Aktien, Anleihen, Fonds: Die Anlagetipps der Woche
Platz 25: Ukrainische Aktien
Der Konflikt mit den pro-russischen Separatisten im Osten des Landes, aber auch Misswirtschaft hat die Ukraine an den Rand des Staatsbankrotts getrieben. Der Internationale Währungsfonds hält Kiew mit Hilfskrediten über Wasser und fordert im Gegenzug Wirtschafts- und Sozialreformen. Der Leitindex PFTS verlor 2015 mehr als 35 Prozent, gleichzeitig brach die ukrainische Währung Hrywnja ein. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in die Aktien des Leitindex investierte, hat jetzt nur noch 44.950 Euro - also mehr als die Hälfte seines Geldes verloren, so viel wie mit keiner anderen Anlage.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 24: Brasilianische Aktien
Das südamerikanische Land durchlebt eine der schwersten Wirtschaftskrisen seiner Geschichte. Die Inflation ist bereits zweistellig und Volkswirte fürchten, dass Brasiliens Wirtschaft bis 2017 um acht Prozent schrumpfen wird. Die Politik ist durch einen Korruptionsskandal gelähmt. Das belastete auch die Börse deutlich. Der Index Ibovespa verlor zwölf Prozent. Da gleichzeitig der Real gegenüber dem Dollar und dem Euro einbrach, vergrößert sich der Verlust für Euro-Anleger: Von 100.000 Euro bleiben nur 66.200 Euro übrig.
Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 23: Brentöl
Der Verfall der Ölpreise – bedingt durch die Wachstumssorgen in den Schwellenländern und die unverändert hohen Fördermengen der Opec – hielt das ganze Jahr an. Kurz vor Weihnachten fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar auf das Elf-Jahrestief von 35,98 Dollar und ist seither nur leicht gestiegen. In Dollar gerechnet liegt der Jahresverlust bei gut 35 Prozent, in Euro sind es 28,16 Prozent. Das heißt: Aus 100.000 Euro wurden 71.850 Euro.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 22: Aktien Griechenland
Anders als für die nur noch wenigen Besitzer griechischer Anleihen war für die Besitzer griechischer Aktien ein schlechtes Jahr: Fünf Wochen lang war im Sommer die griechische Börse wegen des drohenden Ausscheidens Griechenlands aus dem Euro-Raum geschlossen. Als die Börsen im August wieder öffneten, ging es weiter bergab: Der Leitindex ASE brach in diesem Jahr um 25,37 Prozent ein – von 100.000 Euro blieben Anlegern nur 74.630 Euro übrig.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 21: Magere Schweine
Nicht nur Öl, Industrierohstoffe und Metalle sind 2015 unter die Räder gekommen, sondern auch die Preise für landwirtschaftliche Produkte. Dazu gehören auch an der Chicago Mercantile Exchange gehandelte Terminkontrakte auf Nutztiere: Der Preis für magere Schweine zum Beispiel fiel hier um 27 Prozent. In Euro gerechnet liegt der Verlust bei 19,34 Prozent. Somit bleiben von 100.000 investierten Euro noch 80.660 Euro übrig.
Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 20: Kaffee
Auf dem Preis für die schwarzen Bohnen lastet unter anderem der heftige Verlust des brasilianischen Real zum Dollar, da Brasilien das mit Abstand wichtigste Kaffee produzierende und exportierende Land ist. Gleichzeitig sind die Ernteaussichten gut, das erwartete hohe Angebot drückt zusätzlich auf den Preis. In Euro gerechnet fiel der Terminkontrakt für am Chicago Board of Trade gehandelten Kaffee um 19,28 Prozent. Das entspricht bei einer Anlage von 100.000 Euro einem Verlust von 19.280 Euro.
Stand: 29.12.2015, Schlusstand. Quelle: Bloomberg, Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: dpaPlatz 19: US-Junk-Bonds der Energiebranche
Der Verfall der Öl- und Gaspreise ließ die Ausfälle bei amerikanischen Energieunternehmen mit schwacher Bonität nach oben schnellen. Die Folge: Die Kurse der Junk-Bonds (Schrottanleihen) dieser Unternehmen fielen rasant. In Dollar gerechnet ist ein Verlust von 23,9 Prozent aufgelaufen, in Euro sind es mehr als 15 Prozent. Aus 100.000 Euro sind so bei dieser Anlage nur noch 84.440 Euro geworden.
Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 18: Aktien Schwellenländer
Die Emerging Markets machten Anlegern auch 2015 nicht viel Freude. Der MSCI Emerging Markets verlor über 16 Prozent. Auch hier machte für Euro-Anleger der Dollar-Anstieg einiges wett, den der Index notiert in der US-Währung. Wer 100.000 Euro in den MSCI Emerging Markets investiert, hat jetzt noch 92.560 Euro auf dem Konto.
Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: REUTERSPlatz 17: Gold
Gold glänzte auch 2015 nicht. Im Gegenteil: In Dollar gerechnet verlor der Preis für eine Feinunze erneut 9,8 Prozent. Ein Trost für Euro-Anleger: Dank der Aufwertung des Dollars zur europäischen Gemeinschaftswährung haben sie nur ganze wenig verloren. Aus 100.000 in Gold angelegten Euro wurden 99.880 Euro.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: REUTERSPlatz 16: Deutsche Staatsanleihen
Es war vor allem die Europäische Zentralbank die mit ihren Anleihekäufen die Kurse auch der deutschen Staatsbonds immer weiter nach oben trieb. Im Gegenzug sackten die Renditen. Zuletzt sind sie aber wieder gestiegen – so dass für Anleger mit Bundesanleihen nur magere Erträge aus Kursgewinnen und Zinsen blieben. Wer 100.000 Euro in einen Korb aus Bundesbonds steckte hat jetzt 100.310 Euro auf dem Konto. Das ist weniger als sich im Schnitt mit Tagesgeld erwirtschaften ließ.
Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 15: Tagesgeld
Das Niedrigzinsumfeld macht deutschen Sparern weiter zu schaffen. Der durchschnittliche Satz für Tagesgeld lag 2015 bei gerade mal 0,43 Prozent. Wer 100.000 Euro in Tagesgeld investierte, hat somit gerade mal 430 Euro verdient.
Stand: 30.12.2015, Quelle: FMH Finanzberatung
Foto: dpaPlatz 14: Euro-Junkbonds
Junk-Bonds sind Anleihen von Unternehmen, denen die Ratingagenturen nur eine schwache Bonität bescheinigen. Dafür bieten die Papiere höhere Zinsscheine als Anleihen von kreditwürdigeren Schuldnern. Die Kurse der auch Schrottanleihen genannten Papiere fielen jedoch im Jahr 2015. Die höheren Kupons kompensierten das aber zumindest teilweise. Aus 100.000 in einen Junk-Index angelegten Papiere wurden so 101.260 Euro.
Stand: 29.12 2015, Schlusstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 13: Aktien Euro-Zone
Die Spreizung im Euro-Raum ist recht groß. Der größte Gewinner in diesem Jahr ist bislang die Börse in Dublin, die mehr als 30 Prozent zulegte. Die Indizes in Spanien, Luxemburg und vor allem in Griechenland und Zypern stürzten dagegen ab. Der Euro Stoxx 50 für die Standardwerte im Euro-Raum gewann 5,1 Prozent, somit wurden aus 100.000 Euro 105.100 Euro.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 12: Schweizerische Aktien
Die schweizerische Notenbank schockte Investoren im Januar mit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses für den Franken. Die Börse stürzte zunächst ab, erholte sich aber später wieder zum großen Teil. Auf Jahressicht hat der Leitindex SMI gut ein Prozent eingebüßt. Gleichzeitig stieg aber der Franken zum Euro. Das sorgt dafür, dass Euro-Anleger mit einer Anlage in SMI-Aktien 9,95 Prozent Gewinn machten.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 11: Deutsche Aktien
Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Dax gesteckt hat, kann sich über ein Plus von 10,26 Prozent, also von 10.260 Euro freuen Noch viel besser entwickelten sich Nebenwerte. Der MDax der mittelgroßen Aktien legte rund 23 Prozent zu, der TecDax 34 Prozent. Auch an anderen europäischen Börsen hatten die Small Caps oft die Nase vorn.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 10: Russische Aktien
Bei russischen Aktien sahen viele Investoren nach dem Einbruch der vergangenen Jahre wieder Einstiegschancen – obwohl die russische Wirtschaft weiter unter den Sanktionen wegen des Konflikts mit der Ukraine leidet. Das machte auch dem Rubel zu schaffen. Der Leitindex Micex der Börse Moskau stieg um fast 26 Prozent. Wegen des Rubel-Verfalls bleiben Euro-Anlegern davon aber nur 11,01 Prozent. Aus 100.000 Euro ergaben sich deshalb „nur“ 111.010 Euro.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg
Foto: dpaPlatz 9: US-Dollar
Das stärkere Wirtschaftswachstum in den USA und die erste Leitzinserhöhung der US-Notenbank haben den Dollar angetrieben. Die US-Währung hat 2015 zum Euro bislang 11,2 Prozent zugelegt. Für Anleger die in US-Wertpapiere oder in andere in Dollar denominierten Anlagen investierten, bringt das deutliche Währungsgewinne.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 8: Amerikanische Staatsanleihen
Die Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember konnte US-Bonds bislang nicht viel anhaben. Unter dem Strich und im Mittel aller Laufzeiten sind die Kurse etwas höher als zu Jahresbeginn – und die Renditen entsprechend leicht gesunken. In Dollar gerechnet brachten US-Staatsanleihen Investoren so einen Gesamtertrag aus Zinsen und Kursgewinnen von gut einem Prozent. Da der US-Dollar jedoch deutlich zulegte, profitierten Euro-Anleger: Sie können sich 100.000 in US-Staatsanleihen angelegten Euro jetzt über einen Depotstand von 111.650 Euro freuen.
Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: APPlatz 7: US-Aktien
Die US-Börsen haben sich von ihrem Einbruch im Sommer erholt – und nach jüngsten Spurt bislang ein mageres Jahresplus geschafft. Der gestiegene Dollar hilft aber Euro-Investoren, die nicht währungsgesichert in den USA angelegt haben. Der S&P 500 stieg in Euro gerechnet um 11,81 Prozent. Aus 100.000 Euro wurden bis kurz vor Jahresschluss 111.810 Euro.
Stand: 29.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 6: Chinesische Aktien
Kaum eine Börse war so in den Schlagzeilen wie die chinesische. Bis zum Frühjahr stieg sie rasant – dann kam der Absturz. Dabei schreckten die Sorgen um eine Abschwächung der Wirtschaft der Volksrepublik die Investoren weltweit auf. Dennoch notierten der Leitindex Shanghai Composite immer noch deutlich fester als zu Beginn 2015 und auch der Yuan hat auf Jahressicht zum Euro zugelegt. So wurden aus 100.000 im Shanghai Composite angelegten Euro 116.980 Euro.
Stand: 30.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten
Foto: REUTERSPlatz 5: Japanische Aktien
Die Notenbank pumpt weiter Geld in den Markt und das Reformprogramm von Ministerpräsident Shinzo Abe zur Ankurbelung der Wirtschaft greift – wenn auch langsamer als viele erwartet hatten. Entsprechend holprig ging es auch 2015 am japanischen Aktienmarkt zu. Unter dem Strich gilt jedoch: Der Nikkei 225 Index gewann 2015 gut neun Prozent. Gleichzeitig wertete der Yen zum Euro kräftig auf. 100.000 in den Index investierten Euro vermehrten sich deshalb auf 120.020 Euro.
Stand: 30.12.2015, Schlussstand. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: APPlatz 4: Griechische Staatsanleihen
Auch sie verblüffen Investoren und gelten als zu riskant für eine seriöse Anlage. Im Sommer fürchteten die wenigen Anleger, die noch griechische Bonds handeln, den Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. Die Kurse der Staatsbonds fielen drastisch. Sie erholen sich jedoch seit das dritte Hilfspaket für Hellas freigegeben wurde. Die Folge: Wer 100.000 Euro in griechische Staatsbonds steckte, hat jetzt 121.190 Euro.
Stand: 29.12,2015. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: dpaPlatz 3: Irische Aktien
Der Leitindex der irischen Börse hat sich am besten im ganzen Euro-Raum geschlagen. Mit voraussichtlich sechs Prozent Wachstum des Bruttoinlandsprodukts hat die grüne Insel 2015 im Euro-Raum auch beim Wirtschaftswachstum die Nase weit vorn. Der Index stieg um 30,64 Prozent – aus 100.000 Euro wurden so 130.640 Euro.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: REUTERSPlatz 2: Jamaikanische Aktien
Die Börse des sich gerade von einer Rezession erholenden Landes ist der zweite große Sieger unter den weltweiten Anlageklassen. Die Börse ist indes sehr klein, gehandelt werden täglich gerade mal Aktien für rund 700.000 Dollar, das ist ein Fraktal der täglich sieben Milliarden Dollar gehandelten Aktien des amerikanischen Dow Jones Index. Wer 2015 jedoch 100.000 Euro in den jamaikanischen JSE Market investierte, hat jetzt 204.680 Euro.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: REUTERSPlatz 1: Venezolanische Aktien
Die Börse in Caracas ist der Überraschungssieger des Jahres. Und das, obwohl die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge in der Rezession steckt. An der Börse werden jedoch nur sehr wenige Aktien gehandelt, die Umsätze liegen täglich bei meist nur ein paar tausend Dollar. Aktien sind aber für venezolanische Investoren eine Möglichkeit, ihre Bolivar vor dem Wertverfall angesichts der Inflation von 160 Prozent zu retten. Außer den heimischen Investoren legt kaum jemand Geld in Caracas an. Dennoch: Theoretisch konnten Anleger 361.80 Euro verdienen, wenn sie Anfang des Jahres 100.000 Euro in Venezuelas Leitindex IBC investierten.
Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr. Quelle: Bloomberg. Angaben ohne Transaktionskosten.
Foto: REUTERS
Aktientipp: Johnson & Johnson - Defensiver Klassiker mit Währungsoption
Eigentlich läuft das Geschäft des US-Gesundheitskonzerns Johnson & Johnson gut, im vierten Quartal 2015 kletterte der Umsatz um 4,4 Prozent. Allerdings, bisher machte der starke Dollar Johnson einen Strich durch die Rechnung. Das internationale Geschäft steuert rund die Hälfte bei zum Umsatz. In Dollar gerechnet, schrumpfte der Umsatz um mehr als zwei Prozent. Sollte der Greenback im Zuge einer Abstinenz der Fed von weiteren Zinserhöhungen an Stärke verlieren, wäre Johnson & Johnson einer der Gewinner.
Mit 17 neuen Medikamenten in der marktnahen Phase drei gehören die Amerikaner zu den innovativsten Adressen der Pharmabranche. Beim Vergleich des britischen Branchendienstes Idea Pharma schnitt Johnson & Johnson zum vierten Mal in Serie hervorragend ab. Johnson & Johnson konzentriert sein Pharmageschäft auf Medikamente gegen schwere Krankheiten wie Krebs, HIV und Nervenleiden. Hier ist der Bedarf besonders groß.
In der Sparte Medizintechnik (Insulinpumpen, Spezialteile für Orthopädie und Gefäßchirurgie) sollen die Kosten mittelfristig um bis zu eine Milliarde Dollar pro Jahr gesenkt werden. Das kleine Geschäftsfeld Konsumprodukte (Puder, Hygieneartikel) wächst organisch, ohne Währungseffekte, mit zwei bis drei Prozent pro Jahr.
Aktien von Johnson & Johnson sind dank stabilem Geschäftsverlauf, solider Bilanz und einer ansprechenden Dividendenrendite ein Basisinvestment, das seine Qualität besonders in kritischen Zeiten für Konjunktur und Börse ausspielen kann.
Aktientipp: Yoma Strategic - Brücke für Investoren nach Myanmar
In Myanmar erreichte die Nationale Liga für Demokratie (NLD) bei den Parlamentswahlen im November einen historischen Wahlsieg. Die Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi holte 80 Prozent der Stimmen. Zwar hält das Militär, das das südostasiatische Land bis 2011 nahezu sechs Jahrzehnte vom Rest der Welt isolierte, eine Sperrminorität von 25 Prozent. Doch rückgängig machen lässt sich die ökonomische und politische Transformation kaum mehr.
Die 2011 in Kraft getretene Verfassung legt fest, dass Myanmar ein markwirtschaftliches System verfolgt. Dieser Schritt löste einen Investitionsboom aus. Die Wirtschaft Myanmars wächst so stark wie nirgendwo sonst in Asien, 2015 um 8,4 Prozent. Das Potenzial ist gewaltig. Das Land ist reich an Bodenschätzen und fruchtbarem Land. Die geografische Lage bietet die Chance, zu einem wichtigen Handelsplatz aufzusteigen. 51 Millionen Einwohner bilden ein gewaltiges Arbeitskräftereservoir und einen beträchtlichen Binnenmarkt. Kulturschätze und Natur machen Myanmar zu einem attraktiven Touristenziel.
Yoma Strategic Holdings schlägt Investoren eine Brücke nach Myanmar. Die Gesellschaft aus Singapur investiert in Liegenschaften und entwickelt Immobilienprojekte. Kontrolliert wird Yoma von Serge Pun, mit einem Vermögen von 500 Millionen Dollar einer der 50 reichsten Bürger Singapurs. Pun, der Myanmar nach dem Militärputsch 1962 verlassen hatte, kontrolliert 37 Prozent des Aktienkapitals der an der Börse mit umgerechnet 550 Millionen Dollar bewerteten Holding. Um die Abhängigkeit vom Immobilienmarkt zu reduzieren, baut Yoma weitere Geschäftsfelder auf und aus, etwa in den Bereichen Agrar, Logistik, Automobil und Konsumgüter. Yoma ist Franchisenehmer der US-Fast-Food-Kette KFC und neuerdings Generalimporteur von VW in Myanmar. Im Dezemberquartal verdiente Yoma umgerechnet rund 18 Millionen Dollar, dreimal so viel wie ein Jahr zuvor.
Anleihetipp: Panama - Voller Kanal sollte Dollar-Rendite sichern
Voraussichtlich im Mai wird der erweiterte Panamakanal eröffnet. Der Ausbau der 82 Kilometer langen Wasserstraße, die seit 1914 den Pazifik mit dem Atlantik verbindet, sei zu 96 Prozent fertig, berichtet die Kanalbehörde. Bisher passieren jährlich gut 300 Millionen Tonnen Frachtgut das Nadelöhr. Durchfahren konnten aber nur Schiffe der sogenannten Panamax-Klasse mit bis zu 4600 Norm-Containern (TEU). Die Post-Panamax-Klasse schafft bis zu 12 600 TEU. Unter dem Strich wird sich die Kapazität verdoppeln und entsprechend für höhere Staatseinnahmen sorgen.
Der schätzungsweise acht Milliarden Dollar teure Ausbau und andere öffentliche Infrastrukturinvestitionen werden sich für Panama auf lange Sicht rechnen. Trotz steigender Staatsausgaben in den vergangenen Jahren blieben die Defizit- und Verschuldungsquoten zudem weitgehend stabil, weil die panamaische Wirtschaft zugleich rasant gewachsen ist – seit 2002 um durchschnittlich 8,4 Prozent pro Jahr. Die öffentliche Verschuldung erreicht 46 Prozent der Wirtschaftsleistung, das Budgetdefizit reduzierte sich 2015 bereits von 4,0 auf 2,8 Prozent.
Vertrauen schafft die Dollarisierung. Weil Panama keine eigene Notenbank hat, können Defizite nicht mit der Notenpresse finanziert werden, und der Finanzsektor kann sich nicht darauf verlassen, in einer Schieflage gerettet zu werden. Das hohe Leistungsbilanzdefizit von zuletzt gut elf Prozent der Wirtschaftsleistung wirkt nur auf den ersten Blick bedrohlich. Einerseits geht es auf Kapitalimporte für Infrastrukturprojekte zurück. Andererseits wird es nahezu vollständig durch Netto-Direktinvestitionen finanziert. Panamas Auslandsverschuldung verringerte sich seit 2001 gar von 70 auf 30 Prozent der Wirtschaftsleistung. Panama wird als eines von fünf Ländern Lateinamerikas in der Investitionsklasse eingestuft. Zins und Tilgung der bis 2023 laufenden Dollar-Anleihe sollten gedeckt sein.
Fondstipp: Acatis Gané Value Event - Einkaufstour mit Imbiss, Kaffee und Luxusmarken
In Krisen schlagen die Aschaffenburger zu: Uwe Rathausky und Henrik Muhle von der Investmentgesellschaft Gané haben die Kursverluste zu Jahresbeginn genutzt, um ihre Aktienquote auf 72 Prozent zu erhöhen. Bei Anleihen binden sie sich nur noch für wenige Jahre. Auch 2009 und 2011 hatten sie antizyklisch investiert und in den Folgejahren von Kursgewinnen profitiert. Die Wirtschaftsschwäche Chinas macht sie nicht bange. Muhle besuchte dort jüngst Verwandte und hat sich in Dali im Südwesten und in Chengdu in Zentralchina umgesehen. Um den langfristigen Erfolg des Landes macht er sich keine Sorgen, obwohl er viele überteuerte Immobilien gesehen hat. Er ist überzeugt, dass der Dienstleistungssektor in China einen Rückgang im Produktionsbereich auffangen wird und viele Arbeitskräfte dort Beschäftigung finden. Ökologisch aber werde das Land in eine andere Richtung steuern, so Muhle. Darunter könnten deutsche Autobauer und die Stahlindustrie leiden. Nicht nur in China, sondern weltweit sieht das Duo den Konsum im Auftrieb. Hier setzen ihre jüngsten Käufe an: Sie haben bei Starbucks und dem Imbissbetreiber Chipotle Mexican Grill zugegriffen.
Im Fall von Chipotle war es ein Lebensmittelskandal, der eine Kaufgelegenheit schuf. Die Aktie war auf Talfahrt, nachdem 50 Restaurants vorübergehend geschlossen wurden, weil sich Gäste mit E.-coli-Bakterien infiziert hatten. „Die Chefs haben transparent informiert und umfassende Maßnahmen eingeleitet. Da amerikanische Konsumenten rasch vergessen, wird das weitere Wachstum nicht gefährdet“, so Muhle. Auch in die Luxuswarenhersteller Hermès, LVMH und Burberry setzt man große Hoffnungen. Bei der britischen Modemarke erwartet Muhle ein starkes Wachstum im Onlinehandel. Als nicht beunruhigend wird der Ausstieg von US-Starinvestor Warren Buffett bei der Münchener Rück eingestuft: „Sie notiert am Buchwert und bietet neben 4,5 Prozent Dividendenrendite noch Kurschancen“, so Muhle.