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Euro-Zone Bundesbank-Vizechefin hält lockere Geldpolitik für weiterhin richtig

Eine Rezession droht zwar nicht, aber wegen der trüben Konjunkturaussichten sollte die EZB weiter an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten, findet Claudia Buch.

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Wegen der schwachen Wirtschafts- und Inflationsprognosen für den Euro-Raum bleibt Buchs Ansicht nach eine lockere Geldpolitik weiterhin gerechtfertigt. Quelle: Reuters

Die Bundesbank hält wegen der schwachen Wirtschafts- und Inflationsprognosen für den Euro-Raum eine lockere Geldpolitik für weiterhin gerechtfertigt. Zwar werde nicht mit einer Rezession oder einer Deflation - also einer gefährlichen Abwärtsspirale aus fallenden Preisen, sinkenden Investitionen und Löhnen - gerechnet, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Donnerstag in Köln laut Redetext. „Angesichts der Prognosen ist aber auch klar, dass die Geldpolitik weiterhin Unterstützung bieten muss, damit sich der Preisauftrieb im Euro-Raum hinreichend festigt.“

Im Dezember lag die Teuerung in der Euro-Zone nur bei 1,3 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt aber knapp zwei Prozent für die Wirtschaft an. Dieses Niveau verfehlt sie bereits seit Jahren. Wegen der trüben Konjunkturaussichten hatte sie im Herbst ein großes Stützungspaket geschnürt, zu dem unter anderem eine Zinssenkung und der Neustart der vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe gehört.

Buch wies auf Nebenwirkungen der sehr expansiven Geldpolitik hin. Dabei hat sie insbesondere die Anleihenkäufe und die anhaltenden Niedrigzinsen im Blick. „Die wiederaufgenommenen Nettokäufe von Staatsanleihen bergen die Gefahr, dass die Geldpolitik noch enger mit der Fiskalpolitik verwoben wird“, warnte sie. Zudem könnten aus ihrer Sicht die tiefen Zinsen Investoren dazu verleiten, auf den Finanzmärkten mehr Risiken einzugehen, als sie zu schultern in der Lage seien.

Die deutschen Privatbanken hatten am Donnerstag erneut ein rasches Ende der Negativzinsen in der Euro-Zone gefordert.

Wo die Marktzinsen am Ende liegen werden hängt aus Buchs Sicht vor allem von den langfristigen Wachstumssausichten ab. Das seien Faktoren, die außerhalb der Geldpolitik lägen. Ihre Prognose: „Wenn es gelingt, die Wirtschaft auf einen steileren Wachstumspfad zu führen, wird auch das allgemeine Zinsniveau steigen.“

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