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Aktienmarkt Dax-Anleger zeigen sich nach Inflationsdaten mutiger – und brechen Rekord

Der Dax ging 0,4 Prozent fester bei 15.826 Punkten aus dem Handel. Quelle: REUTERS

Am Mittwoch ist Der deutsche Leitindex auf ein neues Allzeithoch gesprungen. Die Anleger kommen der Marke von 16.000 Punkten immer näher.

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Die Angst der Anleger vor einer überschießenden US-Inflation ist am Mittwoch verflogen. Der Dax sprang zeitweise auf ein Allzeithoch von 15.887,16 Punkten, grenzte seine Gewinne zum Handelsende allerdings ein. Börsianer reagierten erleichtert, dass die Juli-Teuerung in den USA mit 5,4 Prozent im Jahresvergleich zwar hoch blieb, sich aber nicht beschleunigte. „Die Zahlen könnten die Geldpolitiker auch in der Annahme bestätigen, dass die derzeit hohe Inflation nur ein vorübergehendes Phänomen darstellt und sich schon in den kommenden Monaten wieder auf sehr viel tieferen Niveaus einpendelt“, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst vom Handelshaus CMC Markets. Das sei auch für die Gewinnmargen der Unternehmen wichtig.

Der Dax ging 0,4 Prozent fester bei 15.826 Punkten aus dem Handel. Mit dem Sprung über die alte Bestmarke von Mitte Juli stehen die Chancen Stanzl zufolge nun gut, dass der Leitindex zügig die 16.000er Marke erreichen kann. Auch an den übrigen Börsen Europas ging es ähnlich stark bergauf. An der Wall Street markierten Dow Jones und S&P ebenfalls Allzeithochs.

Dollar knickt ein, Ölpreise fallen

Nach Ansicht der NordLB dürfte die US-Inflation im Jahresverlauf bei etwa fünf Prozent verharren, „was eine klare Zielverfehlung für die Fed bedeutet. Entsprechend werde die Notenbank ihre sehr expansive Geldpolitik anpassen. Anleger stehen der Idee einer langsamen Reduzierung der Anleihekäufe der US-Notenbank aber grundsätzlich gelassener gegenüber als noch vor zwei oder drei Monaten, sagten Händler.

Am Devisenmarkt knickte der US-Dollar in Reaktion auf die Daten ein, konnte seine Verluste größtenteils aber schnell wieder ausbügeln. Der Euro stand bei 1,1735 Dollar und damit nur etwas höher als vor Bekanntgabe der Zahlen. Für Auftrieb hatte beim Dollar zuletzt die Erholung am US-Arbeitsmarkt gesorgt. Auch die Verabschiedung des eine Billion Dollar schweren US-Infrastrukturpakets im US-Senat trieb die US-Währung.

Die Ölpreise gerieten unter Druck, nachdem sich die US-Regierung für eine Produktionsausweitung der Organisation der erdölexportierenden Länder (Opec) und der Opec-Verbündeten stark gemacht hatte. Die derzeitige Menge reiche nicht aus, die globale Wirtschaftserholung könnte angesichts der stark gestiegenen Preise gebremst werden, mahnte das US-Präsidialamt.

Am deutschen Aktienmarkt ergriffen Anleger bei Thyssenkrupp angesichts trüber Aussichten die Flucht. Die Titel des Industriekonzerns brachen um 5,4 Prozent ein. Negativ stieß bei Investoren vor allem die Prognose für den Free Cashflow auf. Thyssen erwartet hier zwar weiter eine Verbesserung in Richtung minus einer Milliarde Euro, fügte nun aber eine Bandbreite von minus 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro hinzu. Die Experten von Jefferies bezeichneten dies als enttäuschend.

Aktien des Autozulieferers Hella gaben vier Prozent auf 64,50 Euro ab. Händlern zufolge zogen Investoren nach einem Bericht der Agentur Reuters die Reißleine, demzufolge die Übernahmeofferten den Scheinwerfer-Spezialisten maximal mit sieben Milliarden Euro bewerten. Die Hoffnung auf einen Preis von bis zu acht Milliarden Euro hatte den Titel zum Wochenanfang auf mehr als 68 Euro steigen lassen.

Dagegen griffen Anleger bei der Cybersicherheitsfirma Avast zu. Die Titel zogen an der Börse in London um rund drei Prozent an. US-Rivale Nortonlifelock will Avast für bis zu 8,6 Milliarden Dollar übernehmen.



Die Aktien des niederländischen Einzelhändlers Ahold Delhaize stiegen dank einer angehobenen Gewinnprognose sogar auf den höchsten Stand seit rund zwanzig Jahren um 3,3 Prozent.

Mehr zum Thema: Turbulenzen bei Anleihen der Duisburger Chemiegruppe PCC verunsichern Anleger. Dabei zieht das operative Geschäft an. Vor allem die Produktion von Siliziummetall wird zum Hoffnungsträger.

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