Dow Jones, S&P 500, Nasdaq: Wall Street kommt nach US-Jobdaten kaum vom Fleck
Neue Daten zum US-Arbeitsmarkt haben die Stimmung an der Wall Street gedämpft. Der Dow-Jones-Index und der breiter gefasste S&P 500 der Standardwerte notierten kurz nach der Eröffnung am Donnerstag kaum bewegt bei 38.684 und 4993 Punkten. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq trat mit 15.769 Zählern mehr oder weniger auf der Stelle.
Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist zuletzt überraschend stark gesunken. Dies schürte Sorgen um die künftige Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die versucht, mit erhöhten Zinsen die Inflation zu dämpfen und den heiß gelaufenen Arbeitsmarkt abzukühlen.
„Die Zahlen aus der letzten Zeit weisen insgesamt auf einen ziemlich widerstandsfähigen Arbeitsmarkt hin“, sagte Jason Pride, Chefstratege beim Vermögensverwalter Glenmede. Auch die jüngsten starken Wirtschaftsberichte gäben der Fed keinen Anlass zu Zinssenkungen, um der Konjunktur nicht allzu stark zuzusetzen, wenn sich die Inflation noch nicht bei ihrem Zielwert von zwei Prozent eingependelt habe.
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Bei den Unternehmen ging es mit der Bilanzsaison weiter. Gefragt waren unter anderem Disney mit einem Kurssprung von knapp zehn Prozent. Der Unterhaltungskonzern schloss das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2024 mit einem Gewinnplus ab. Unter Druck gerieten dagegen die Aktien von Paypal, die 9,5 Prozent verloren. Der Zahlungsdienstleister teilte am Mittwoch nach Börsenschluss mit, dass er eine Stagnation seines bereinigten Gewinns für das laufende Jahr erwarte.
US-Währungshüter mahnt zur Geduld
Die US-Notenbank Federal Reserve kann sich laut dem Währungshüter Thomas Barkin mit einer Zinssenkung noch Zeit lassen. „Ich freue mich, dass die Inflation sinkt und hoffe, dass sie weiterhin fällt. Ich denke, wir haben etwas Zeit, um geduldig zu sein“, sagte der Chef des Notenbankbezirks Richmond am Donnerstag auf Bloomberg TV.
Er wolle Inflationszahlen sehen, die nachhaltig und breiter abgedeckt einen Rückgang Richtung des Zwei-Prozent-Ziels der Fed signalisierten. Er reihte sich damit in den Chor anderer Währungshüter ein, die ebenfalls ein vorsichtiges Agieren mit Blick auf eine von den Finanzmärkten herbeigesehnten Zinswende befürworten.
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Laut Fed-Chef Jerome Powell sollte die Notenbank das Thema Zinswende sehr sorgfältig angehen. Zudem bekräftigte er jüngst seine Sicht, wonach die nächste Fed-Sitzung im März für den Beginn von Zinssenkungen wahrscheinlich zu früh komme.
Barkin sagte zur Äußerung Powells, dieser spreche immer für den Offenmarktausschuss, der über die Zinspolitik entscheidet. Die Fed hat den Leitzins auf ihrer jüngsten Sitzung in der Spanne von 5,25 Prozent bis 5,50 Prozent belassen. An den Finanzmärkten wird über eine Senkung im Mai oder Juni spekuliert.
Blick auf Einzelwerte
Walt Disney: Anleger zeigen sich nach den Zahlen des Unterhaltungs-Riesen positiv gestimmt. Der Kurs steigt auf ein Plus von acht Prozent. Im abgelaufenen Quartal hat das Medienimperium einen Umsatz von 23,5 Milliarden US-Dollar erzielt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen unveränderten Erlös. Die Analystenschätzung lag 270 Millionen US-Dollar drüber. Der Gewinn pro Aktie dagegen lag bei 1,2 US-Dollar um 18 Cent über der Erwartung.
Der Konzerngewinn soll 2024 gegenüber dem Vorjahr um mindestens 20 Prozent klettern und sich auf 4,60 US-Dollar pro Aktie belaufen. Disney hat die Dividende um 50 Prozent angehoben.
Tesla: Die Starinvestorin Cathie Wood stellt sich hinter den Autobauer, der zuletzt stark unter Druck geriet. Die Tesla-Aktie hat seit Jahresbeginn ein Viertel an Wert verloren. Der Blick ins Buch deutete auf ein stagnierendes Wachstum hin. Mehrere Analysten haben ihre Ratings und Kursziele nach unten korrigiert. Die Papiere notieren derzeit leicht im Minus bei 180 Dollar. Vor einem Monat lagen sie noch bei 230 Dollar pro Aktie.
Broadcom: Anleger setzen heute vermehrt auf den Chipproduzenten. Die Aktie steigt leicht um 1,3 Prozent . JP Morgans Analyst Harlan Sur bewertet die Papiere des Chipherstellers mit einem Kursziel von 1.550 US-Dollar. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 23 Prozent. Aufgrund des KI-Booms sehen Analysten und Anleger derzeit großes Potenzial in der Chip-Produktion.
Paypal: Die am Mittwochabend vorgelegten Quartalszahlen überzeugten Anleger nicht – die Aktie rutscht am Donnerstag um fast zehn Prozent ab. Die Erwartungen der Analysten wurden für 2023 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertroffen. Die Prognose für 2024 trifft allerdings auf Enttäuschung: PayPal geht für das kommende Jahr von einem Gewinn von 5,10 US-Dollar pro Aktie aus, Analysten hatten mit 5,53 US-Dollar gerechnet.