Konklave 2025: Das sind die Top-Favoriten für die Papstwahl
Hinweis: Die katholische Kirche hat einen neuen Papst. Aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle im Vatikan stieg am Donnerstagabend nach nur 24 Stunden Konklave weißer Rauch auf. Dieser Beitrag entstammt der Zeit davor. Die aktuellen Informationen zur Wahl und dem neuen Papst Leo XIV finden Sie hier.
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Was ist das Konklave? – Definition und Bedeutung
Das Konklave beschreibt die streng abgeschirmte Versammlung der Kardinäle der römisch-katholischen Kirche, die zur Wahl eines neuen Papstes zusammenkommen.
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen cum clave, was „mit Schlüssel“ bedeutet – ein Hinweis darauf, dass die Kardinäle während des gesamten Wahlprozesses von der Außenwelt abgeschlossen sind.
Traditionell findet das Konklave in der berühmten Sixtinischen Kapelle im Vatikan statt und unterliegt festen Regeln, die eine freie, geheime und unbeeinflusste Papstwahl gewährleisten. Heute wird der Begriff „Konklave“ auch allgemein für geheime, abgeschottete Entscheidungsfindungen in anderen Kontexten verwendet.
Papstwahl 2025: Wie lange dauert ein Konklave?
Wie lange die aktuelle Papstwahl dauern wird, lässt sich nicht genau vorhersagen. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass erneut zügig eine Entscheidung getroffen werden könnte. Bereits die vergangenen drei Konklaven – in den Jahren 1978, 2005 und 2013 – wurden jeweils innerhalb von zwei Tagen abgeschlossen.
Ein ähnlich schneller Ablauf erscheint auch diesmal wahrscheinlich. Seit dem 19. Jahrhundert haben zahlreiche Reformen die Wahlverfahren zunehmend klarer und effizienter gestaltet. Zuletzt präzisierte Benedikt XVI. im Jahr 2013 die Konklave-Regeln, was den Wahlprozess zusätzlich beschleunigt.
Seit Mittwoch, 7. Mai, befinden sich 133 Kardinäle im streng abgeschirmten Konklave. Hier finden Sie einen Überblick über einige der Kardinäle, die für das Amt des 267. Papstes infrage kommen. Überraschungen sind dabei jederzeit möglich.
Konklave 2025: Welche Kardinäle für das Papstamt infrage kommen könnten
Pietro Parolin
Die bisherige Nummer zwei des Vatikans gilt aktuell als Favorit. Mit 70 hätte der Italiener ein gutes Alter, um Pontifex zu werden. Seine Fähigkeiten als Diplomat und Manager sind unbestritten. Er wäre auch jemand, der wieder Ruhe in die Kirche bringen könnte.
Zudem finden viele in Rom, dass es nach fast einem halben Jahrhundert mit Ausländern wieder einmal Zeit für einen italienischen Papst wäre. Wer weiß, ob sich in der immer internationaler werdenden Kirche noch einmal eine solche Chance ergibt?
Matteo Zuppi
Als Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz ist der Erzbischof von Bologna schon von Amts wegen eine der zentralen Figuren der katholischen Kirche. Zudem war er Vatikan-Vermittler im Ukraine-Krieg, wenn auch ohne große Erfolge.
Zuppi gilt als Reformer, der aber auch ausgleichend wirken kann. Mit 69 hätte er ebenfalls ein gutes Alter.
Pierbattista Pizzaballa
Der Patriarch von Jerusalem leitet eine der schwierigsten Diözesen der Welt: Im Heiligen Land stehen die Christen oft zwischen den Fronten. Als Brückenbauer hat er also Erfahrung. Pizzaballa kommt aus dem Franziskanerorden.
Mit 60 ist er unter den „Papabile“ einer der Jüngsten. Das könnte gegen ihn sprechen.
Peter Erdö
Der Primas von Ungarn, Erzbischof von Esztergom-Budapest, gilt als Favorit unter den Konservativen. Als einer der wenigen Kardinäle wurde er noch von Johannes Paul II. ernannt.
Erdö gilt eher als Intellektueller denn als Mann des Volkes. Das richtige Alter hätte er mit 72 noch.
Jean-Marc Aveline
Der Erzbischof von Marseille gilt als volksnah - ein Charakterzug, den er mit Franziskus teilt. Auch sonst gilt der Franzose als jemand, der in Stil und Politik viel mit dem verstorbenen Papst gemeinsam hat. Der 66-Jährige stünde dafür, dass dessen Vermächtnis fortgesetzt wird.
Jean-Claude Hollerich
Der Erzbischof von Luxemburg ist einer der einflussreichsten Männer im Vatikan. Der 66-Jährige war bei der jüngsten Weltsynode als „Generalrelator“ eine Art Vermittler. Gegen ihn spricht, dass er wie Franziskus aus dem Jesuitenorden kommt. Zwei Jesuiten in Folge wäre ungewöhnlich.
Juan José Omella Omella
Der Erzbischof von Barcelona galt als einer der engsten Vertrauten von Franziskus. Der verstorbene Papst berief ihn auch in den wichtigen Kardinalsrat, der den Pontifex bei der Leitung der Kirche berät. Der 79-Jährige war bis vergangenes Jahr auch Leiter der spanischen Bischofskonferenz.
Cristóbal López Romero
Der Spanier könnte einer der Überraschungskandidaten sein. Seit 2017 ist er Erzbischof von Rabat in Marokko. Zuvor war er als Missionar auch schon in Paraguay und Bolivien tätig. Der 72-Jährige gehört der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos (SDB) an.
Anders Arborelius
Der Bischof von Stockholm wurde 1949 in der Schweiz geboren. Mit 20 trat er zum katholischen Glauben über. In Deutschland ist der Schwede bekannt, weil er als Apostolischer Visitator Vorwürfe gegen den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki untersuchte.
José Tolentino de Mendonça
Der Kurienkardinal aus Portugal wird zum progressiven Flügel gerechnet. Er leitet seit 2022 das Dikasterium (Ministerium) für Kultur und Bildung. De Mendonça ist ein Intellektueller, der aber auch mit den Leuten kann. Gegen ihn spricht sein Alter: Er wird erst 60.
Fridolin Ambongo Besungu
Seit geraumer Zeit wird auch spekuliert, dass ein Papst aus Afrika kommen könnte, ein schwarzer Papst also. Am häufigsten genannt wird der Erzbischof aus der Demokratischen Republik Kongo: Fridolin Ambongo Besungu. Der 65-Jährige gilt als konservativ - und als noch etwas zu jung.
Luis Antonio Tagle
Der Ex-Erzbischof von Manila wird als aussichtsreichster Anwärter genannt, falls die Wahl erstmals auf einen Kardinal aus Fernost fallen sollte. Der 67-Jährige war schon 2013 im Gespräch. Wie Franziskus setzt er sich für eine Kirche an der Seite der Armen ein. Heute ist er Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung.
Charles Maung Bo
Der 76-Jährige kommt ebenfalls aus Asien - aus Myanmar. Seine Wahl wäre ein besonderes Zeichen: Sein Heimatland versinkt seit Jahren in Bürgerkrieg und Gewalt. Zudem wurde es eben erst von einem schlimmen Erdbeben getroffen. Mehr Mitgefühl könnte die Kirche gerade kaum zeigen.
Peter Turkson
Der Name des Kardinalpriesters aus Ghana fällt seit einigen Tagen oft. Der 76-Jährige war im Vatikan früher für Themen wie Klimawandel, Armut und wirtschaftliche Chancengleichheit zuständig. Turkson gilt als sehr konservativ.
Raymond Burke
Der 76-jährige Kardinalpriester aus den USA galt als einer der härtesten Gegner von Franziskus. Der konservative Hardliner kritisierte Reformen wie etwa den Segen für homosexuelle Paare. Manche sehen Burke als Kandidaten von Donald Trump. Seine Chancen werden jedoch eher als gering eingeschätzt.
Robert Francis Prevost
Der US-Amerikaner leitet als Kurienkardinal das wichtige Dikasterium für die Bischöfe. Früher war er Missionar und Bischof in Peru und Generalprior des Augustinerordens. Der 69-Jährige könnte ein Kompromisskandidat werden, wenn sich die Lager nicht einigen können.
Konklave so international wie noch nie
Natürlich sind neben diesen Namen auch andere Überraschungen möglich. Viele Kardinäle müssen sich erst noch ein Bild von ihren Mitbrüdern machen: Von 135 wahlberechtigten Kirchenmännern wurden 108 von Franziskus ernannt, die letzten davon erst im Dezember. Zudem hatte der Papst aus Argentinien eine Vorliebe für Leute von der „Peripherie“, wie er das nannte: aus der Mongolei zum Beispiel, aus Osttimor oder dem Südsee-Inselstaat Tonga.
Viele Kardinäle, die jetzt entscheiden dürfen, waren bislang nur selten im Vatikan. In der Theorie könnte sogar ein Mann zum Papst gewählt werden, der gar kein Kardinal ist. Aber das war zum letzten Mal vor sechseinhalb Jahrhunderten der Fall.
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