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BundestagswahlDie Wahl sendet ein Zucken durch den Markt

Die Wahl in Europas größter Volkswirtschaft hat die Börse breit bewegt. Etwa eine Stunde lang. Doch der Weckruf ist nicht überall ungehört verhallt, einige Titel geben sich elektrisiert.Sebastian Schug 24.02.2025 - 15:34 Uhr

Die DAX-Kurve an der Frankfurter Börse.

Foto: dpa

Für den deutschen Leitindex Dax ist das Ergebnis der Bundestagswahl wie ein versehentlicher Griff in den Weidezaun. Zu Handelsbeginn am Montag ging es ruckartig hoch, dann runter und wieder zurück. Schon um zehn Uhr war der Spuk vorbei und der Index setzte seinen Weg mit leichten Gewinnen fort. Als sei nichts geschehen.

Der Wahlsieg der CDU und ihres Spitzenkandidaten Friedrich Merz scheint noch kein Signal an die Investoren zu sein. Es wirkt eher wie ein kurzer Aussetzer im Herzrhythmus der deutschen Wirtschaft oder ein Defibrillator, dessen Wirkung schnell verpufft.

Doch wer sich die Mühe macht, nicht nur das Kardiogramm des großen Ganzen zu betrachten, sondern auch die einzelnen wirtschaftlichen Taktgeber, der entdeckt zwei Muster: die Unbeteiligten und die Hoffnungsvollen.

Die Kurse von Siemens, Infineon oder Bayer etwa haben den Wahlausgang ebenso kurz und schmerzlos verkraftet wie der Gesamtindex. Offensichtlich glauben nur wenige Marktteilnehmer, dass die Wahl eine große Bedeutung für die Entwicklung der Unternehmen haben wird. Doch auch wenn diese Art von Unternehmen für den Gesamtmarkt entscheidend war, zeigen zwei Branchen, wo die Hoffnungen liegen.

Ein Blick auf die Kurse der Automobilhersteller VW, Mercedes und BMW genügt, um den Unterschied zu erkennen. Im Vergleich zum Freitagsschluss ging es für die Autobauer einen Satz nach oben. Ob die Anleger hier mit Steuererleichterungen oder gar einem Comeback des Verbrennungsmotors rechnen, bleibt offen.

Noch nachvollziehbarer ist die Euphorie an anderer Stelle: in der Rüstungsindustrie. Branchenvertreter wie Rheinmetall und Hensoldt profitieren deutlich. Zum einen hat Wahlsieger Merz die Stärkung der Bundeswehr zur Chefsache erklärt, zum anderen heißen die neuen starken Namen beim wahrscheinlichen Koalitionspartner SPD bald Lars Klingbeil und Boris Pistorius.

Der Fraktionschef in spe und der amtierende Verteidigungsminister stehen ebenfalls für eine Ausweitung der Rüstungsinvestitionen. Für die Rüstungsschmieden könnte es also bald neue Aufträge geben.

Über die deutschen Grenzen hinaus wirkt dieses Aufbruchsignal allerdings nicht. Der europäische EuroStoxx-50-Index ähnelt der Dax-Bewegung fast zum Verwechseln. Er zuckt kurz und läuft weiter.

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