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Börse Dax schließt mit Zweijahrestief

Im internationalen Vergleich schneidet der Dax in diesem Jahr schlechter ab als die meisten anderen bedeutenden Börsen. Quelle: dpa

Schon in den vergangenen Monaten hatten politische Krisen und Konjunktursorgen die Märkte belastet. Am vorletzten Handelstag des Jahres schließt der Dax nun so niedrig wie seit 2016 nicht mehr.

Der Dax ist am vorletzten Handelstag des Jahres auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren abgesackt. Nach den wilden Szenen, die sich über die Weihnachtstage an der Wall Street abspielten, fiel der Handelsauftakt zwar noch recht stabil aus, dann aber setzte sich die Flucht aus Aktien zusehends fort. Der deutsche Leitindex verlor 2,49 Prozent und schloss am Abend bei 10.368 Punkten.

Während der Frankfurter Handel wegen Weihnachten pausierte, war der Dow Jones Industrial an Heiligabend abgestürzt, hatte sich am Mittwoch aber kräftig erholt. Börsianer werteten die Schwankungen als Ausdruck der weiterhin hohen Verunsicherung, weshalb Anleger nachhaltig kein Risiko eingingen. Auch in den USA scheinen die Vortagsgewinne nur ein Strohfeuer gewesen zu sein: Am Donnerstag zeichneten sich in New York schon wieder klare Verluste ab.

Der Dax blieb damit dem Trend der vergangenen Monate treu: Politische Krisen, Zinsängste und Konjunktursorgen hatten ihm im Laufe des Jahres immer wieder zugesetzt. Mit einem Jahresminus von mehr als 20 Prozent steuert er auf das erste Verlustjahr seit 2011 zu. Im internationalen Vergleich schneidet er damit schlechter ab als die meisten bedeutenden Börsen.

Der negativen Dax-Tendenz schloss sich der breite europäische Markt am Donnerstag mit etwas geringerem Ausmaß an. Der Index der mittelgroßen deutschen Werte MDax fiel um 1,41 Prozent auf 21.300,30 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx sank um 1,65 Prozent auf 2924,74 Zähler.
Die Vorsicht der Anleger zeigte sich auch in der Branchenbetrachtung. Autowerte gehörten einmal mehr zu den größeren Verlierern unter den Dax-Werten. Volkswagen-Aktien erlitten ein Minus von 2,94 Prozent. Auffälligkeiten bei internen Kontrollen der neuen Abgas-Software für Dieselfahrzeuge dürften ihren Teil dazu beigetragen haben. Noch höhere Verluste mussten Anleger bei den Versorgertiteln hinnehmen, allen voran RWE mit einem Abschlag von 2,15 Prozent. Die Aktie des Essener Energiekonzerns trägt damit der bisherigen Stärke in diesem Jahr Rechnung. Sie gehört in der Jahresbilanz zu den besten Dax-Werten.

In der Branchentabelle machte der Einzelhandelssektor mit einer insgesamt stabilen Tendenz positiv auf sich aufmerksam. Als relative Stütze wurde hier auf etwas mehr Zuversicht zum Verlauf des Weihnachtsgeschäfts verwiesen. Den zuletzt von schlechten Branchennachrichten geplagten Zalando-Aktien verhalf dies mit knapp 2,33 Prozent in die Gewinnzone.

Nach dem jüngsten Fall auf ein Tief seit 2014 war bei Fresenius Medical Care (FMC) als bester Dax-Wert ein Stück weit Erholung angesagt. Für die Titel des Dialysekonzerns ging es als einziger Indexgewinner um ein halbes Prozent bergauf.
Zudem gab es am Donnerstag einige Änderungen in der Dax-Familie. Der Medizintechnik-Hersteller Carl Zeiss Meditec steigt in den Index der mittelgroßen Werte MDax auf und ersetzt dort den Ticketvermarkter CTS Eventim. Der Börsenneuling Knorr-Bremse zählt künftig zu den Kleinwerten im SDax und verdrängt dort die Aktien von Baywa.

Der Bund-Future stand am Donnerstag knapp mit 0,06 Prozent im Plus bei 163,55 Punkten. Der Kurs des Euro legte nach Weihnachten etwas zu: Am Mittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1386 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor der Feiertagspause am Montag auf 1,1408 Dollar festgesetzt.

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