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Anleger Trump-Drohungen machen Märkte nervös

Der US-Präsident wirft China und der EU Währungsmanipulation vor. Quelle: AP

Dass Trump damit droht, zusätzliche Strafzölle auf chinesische Waren zu erheben, setzt den Börsen zu. Zudem wächst bei den Anlegern die Angst vor einem Währungskrieg.

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Die Furcht vor einem ausgewachsenen Handelskrieg setzt den Börsen erneut zu. Bauchschmerzen bereitete Investoren außerdem der verbale Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem iranischen Kollegen Hassan Ruhani. Für Dax und EuroStoxx50 ging es weiter bergab, sie verloren am Montag jeweils etwa 0,2 Prozent auf 12.546 und 3452 Punkte.

Auslöser der aktuellen Verluste sind Börsianern zufolge die Trump-Drohungen mit zusätzlichen Strafzöllen auf chinesische Waren im Volumen von 500 Milliarden Dollar und von Sonderabgaben auf europäische Automobile. „Da sich die Konfliktparteien darüber im Klaren sein dürften, dass ein massiver Handelskrieg nur Verlierer kennen wird, besteht trotz der derzeit festgefahrenen Situation durchaus eine gute Chance auf eine Verhandlungslösung beziehungsweise zumindest auf ein Einschwenken der Kontrahenten in Richtung Deeskalation“, betonte Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer. Am Mittwoch will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit Trump über die Handelspolitik sprechen.

Mit seinem an China und die EU gerichteten Vorwurf, ihre Währungen zu manipulieren, befeuere Trump allerdings auch Ängste, dass sich der Handelskonflikt zu einem Währungskrieg ausweitet, warnte Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, ging als Reaktion auf Trumps Anschuldigungen am Freitag auf Talfahrt. Zum Start der neuen Börsenwoche büßte er zeitweise weitere 0,3 Prozent ein. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro auf 1,1725 Dollar und machte damit Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt weniger wettbewerbsfähig.
Daneben wurde der Ton zwischen den USA und dem Iran schärfer. Ruhani warnte Trump vor einer feindlich gesinnten Politik, der US-Präsident drohte in Reaktion darauf mit Konsequenzen. Damit mache Trump die nächste politische Großbaustelle auf, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

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Ryanair-Zahlen belasten Luftfahrtbranche – Fiat im Blick

Zu den größten Verlierern am europäischen Aktienmarkt zählten die Fluggesellschaften. Ryanair gab einen Gewinnrückgang bekannt und warnte vor einem geringeren Anstieg der durchschnittlichen Ticketpreise. Er rechne frühestens im Geschäftsjahr 2021 wieder mit steigenden Gewinnen, betonte Analyst Daniel Roeska vom Vermögensverwalter Alliance Bernstein. Die Ryanair-Aktien fielen um bis zu 6,3 Prozent auf ein Sieben-Monats-Tief von 14,57 Euro. Die Konkurrenten EasyJet und Wizz büßten jeweils etwa zwei Prozent ein. Lufthansa, Air France und die British Airways-Mutter IAG gaben bis zu 1,9 Prozent nach.

Im Rampenlicht stand außerdem Fiat Chrysler, nachdem der langjährige Firmenchef Sergio Marchionne wegen einer schweren Erkrankung überraschend abtreten musste. Der Autobauer werde aber sicher an seinem Kurs der Steigerung der Gewinnmargen und einer möglichen Fusion festhalten, urteilten die Experten der Barclays Bank. Fiat-Titel fielen in Mailand um bis zu 5,3 Prozent. Die Papiere der ehemaligen Sportwagen-Tochter Ferrari, die Marchionne in Personalunion geführt hatte, rutschten um 2,9 Prozent an. Die Titel von Exor, der Holding des Fiat-Gründerfamilie Agnielli, gaben 2,5 Prozent nach.

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