Börsenwoche 510: Depotticker: Die wichtigsten Updates der Woche
+++Gold gibt nach (KD)
Der Goldpreis ist zurückgegangen, nachdem er in diesem Jahr zunächst neue Rekorde erreicht hatte. Von dem im April kurzzeitig erreichten Hoch bei mehr als 3500 Dollar je Feinunze ist Gold mittlerweile gut 300 Dollar entfernt. Besonders in den vergangenen zwei Wochen ging es mit dem Preis abwärts. Überraschend ist das nicht: Im selben Zeitraum hat sich der wirtschaftliche Ausblick aufgehellt, die Aktienmärkte konnten zulegen. In einer solchen Phase ist Gold als sicherer Hafen weniger gefragt. Zudem war der Goldpreis seit Jahresanfang so stark gestiegen, dass Gewinnmitnahmen und somit Rücksetzer wahrscheinlicher wurden.
+++Airbnb erweitert sein Angebot (SD)
Die Vermietungsplattform Airbnb hat vergangene Woche ein neues Design ihrer App sowie ein erweitertes Buchungsangebot vorgestellt. Das neue Angebot konzentriert sich auf Dienstleistungen aller Art, vor allem ergänzend zu Reisen. Darunter fallen etwa Spa-Behandlungen, Mahlzeiten oder persönliches Sporttraining. Das Angebot startet zunächst mit zehn verschiedenen Kategorien in 260 Städten.
Airbnb hatte bereits zuvor ein kleines Angebot an ergänzenden Dienstleistungen. Nun soll dieser Bereich deutlich wichtiger werden. Das wird nicht einfach. Dienstleistungen sind ein kleinteiliges und komplexes Geschäft. Auf der anderen Seite ist das Potenzial groß, denn die Buchung von Dienstleistungen ist bisher noch auf keiner Plattform gebündelt möglich. Airbnb hat eine große Reichweite und bekannte Marke, was die Chancen auf Erfolg erhöhen sollte. Anleger bleiben bisher skeptisch: Die Aktie hat nicht merklich auf die Ankündigung reagiert.
+++Softbank macht Gewinn (SD)
Die japanische Beteiligungsgesellschaft Softbank hat vergangene Woche die Zahlen des Geschäftsjahres bekannt gegeben, das am 31. März dieses Jahres endete. Insgesamt konnte Softbank mit einem Profit von 1,15 Billionen Yen (umgerechnet 7 Milliarden Euro) zum ersten Mal seit vier Jahren auf Jahressicht einen Gewinn verbuchen. In das Ergebnis fließen verschiedene Faktoren ein. Dazu gehören Softbanks große Risikokapitalfonds, die nach einigen schweren Jahren langsam eine bessere Performance zeigen. Hilfreich war dort eine Beteiligung an dem chinesischen TikTok-Konzern Bytedance.
Softbank hält außerdem wertvolle Investments an den Telekomkonzernen Softbank Corp., T-Mobile US und der Deutschen Telekom sowie am Chipdesigner Arm. Im vergangenen Geschäftsjahr konnte Arm seinen Umsatz um 24 Prozent steigern. Der Chipdesigner spielt eine wichtige Rolle bei Halbleitern für künstliche Intelligenz (KI). Mit der 6,5 Milliarden Dollar teuren Übernahme des US-amerikanischen Chipdesigners Ampere sollen Softbanks Chipkapazitäten gestärkt werden. Ampere ist spezialisiert auf Serverchips, besonders für Cloud-Anwendungen und KI. Softbank ist zudem in den führenden KI-Entwickler OpenAI investiert.
Der Nettovermögenswert je Softbank-Aktie lag Ende März bei 17.892 Yen und dürfte seitdem aufgrund der Erholung von Technologieaktien in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen sein. Eine Aktie von Softbank kostet in Tokio aktuell jedoch nur gut 7800 Yen, nicht einmal die Hälfte der Ende März ausgewiesenen Nettovermögenswerte. Die Aktie ist in den vergangenen Wochen bereits gestiegen, auch nach Bekanntgabe der Ergebnisse. Trotzdem bleibt der Abschlag hoch und die Bewertung deshalb attraktiv.
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