So arbeite ich #2 | Alice Mascia: „Ich trainiere jeden Morgen, sieben Tage die Woche“
Apple-CEO Tim Cook steht angeblich jeden Morgen um 3:45 Uhr auf, um ein Workout zu machen und E-Mails zu lesen. Manch ein erfolgreicher Mensch schwört aufs Frühaufstehen – andere sehen in Meditation oder einer bestimmten Ernährung den Schlüssel zu außergewöhnlicher Produktivität und Fokus. Die WiWo hat einigen Erfolgreichen einen kurzen Fragebogen vorgelegt und sie gebeten, ihre Produktivitäts-Geheimnisse zu verraten.
Hier antwortet Alice Mascia, CEO der DACH-Region beim Sport-Streaminganbieter DAZN.
Wie sieht Ihre Morgenroutine aus?
Ich habe eine feste Routine, sowohl wenn ich zu Hause in München bin, als auch auf Reisen im Ausland oder in Deutschland. Der Wecker klingelt unter der Woche immer um 6 Uhr, am Wochenende um 7 Uhr. Ich lebe vegan, frühstücke entweder ein Stück selbst gebackenen Kuchen oder etwas Sojajoghurt, Müsli, Nüsse, Früchte und dunkle Schokolade. Dazu ein Espresso und heißes Wasser mit Zitrone und Ingwer.
Zusätzlich trainiere ich jeden Morgen, sieben Tage die Woche, mindestens 60 Minuten. Es ist ein Mix aus Laufen und schnellem Gehen. Bei gutem Wetter draußen, bei schlechtem Wetter oder im Winter auf dem Laufband. Während des Trainings facetime ich mit meinem Mann, der in Asien arbeitet. Dann geht es mit einem Lunchpaket auf ins Büro. Mindestens einmal pro Woche versuche ich, Zeit in der Natur zu verbringen. Das hilft mir bei der Meditation.
Welche Tools nutzen Sie, um fokussiert und produktiv zu sein?
Eigentlich nutze ich nur meinen Kalender mit den zu erledigenden Aufgaben und Terminen. Manchmal nutze ich auch To-do-Listen, wenn es sehr hektisch zugeht. Ich bin selbst am produktivsten, wenn es enge Deadlines gibt. Dann setze ich rücksichtslos Prioritäten und habe keine Angst, oft „Nein“ zu sagen.
Wie steht es um Ihre Work-Life-Balance?
Ich versuche, mich nicht von der Work-Life-Balance stressen zu lassen und ständig rumzurechnen, wie viel Arbeit und Freizeit ich habe. Ich versuche vielmehr, auf meinen Verstand, meinen Körper und meine Gefühle zu hören und sofort zu handeln, wenn eine Anpassung erforderlich ist. Dann balanciere ich die Komponenten, die Geschwindigkeit und die Menge neu aus: Arbeit, Reisen, Familie und Freunde, Wohlbefinden, Spaß. Ich versuche, bei der Arbeit mein authentisches Ich einzubringen und andere dazu zu ermutigen, dies auch zu tun.
Ich betrachte meine Arbeit als einen Aspekt meines Lebens, der zwar wichtig, aber nicht der wichtigste ist; es ist etwas, das ich tue, und nicht etwas, das ich bin. Normalerweise gehe ich um 23 Uhr ins Bett und lese dann noch eine gute halbe Stunde ein Buch vor dem Einschlafen. Wenn ich unterwegs bin, versuche ich, die Zeit im Flugzeug oder Taxi auch zum Schlafen zu nutzen.
Welches Buch hat Sie am meisten inspiriert?
Erich Fromm, „To have or to be“. Ich habe es als Teenager geliebt, weil es mir die Voreingenommenheit der gegenwärtigen Gesellschaft und Kultur gegenüber Besitz und Macht bewusst gemacht hat. Im Gegensatz zur Konzentration auf das Sein und die Kultivierung einer Gesellschaft des Respekts vor der Natur, der Entwicklung der Menschen und des Teilens von Leben und Erfahrung, erfüllen Besitz und Macht die tiefen Bedürfnisse eines Menschen nicht und sind zumeist nur von kurzer Dauer. Ich kann diese Lektüre daher allen empfehlen, die auf der Suche nach ihrer Mitte und ihrem persönlichen Glück sind.
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