, dass der Kandidat hinsichtlich seiner Fähigkeiten allen gleichrangigen Mitarbeitern überlegen war. Druckers Tipp: Entscheidungen, die gut für das Unternehmen sind, sind auch gut für die einzelnen Interessengruppen. Stellen Sie daher stets das Wohlergehen und die Ziele des ganzen Unternehmens an erste Stelle. Quelle: dpa
3. Aktionsplan erstellenErfolg will geplant sein - aber richtig. Hilfreich ist ein Aktionsplan, in dem Sie die gewünschten Ergebnisse definieren (Umsatz, Aktienkurse, abzuschließende Projekte). Dann überlegen Sie, wie Sie sie erreichen können. Das macht Ihr Management effektiver. Aber Vorsicht: Ein Aktionsplan ist eher eine Art Absichtserklärung als eine verbindliche Zusage. Er darf nicht zur Zwangsjacke werden und sollte regelmäßig überprüft werden. Napoleon soll einmal gesagt haben, dass keine erfolgreiche Schlacht jemals ihrem Plan gefolgt wäre. Trotzdem hat er jede seiner Schlachten gründlicher geplant als alle Generäle vor ihm. Druckers Tipp: Erstellen Sie einen Aktionsplan für Ihr Unternehmen und planen Sie Ihr Management. Trotzdem sollten Sie aufmerksam bleiben und den Plan eventuell auf geänderte Gegebenheiten zuschneiden.
4. Effektiv kommunizierenIst erstmal ein Aktionsplan erstellt, sollten ihn auch alle Mitarbeiter verstehen. Konkret bedeutet das, dass Sie Ihre Pläne mit allen Kollegen teilen und diese um Ihre Meinung bitten sollten. Dank Chester Barnards Klassiker "The functions of the executive" ist bekannt, dass Organisationen in Wahrheit durch Informationen zusammengehalten werden, nicht durch gutes Management oder Besitzverhältnisse. Druckers Tipp: Sparen Sie nicht an Informationen, sondern kommunizieren Sie Ihre Pläne. Dabei sollten Sie auch untergebene Mitarbeiter nicht ausschließen. Quelle: dpa
5. Chancenorientiert denkenEs klingt wie eine Floskel, ist aber ein effektives Element guten Managements. Erfolgreiche Führungskräfte konzentrieren sich auf Chancen, nicht auf Probleme. Japan geht dabei als gutes Beispiel voran: Dort wird sichergestellt, dass vorhandene Chancen nicht von Problemen erdrückt werden. Dabei spielt auch die Stellenbesetzung eine wichtige Rolle. Japanische Führungskräfte lassen ihre besten Mitarbeiter an Chancen arbeiten, nicht an Problemen. Druckers Tipp: Probleme und Risiken gibt es überall – aber auch Chancen. Stellen Sie diese in Ihrem Unternehmen in den Mittelpunkt. Auch Probleme lassen sich in Chancen umwandeln, indem Sie sich fragen: Wie können wir diese Veränderung oder jenes Problem als Chance für unser Unternehmen nutzen? Quelle: dpa
Multitasking während eines Meetings Quelle: fotolia
7. Zeit managen"Effektive Führungskräfte fangen nicht mit ihren Aufgaben an, sondern mit ihrer Zeit." Diese Aussage von Drucker sagt eigentlich schon alles über das richtige Zeitmanagement aus. Unproduktive Zeitfresser sollten reduziert werden, auch wenn sie sich überall verstecken. Druckers Tipp: Damit Ihr Arbeitstag nicht den Zeitdieben zum Opfer fällt, sollten Sie Ihre Zeit in drei Blöcke einteilen: Zeiterfassung, Zeitmanagement und Zeitkonsolidierung. Letztendlich geht es dann darum, zu erkennen, wie viel Zeit für unnütze, aber unumgängliche Aktionen verschwendet werden muss - und wie viel für die großen, produktiven Aufgaben übrig bleibt. Wichtig ist dabei, dass Sie Ihre Zeit immer in große Blöcke einteilen. Ein paar Minuten hier und da bringen nichts - und sind letztlich nur uneffektiv.   Quelle: dpa

2. Jedes Unternehmen ist ein Technologie-Unternehmen

Wer künftig Strategien für sein Unternehmen erarbeitet, wird dem Thema Technologie mehr Raum geben müssen. Für Richard Dobbs, Senior-Partner bei McKinsey, ist Technologie die Voraussetzung jeder künftigen Unternehmensstrategie. McKinsey rät Firmen, sich einen „Chief Digital Officer“ zu leisten, der die technologische Entwicklung voranbringt. Für Manager sei insbesondere das Thema Cybersicherheit wichtig, da diese alle Bereiche eines Unternehmens betreffe.

3. Entlegene Städte bieten bestes Wachstumspotential

Ob Tianjin (China), Porto Alegre (Brasilien) oder Kumasi (Ghana) – viele Europäer hätten sicherlich Probleme, diese Städte auf der Karte zu finden. Für Manager und Unternehmen könnte es sich aber auszahlen, hier präsent zu sein: McKinsey-Analysten gehen davon aus, dass die Hälfte des globalen Wachstums im Zeitraum 2010 bis 2025 aus 440 Städten in aufstrebenden Märkten kommt – darunter zu 95 Prozent kleine und mittelgroße Städte. 

Zudem prognostiziert McKinsey, dass im Jahr 2025 beinahe die Hälfte des „Fortune Global 500“-Rankings aus Unternehmen aus aufstrebenden Märkten besteht. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es gerade Mal fünf Prozent.

4. Verhaltens- und Evolutionsökonomie auf dem Vormarsch

Märkte können sich selbst regulieren. Für Michael Jacobides, Professor für Entrepreneurship und Innovation an der London Business School, ist dieses Paradigma Ursache für die jüngste Weltfinanzkrise. „Wir brauchen jetzt Verhaltens- und Evolutionsökonomen, die in den Vordergrund treten und erklären, wie Organisationen Entscheidungen treffen – und warum wir erwarten können, dass sie schlechte Entscheidungen treffen und falsches Verhalten an den Tag legen“, schreibt Jacobides im McKinsey-Report. Wer strategisches Scheitern besser versteht, könne den Prozess dahinter besser durchdringen.

5. Gewinnen heißt nicht Erster sein

Aufbauend auf den vorherigen Überlegungen rät Jacobides, den Begriff „Gewinnen“ anders zu definieren. „In vielen Bereichen heißt Gewinnen nicht, als Erster fertig zu sein. Es heißt, die Regeln des Spiels zum eigenen Vorteil zu ändern.“ Als Beispiel führt Jacobides Google, Facebook und Apple an, die es geschafft hätten, unsere Informationsnutzung grundlegend zu verändern.

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