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Bereit für 4.0? Welche neuen Jobs die Digitalisierung bringt

WEF Studie Künstliche Intelligenz Quelle: dpa

Viele Menschen sind für die Jobs der Zukunft nicht ausreichend qualifiziert, warnen Experten. Eine Studie zeigt, welche Berufe in Zukunft gefragt sein werden und welche ihr zum Opfer fallen.

Eine neue Studie birgt eine Schreckensnachricht: Bis 2022 werden weltweit 75 Millionen Jobs wegfallen. Schuld daran ist der zunehmende Einsatz von Robotern und die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft. Laut der Erhebung des Weltwirtschaftsforums (WEF) werden bisher noch 71 Prozent der Arbeitsstunden von Menschen verrichtet, doch in fünf Jahren soll dieser Wert auf 48 Prozent fallen. Die übrigen 52 Prozent, also den Großteil der Arbeit, erledigen dann Maschinen und Algorithmen.

Dass die Digitalisierung zunehmend die Arbeitswelt umkrempelt, ist nicht neu. Doch wie genau sich die gelebte Realität für Millionen von Arbeitnehmern und Unternehmen rund um die Welt und in Deutschland verändern wird, zeigt der Bericht „The Future of Jobs“, den das WEF veröffentlicht hat. Die Studie hat sich auf Arbeitsplätzen bei multinationalen Konzernen fokussiert.

Doch es gibt darin auch Erkenntnisse, die positiv stimmen. So sollen etwa in den kommenden fünf Jahren 133 Millionen neue Stellen entstehen. „Besonders die Einführung neuer Technologien und andere sozioökonomische Entwicklungen wie der Aufstieg der Mittelschichten in Schwellenländern und demografische Veränderungen begünstigen neue Berufe“, erläutern die Studienautoren.

Das Problem: Für diese Jobs werden teilweise ganz neue Fachkenntnisse nötig sein. Denn die Kernkompetenzen vieler Berufe verschieben sich immer weiter. So werden 58 Prozent aller Arbeitnehmer bis 2022 erhebliche Neu- und Weiterqualifizierungen benötigen – davon seien ganze 19 Prozent auf eine zusätzliche Ausbildung beziehungsweise Umschulung angewiesen, die zwölf Monate oder länger dauert.
Doch lediglich 33 Prozent der Unternehmen gaben an, vor allem die Mitarbeiter, die es am meisten nötig haben, mit solchen Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen zu wollen. Stattdessen investieren Betriebe laut der Studie lieber in High-Potentials beziehungsweise leistungsstarke Mitarbeiter (41 Prozent) und Führungspersonal (54 Prozent).

Welche Jobs an Bedeutung gewinnen

Auch in Deutschland dürften Bürojobs wie in der Buchhaltung oder der Job des Kundendienstmitarbeiters laut den WEF- Experten schwinden. Stattdessen seien in Zukunft vor allem Datenanalysten und Wissenschaftler, Software- und Anwendungsentwickler, E-Commerce und Social Media Manager gefragt. Darüber liefert die Studie Hinweise darauf, dass eine Nachfrage für eine Vielzahl von völlig neuen Fachrollen entstehen wird, die im Zusammenhang mit neuesten technologischen Entwicklungen stehen werden. Dazu zählen Berufsbezeichnungen wie KI- und „Machine-Learning“-Spezialisten, Big Data- und, Prozessautomatisierungsexperten, Informationssicherheit-Analysten, User-Experience- und Mensch-Maschine-Interaktion-Designer, Robotik-Ingenieure und Blockchain-Spezialisten.

Neben der der Fähigkeit, mit relevanter neuer Technologie umzugehen, gewinnen Kompetenzen wie analytisches und innovatives Denken sowie der Wille und die Fähigkeit, sich schnell neue Fähigkeiten anzueignen, an Bedeutung. Das gerade Letzteres immer wichtiger wird, zeigt sich vor allem daran, dass zwei Drittel aller Unternehmen von ihren Mitarbeitern erwarten, dass sie ihre Fähigkeiten mit den sich verändernden Jobanforderungen selbst weiterentwickeln und sich auf eigene Faust weiterbilden.

Doch nicht nur technische Skills, auch menschliche Fähigkeiten werden – ungeachtet ihrer bereits vorhandenen Popularität – noch höher im Kurs stehen. Kreativität, Originalität und Initiative, kritisches Denken und Überzeugungskraft bei Verhandlungen seien ebenso gefragt, wie die Liebe zum Detail, Belastbarkeit, Flexibilität, Problemlösungskompetenzen und emotionale Intelligenz.
Die WEF-Studie basiert auf einer Arbeitgeberumfrage unter Top-Managern und Personalchefs von mehr als 300 Unternehmen weltweit. Neben der Gesamtanalyse enthält der Bericht zwölf Branchenprofile und 29 Länder- und Regionsprofile.

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