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Am Teflon-Markt perlt alles ab „Alle haben Angst, die Börsenparty zu verpassen“

Bulle und Bär sind über der Dax-Kurve in der Börse zu sehen. Quelle: dpa

In der ablaufenden Woche erreichte der Dax ein Rekordhoch von 13.788 Punkten. Der Höhenflug der Aktienmärkte ist noch nicht zu Ende, meinen Experten.

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Der Höhenflug der Aktienmärkte ist Experten zufolge noch nicht zu Ende. Investoren drängten die möglichen wirtschaftlichen Belastungen der Coronavirus-Epidemie in den Hintergrund, sagt Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Stattdessen haben alle Angst, eine mögliche Fortsetzung der Börsenparty zu verpassen.“

In der ablaufenden Woche legte der Dax knapp zwei Prozent zu und erreichte ein Rekordhoch von 13.788,51 Punkten. Den Handel beendete der deutsche Leitindex am Freitag kaum verändert bei 13.744,21 Stellen. In den USA haben die Börsen zum Wochenausklang uneinheitlich geschlossen. Der Leitindex Dow Jones verlor knapp 0,1 Prozent auf 29.398 Punkte. Der technologielastige Nasdaq gewann dagegen 0,2 Prozent auf 9731 Zähler. Der breiter gefasste S&P 500 schloss ebenfalls 0,2 Prozent im Plus mit 3380 Stellen. „Das scheint ein Teflon-Markt zu sein, bei dem alles Negative - ob das Coronavirus oder was auch immer - abgeschüttelt wird“, sagt der geschäftsführende Direktor Michael James von Wedbush Securities.

Jeroen Blokland, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Robeco, nennt drei Gründe für eine Fortsetzung der Rally. So habe sich die Konjunktur nach vergleichbaren Epidemien meist rasch wieder erholt. Außerdem sei die Weltwirtschaft vor dem Coronavirus-Ausbruch bereits auf einen Erholungskurs eingeschwenkt. „Drittens sollten Anleger die sehr lockere Geldpolitik im Hinterkopf behalten. Die Notenbanken haben deutlich gemacht, dass einer Straffung der Geldpolitik sehr hohe Hürden entgegenstehen“, erläutert Blokland. Die chinesische Notenbank könnte ihren Leitzins am Donnerstag senken, um die vom Coronavirus besonders stark betroffene heimische Wirtschaft zu stützen.

Flut von Firmenbilanzen

Vor diesem Hintergrund hänge die weitere Entwicklung der Aktienkurse von den Unternehmensgewinnen ab, sagt Martin Lück, Chef-Anlagestratege für Deutschland, Österreich und Osteuropa beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. „Hat der Konsensus damit Recht, dass sich das Wachstum im Jahr 2020 von der Schwäche des Vorjahres erholt, könnten die gegenwärtigen Schätzungen zum Gewinnwachstum von rund neun bis zehn Prozent in den USA und sieben bis acht Prozent in Europa in etwa die Größenordnung auch für die erwartbaren Kurszuwächse vorgeben.“ Seit Jahresbeginn haben der Dax und der US-Standardwerteindex Dow Jones jeweils mehr als drei Prozent zugelegt.

Rückschlüsse auf die weiteren Aussichten für die Aktienmärkte liefert eine erneute Welle von Firmenbilanzen. Knapp ein Drittel aller Dax-Unternehmen gibt in der neuen Woche Geschäftszahlen bekannt, darunter die Deutsche Telekom und der Versicherer Allianz. Im Ausland öffnen unter anderem der US-Einzelhändler Walmart und Berkshire Hathaway, die Investmentgesellschaft der Investorenlegende Warren Buffett, ihre Bücher.

Konjunkturdaten erwartet

Hinweise auf das Wirtschaftswachstum versprechen sich Investoren zudem von den anstehenden Konjunkturdaten. Auf dem Terminplan steht am Dienstag der ZEW-Index, der die Stimmung der Börsenprofis widerspiegelt. Zwei Tage später gibt der GfK-Index Auskunft über die Kauflaune der deutschen Verbraucher. Wenige Stunden später folgt sein europäisches Pendant. Die Stimmung der deutschen und europäischen Einkaufsmanager (Freitag) werde wohl von der Coronavirus-Epidemie belastet sein, prognostiziert Commerzbank-Analyst Christoph Weil.

In den USA richtet sich die Aufmerksamkeit auf die Konjunkturbarometer der der Federal Reserve Bank von New York (Montag) und der Federal Reserve Bank von Philadelphia (Donnerstag). Außerdem stehen die Frühindikatoren (ebenfalls Donnerstag) auf der Agenda.

Am Freitag verfallen Optionen auf Indizes und einzelne Aktien. In den Tagen zuvor schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.

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