Börsen in Asien: Powell lässt Asien-Börsen auf Zinssenkung hoffen
Jüngste Äußerungen von Fed-Chef Jerome Powell wecken am Mittwoch an den asiatischen Märkten Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank. Die USA seien wieder auf einem „disinflationären Pfad“, sagte Powell am Dienstag. Er warnte jedoch, dass die politischen Entscheidungsträger mehr Daten bräuchten, bevor sie eine Zinssenkung in Betracht ziehen könnten. „Kommentare dieser Art scheinen die Tür für eine Zinssenkung im September weiter zu öffnen, zumal Powell auch auf das Risiko einer zu späten ersten Zinssenkung hinwies“, sagte Michael Brown vom Brokerhaus Pepperstone.
In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 0,9 Prozent auf 40.425 Punkte, der breiter gefasste Topix notierte 0,2 Prozent höher bei 2862 Punkten. Der Hersteller von Chipfertigungsanlagen Tokyo Electron legte um 2,5 Prozent zu und sorgte damit für den größten Anstieg im Nikkei. Der Hersteller von Chip-Testgeräten Advantest gewann 1,6 Prozent. Der Mischkonzern Hitachi verlor 2,1 Prozent und belastete den Topix am stärksten. Toyota Motor fiel um 0,9 Prozent.
Die Börse in Shanghai verlor 0,5 Prozent auf 2982 Punkte. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen fiel um 0,3 Prozent auf 3460 Punkte.
Im asiatischen Devisenhandel legte der Dollar um 0,1 Prozent auf 161,64 Yen zu. Damit notiert der Yen auf einem Niveau, das zuletzt 1986 erreicht wurde, was Händler dazu veranlasste, weiter auf eine Intervention Japans zu spekulieren. Der Dollar stieg leicht auf 7,27 Yuan. Gegenüber der Schweizer Währung stieg er leicht auf 0,9 Franken. Der Euro notierte dagegen nahezu unverändert bei 1,07 Dollar.
Die Ölpreise zogen im frühen asiatischen Handel leicht an, nachdem Branchendaten einen unerwartet starken Rückgang der US-Rohöllagerbestände gezeigt hatten. Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 86,64 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Öl der Sorte WTI notierte 0,4 Prozent fester bei 83,16 Dollar.
Der US-Standardwerteindex Dow Jones war am Dienstag mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 39.331 Punkten aus dem Handel gegangen. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,6 Prozent auf 5509 Punkte und die technologielastige Nasdaq legte um 0,8 Prozent auf 18 028 Stellen zu. Ein Kurssprung bei Tesla hatte die US-Anleger am Dienstag zumindest teilweise aus der Deckung gelockt.
Caixin PMI: Chinas Dienstleistungssektor auf Acht-Monats-Tief
Das Wachstum im chinesischen Dienstleistungssektor hat sich im Juni auf den niedrigsten Stand seit acht Monaten verlangsamt. Der Caixin/S&P Global Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Dienstleistungssektor fiel von 54,0 im Mai auf 51,2 im Juni, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht. Trotz des Rückgangs blieb der Index den 18. Monat in Folge über der 50-Punkte-Marke, die Wachstum von Kontraktion trennt. Diese Daten stimmen mit dem offiziellen PMI überein, der am Sonntag veröffentlicht wurde und ebenfalls einen Rückgang der Aktivität im Dienstleistungssektor auf ein Fünfmonatstief zeigte.
Der Teilindex für die Auftragseingänge fiel im Juni auf 52,1 von 55,4 im Vormonat. Auch die Auslandsnachfrage schwächte sich trotz starker Exporte im Mai leicht ab. Das Unternehmensvertrauen sank aufgrund von Sorgen um die Weltwirtschaft und den zunehmenden Wettbewerb auf den niedrigsten Stand seit März 2020. Der Caixin/S&P Composite PMI, der sowohl den Dienstleistungssektor als auch das verarbeitende Gewerbe umfasst, fiel von 54,1 auf 52,8.
Die Märkte konzentrieren sich nun auf die dritte Plenarsitzung der Regierung Mitte Juli, auf der einige Reformen angekündigt werden könnten. Politikberater gehen davon aus, dass Maßnahmen zur Umverteilung der Einnahmen von der Zentralregierung auf die Lokalregierungen und damit zur Verringerung der Abhängigkeit von Grundstücksverkäufen ganz oben auf der Tagesordnung stehen werden. „Fiskal- und Steuerreformen sollten sich darauf konzentrieren, bei den Marktteilnehmern optimistischere Erwartungen zu wecken“, sagte Wang Zhe, Chefökonom der Caixin Insight Group.
Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat in den vergangenen Monaten ein uneinheitliches Wachstum verzeichnet, was die Forderungen nach mehr politischer Unterstützung verstärkt hat, um das ehrgeizige Wachstumsziel von rund fünf Prozent zu erreichen.