Börse Frankfurt Dax gibt sich nicht geschlagen

Nach dem schwachen Wochenauftakt signalisiert der Leitindex vorbörslich, einen großen Teil der gestrigen Verluste wieder wettzumachen. Auf welche Marken Anleger am heutigen Handelstag besonders achten sollten.

Der versöhnliche Tag sorgt für Freude. Quelle: dpa

FrankfurtNervös suchten Anleger gestern Schutz vor Kursschwankungen in sicheren Investmentmöglichkeiten des Kapitalmarkts - in Anleihen stabiler Staaten und in der Krisenwährung Gold. Das Chaos um die Regierungsmannschaft des US-Präsidenten Donald Trump sowie Angst vor einer Eskalation im Konflikt mit Nordkorea verunsichern Anleger. Viele Investoren haben deshalb um Aktien zum Wochenbeginn einen Bogen gemacht.

Der Dax büßte am gestrigen Handelstag 0,8 Prozent auf 12 065 Punkte ein. Vor dem heutigen Handelsbeginn stehen die Zeichen auf Erholung. Der deutsche Leitindex notiert vorbörslichen Indikatoren zufolge bei 12100 Zählern und damit 35 Punkte über dem gestrigen Vortagesschluss.

Die US-Börsen haben sich am Montag im impulsarmen Handel richtungslos gezeigt. Mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 21 703,75 Punkten ging der Dow aus dem Tag. Ende vergangener Woche war der US-Leitindex auf den niedrigsten Stand seit vier Wochen gesunken. Für den breiter aufgestellten S&P 500 ging es zum Wochenstart um 0,1 Prozent auf 2428 Punkte nach oben. Der technologielastige Nasdaq 100 sank um 0,1 Prozent auf 5786 Punkte.

Der japanische Auswahlindex Nikkei legte an der Börse Tokio um 0,1 Prozent auf 19.406 Punkte zu. Der breiter aufgestellte Topix stand bei 1597 Zählern, was ebenfalls einen Zuwachs von 0,1 Prozent entspricht. Aktienstratege Isao Kubo von Nissay Asset Management sagte, die Stimmung sei nervös. Ein Grund ist der Konflikt mit Nordkorea. Am Montag hatten der südliche Nachbar und die USA ihre Militärübungen begonnen.

„Alles in allem spricht einiges dafür, dass sich die Börsen auch in dieser Woche in unruhigem Fahrwasser bewegen“, resümiert Christian Schmidt, Analyst der Helaba. Auch aus charttechnischer Sicht wirke das Fundament von Dax und Euro Stoxx 50 eher instabil, wie er meint. Dies gelte für den Dax, insbesondere wenn die wichtige 200-Tage-Linie bei 11 956 Punkten durchbrochen werde. Damit wäre auch der langfristige Trend gefährdet, urteilt Schmidt. Beim Euro Stoxx 50 nennt er eine Unterstützungslinie bei 3 407 Punkten. Wenn diese durchbrochen werde, müsste mit einem weiteren Rücksetzer auf zunächst 3 320 Zähler gerechnet werden, meint er. Viele quantitativ ausgerichtete Investoren achten auf diese Markierungspunkte.

Die Termine heute: BHP Billiton legt Zahlen für das Ende Juni abgelaufene Geschäftsjahr vor. Die Aktionäre dürften an diesem Dienstag mit Spannung auf die Bilanz des weltgrößten Bergbaukonzerns blicken, denn das australisch-britische Unternehmen wird derzeit durch den Hedgefonds Elliott Management in die Mangel genommen.

Und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlicht um 11 Uhr den Index über die Konjunkturerwartungen der Finanzanalysten. Er gilt als wichtiger Frühindikator für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Im Juli war der ZEW-Index leicht zurückgegangen, der Ausblick für das Wirtschaftswachstum blieb aber positiv.

Erst am Donnerstag beginnt in Jackson Hole die Zentralbankkonferenz, an der auch die Vorsitzende der US-Notenbank, Janet Yellen, und EZB-Präsident Mario Draghi teilnehmen werden. Auf diesen Termin warteten die Händler und Anleger bereits gespannt, da sie mehr über die geldpolitischen Pläne der beiden Notenbanken erfahren wollten, kommentierte Analyst Craig Erlam vom Devisenhändler Oanda.

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