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Europas größte Bank HSBC reagiert mit Strategieschwenk auf Gewinneinbruch

Nach einem Gewinnrückgang von 35 Prozent will Europas größte Bank ihr Geschäftsmodell ändern. In Deutschland fällt rund jede fünfte Stelle weg.

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HSBC will den Umbau des Konzerns beschleunigen. Einschnitte soll es vor allem in Europa und den USA geben. Quelle: Reuters

Europas größte Bank HSBC verschärft nach einem Gewinneinbruch ihren Sparkurs und baut ihr Geschäftsmodell um. Im dritten Quartal fiel das Ergebnis vor Steuern wegen der Corona-Krise und den niedrigen Zinsen um 35 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar, wie HSBC mitteilte.

Statt der Zinseinnahmen sollen die Provisionseinnahmen künftig die wichtigste Einnahmequelle von HSBC werden. Die Kunden müssen sich daher auf höhere Gebühren einstellen.

„Wir werden in einigen Märkten prüfen müssen, Gebühren für Basisdienstleistungen zu erheben“, sagte Finanzvorstand Ewen Stevenson der Nachrichtenagentur Reuters. Denn wegen der niedrigen Zinsen mache die Bank mit vielen Kunden Verluste.

In wichtigen Märkten wie Großbritannien sind es die Kunden gewohnt, dass Leistungen wie Girokonten kostenlos sind. Bislang hat HSBC immer stolz darauf verwiesen, dass die mehr als 1,5 Billionen Dollar an Kundeneinlagen ihr hohe Zinsüberschüsse bescheren.

Doch im Kampf gegen die Corona-Krise haben die Zentralbanken weltweit die Geldschleusen geöffnet. So hat die Bank of England den Leitzins auf 0,1 Prozent gesenkt und prüft Negativzinsen. Die Geldhäuser in der Euro-Zone müssen bereits seit 2014 Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssiges Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken.

Die Erträge von HSBC fielen im dritten Quartal um elf Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Um gegenzusteuern, will HSBC die jährlichen Kosten nun auf unter 31 Milliarden Dollar drücken - ein ehrgeizigeres Ziel als im Februar ausgegeben. 2019 lagen die Betriebskosten bei 42,3 Milliarden Dollar.

Dazu soll auch der im Februar angekündigte Abbau von weltweit 35.000 Jobs beitragen. In Deutschland streicht HSBC dabei 633 Vollzeitstellen bis 2022 - das sind 22 Prozent der Ende 2019 vorhandenen Arbeitsplätze.

HSBC erwartet allerdings geringere Kreditausfälle als bislang. Die Vorsorge für faule Kredite werde am unteren Rand der bisherigen Spanne von acht bis 13 Milliarden Dollar liegen. Wegen der Corona-Krise und der weltpolitischen Spannungen sei diese Prognose aber mit vielen Unsicherheiten behaftet.

Im dritten Quartal fielen die Belastungen durch faule Kredite niedriger aus als von Analysten erwartet. Diese hatten der Bank nur einen Vorsteuergewinn von 2,1 Milliarden Dollar zugetraut. Der unerwartet hohe Gewinn und der Strategieschwenk trieben die HSBC-Aktien mehr als fünf Prozent in die Höhe.

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