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Elsässers AusleseAutomobilkonzerne – die Dinosaurier von Morgen?

Das Elektroauto ist nicht die einzige Herausforderung für die großen Automobilhersteller. Neue Konzepte der Mobilität für die Menschheit werden zu gewaltigen Veränderungen führen. Sind Aktien der Autobauer eine aussichtsreiche Anlage? Zeichnet sich am Horizont das Ende der klassischen Automobilbauer ab? Eine Kolumne.Markus Elsässer 28.12.2015 - 06:25 Uhr

Sind Aktien der Autobauer eine aussichtsreiche Anlage?

Foto: dpa

Die Verkaufszahlen sind beeindruckend. BMW verzeichnete im November 2015 einen neuen Absatzrekord. 197.500 Fahrzeuge der Marken BMW und Mini wurden weltweit verkauft. Es hat den Anschein, dass die Aussichten der klassischen Automobilhersteller in Takt sind. Doch am Horizont braut sich Einiges zusammen. Wo liegen die Herausforderungen und in wie weit könnte die Automobilindustrie als Ganzes bedroht sein?

Schauen wir uns den Charakter der Automobilbranche an. Seit Jahrzehnten entwickelt sich die Innovation einseitig in Richtung Elektronik. Im Vergleich zu den großen Veränderungen der letzten 20 Jahre, zum Beispiel auf dem Gebiet der Kommunikation und der Luftfahrt, hinken die Auto-Ingenieure in ihrer Bereitschaft zu radikalen Änderungen hinterher.

Zur Person
Nach einer Industriekarriere ist Elsässer seit 1998 selbständiger Value Investor und gründete vor dreizehn Jahren den Value Fonds "ME Fonds - Special Values“ (www.aqualutum.de). Elsässer wuchs in London, Hongkong und Paris auf. Nach Banklehre und Wirtschaftsstudium in Köln arbeitete er in einer Wirtschaftsprüfungs-Sozietät, als Finanzdirektor bei Dow Chemical Deutschland, in Sydney für Benckiser und in Singapur für die Storck Gruppe. Darüber hinaus arbeitete er einige Jahre eng mit dem New Yorker Investor Guy Wyser-Pratte zusammen, mit dem er unter anderem 2001 gegen den Rüstungskonzern Rheinmetall zu Felde zog. Im Jahr 2012 gründete er mit dem Profifußballer Simon Rolfes das Sport-Management Unternehmen  Rolfes & Elsässer - The Career Company.

Wenn ich mit meinem Oldtimer, einem Jaguar Mark X aus dem Jahre 1959, die Lastwagen auf der Autobahn A3 im Westerwald bergan überhole, wundere ich mich immer, wie wenig sich doch im Grundsätzlichen bei den Fahrzeugen geändert hat. Nach wie vor rollen wir auf vier Gummireifen mit Kautschukelementen mit fünf Gängen daher. Dies nur als ein Beispiel. Aufgrund der enormen arbeitspolitischen Bedeutung konnte sich eine eher beharrliche Denkweise des Ingenieurwesens, sagen wir einmal „mit Scheuklappen“, entwickeln. Auffallend ist eine Technikverliebtheit bei den großen Herstellern, welche sich in ihrem Produktionsangebot immer weniger von einander unterscheiden.

Solche Anzeichen der Erstarrung einer dominanten Branche, welche nicht in der Lage ist, schnell auf große Veränderungen zu reagieren, waren immer schon Vorboten eines langsamen Abgesangs. Werfen wir einen Blick hinter die Kulissen: An den internationalen Finanzmärkten ist die Abstimmung schon längst erfolgt. Wie schätzt das Großkapital die Zukunftsperspektiven ein? Die wirtschaftlichen Erfolge der Automobilbauer finden interessanterweise keinen Anklang. Aufschluss geben die Marktkapitalisierungen der Unternehmen an den Börsen. Renault ist mit etwa 27 Milliarden Euro, BMW mit etwa 67 Milliarden Euro und Daimler mit 80 Milliarden Euro bewertet. Dagegen bringen zur gleichen Zeit Google (Alphabet) etwa 470 Milliarden Euro, Amazon circa 270 Milliarden Euro und Apple 550 Milliarden Euro auf die Waage. Die Richtung der Kapitalströme ist eindeutig. Das Votum des Kapitals ist längst gefallen.

Autoindustrie im Umbruch

Elektroautos für Megastädte

Der Smog in Metropolen wie Peking, Shanghai oder Neu Delhi wird immer schlimmer. Statt auf Benzin- und Dieselfahrzeuge setzen die Städte nun auf Elektroautos – mit gravierenden Folgen für Deutschlands Autoindustrie.

Anders als in der Internet- und Telekom-Hausse der Jahre 1999 bis 2001 ist die reale Finanzkraft der modernen Unternehmen atemberaubend. Der Google (Alphabet) Konzern hat momentan liquide Mittel auf der Bank liegen in Höhe von 64 Milliarden Euro. In einem Kalenderjahr verdient Google über 13 Milliarden Euro nach Steuern. Innovatoren wie Google könnten sich den ganzen BMW Konzern einverleiben, ohne größere Bankgespräche führen zu müssen. Doch dies werden sie nicht tun. Für die Entwicklung neuer Mobilität-Konzepte braucht man keinen schweren Alt-Ballast. Es reichen Joint-Ventures und Know How Transfers auf Spezialgebieten. Die angekündigte Kooperation Ford mit Google geht in diese Richtung.

Platz 1: Familie Schaeffler

Unternehmen/Branche: Continental, Schaeffler (Autozulieferer)

Einnahmen (in Mio. €)*: 549

* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.

Im Bild Maria-Elisabeth Schaeffler-Thurmann.

Quelle: Unternehmen, Bundesanzeiger, BaFin, Bloomberg, Creditreform, DSW, Hoppenstedt, eigene Berechnungen

Foto: dpa

Platz 2: Stefan Quandt

Unternehmen/Branche: BMW (Auto), Gemalto (IT), Heel (Pharma)

Einnahmen (in Mio. €): 449

Foto: REUTERS

Platz 3: Klaus-Michael Kühne

Unternehmen/Branche: Kühne + Nagel, Hapag Lloyd (Logistik)

Einnahmen (in Mio. €): 429

Foto: AP

Platz 4: Susanne Klatten

Unternehmen/Branche: u.a. BMW (Auto), Altana (Chemie)

Einnahmen (in Mio. €): 420

Foto: dpa

Platz 5: Familie Reimann

Branche/Unternehmen: u.a. Reckitt Benckiser (Konsum), Coty (Kosmetik), Jimmy Choo (Schuhe)

Einnahmen (in Mio. €): 350

Foto: REUTERS

Platz 6: Familien Piëch/Porsche

Unternehmen/Branche: VW (Auto)

Einnahmen (in Mio. €): 340

Foto: dapd

Platz 7: Familie Merck

Unternehmen/Branche: Merck Darmstadt (Pharma)

Einnahmen (in Mio. €): 305

Foto: dpa

Platz 8: Die Brüder Samwer

Unternehmen/Branche: Rocket Internet (Onlinehandel)

Einnahmen (in Mio. €): 287

Auf dem Bild zu sehen ist Oliver Samwer, einer der drei Brüder.

Foto: dpa

Platz 9: Heinz H. Thiele

Unternehmen/Branche: Vossloh (Verkehr), Knorr-Bremse (Autozulieferer)

Einnahmen (in Mio. €): 239

Foto: dpa/dpaweb

Platz 10: Familie Henkel

Unternehmen/Branche: Henkel (Konsum)

Einnahmen (in Mio. €): 204

Auf dem Foto ist Henkel-Erbin Simone Bagel-Trah, die Urenkelin des Firmengründers Fritz Henkel, zu sehen.

Foto: dpa

Platz 11: Friedhelm Loh

Unternehmen/Branche: Friedhelm Loh Group (Schaltanlagen), Kuka (Roboter), Kloco (Stahlhandel)

Einnahmen (in Mio. €): 200

Foto: dpa

Platz 12: Boehringer/v. Baumbach

Unternehmen/Branche: Boehringer Ingelheim (Pharma)

Einnahmen (in Mio. €): 189

Auf dem Foto ist Christian Boehringer, Vorsitzender des Gesellschafterausschusses von Boehringer Ingelheim zu sehen.

Foto: dpa

Platz 13: Familie Otto

Unternehmen/Branche: Otto-Konzern, Dt. Euroshop (Handel), ECE Immobilien

Einnahmen (in Mio. €): 182

Foto: Presse

Platz 14: Familie Siemens

Unternehmen/Branche: Siemens (Technologie)

Einnahmen (in Mio. €): 174

Auf dem Foto ist Nathalie von Siemens zu sehen, die Vorstandssprecherin der Siemens-Stiftung.

Foto: Presse

Platz 15: Aloys Wobben

Unternehmen/Branche: Enercon (Windanlagen)

Einnahmen (in Mio. €): 150

Foto: REUTERS

Plätze 16-20

Platz 16: Familie Freudenberg

Unternehmen/Branche: Freudenberg (Technologie)

Einnahmen (in Mio. €)*: 125

Platz 17: Hasso Plattner (im Bild)

Unternehmen/Branche: SAP (Software)

Einnahmen (in Mio. €)*: 115

Platz 18: Familie von Finck

Unternehmen/Branche: u.a. SGS (Dienstleistungen), Mövenpick (Gastronomie), Custodia (Beteiligungen)

Einnahmen (in Mio. €)*: 110

Platz 19: Familie Springer

Unternehmen/Branche: Springer (Medien)

Einnahmen (in Mio. €)*: 102

Platz 20: Erben Tschira

Unternehmen/Branche: SAP (Software)

Einnahmen (in Mio. €)*: 101

* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.

Foto: REUTERS

Plätze 21-25

Platz 21: Familie Stotmeister

Unternehmen/Branche: Sto (Bau)

Einnahmen (in Mio. €)*: 99

Platz 22: Familie Fielmann

Unternehmen/Branche: Fielmann (Brillen)

Einnahmen (in Mio. €)*: 95

Platz 23: Würth (im Bild: Reinhold Würth)

Unternehmen/Branche: Würth (Montagetechnik)

Einnahmen (in Mio. €)*: 86

Platz 24: Dietmar Hopp

Unternehmen/Branche: SAP (Software)

Einnahmen (in Mio. €)*: 72

Platz 25: Familie Weisser

Unternehmen/Branche: Marquard & Bahls (Mineralöl)

Einnahmen (in Mio. €)*: 63

* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.

Foto: dpa

Plätze 26-30

Platz 26: Familie Hueck

Unternehmen/Branche: Hella (Autozulieferer)

Einnahmen (in Mio. €)*: 62

Platz 27: Familie Leibinger (im Bild: Nicola Leibinger-Kammüller)

Unternehmen/Branche: Trumpf (Maschinenbau)

Einnahmen (in Mio. €)*: 62

Platz 28: Ludwig Merckle

Unternehmen/Branche: u. a. Heidelcement (Bau), Kässbohrer (Fahrzeuge), Phoenix (Pharmahandel)

Einnahmen (in Mio. €)*: 62

Platz 29: Siegfried Meister

Unternehmen/Branche: Rational (Großküchenbau)

Einnahmen (in Mio. €)*: 55

Platz 30: Familie Wacker

Unternehmen/Branche: Wacker Chemie (Chemie)

Einnahmen (in Mio. €)*: 53

* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.

Foto: dpa

Plätze 31-35

Platz 31: Ralph Dommermuth

Unternehmen/Branche: United Internet (Telekom, Internet)

Einnahmen (in Mio. €)*: 49

Platz 32: Familie Roßmann (im Bild: Dirk Roßmann)

Unternehmen/Branche: Rossmann (Drogeriemärkte)

Einnahmen (in Mio. €)*: 49

Platz 33: Familie W. und M. Herz

Unternehmen/Branche: u. a. Beiersdorf, Tchibo (Konsum)

Einnahmen (in Mio. €)*: 48

Platz 34: Familie Schmidt-Ruthenbeck

Unternehmen/Branche: Metro (Handel)

Einnahmen (in Mio. €)*: 46

Platz 35: Familie Freier

Unternehmen/Branche: s. Oliver (Handel)

Einnahmen (in Mio. €)*: 46

* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.

Foto: dpa

Plätze 36-40

Platz 36: Familie Haniel

Unternehmen/Branche: Metro (Handel)

Einnahmen (in Mio. €)*: 40

Platz 37: Familie Jacobs

Unternehmen/Branche: u. a. Barry Callebaut (Konsum)

Einnahmen (in Mio. €)*: 39

Platz 38: Liz Mohn (im Bild)

Unternehmen/Branche: Bertelsmann (Medien)

Einnahmen (in Mio. €)*: 34

Platz 39: Familie Heraeus

Unternehmen/Branche: Heraeus (Metalle, Technologie)

Einnahmen (in Mio. €)*: 34

Platz 40: Georg Nemetscheck

Unternehmen/Branche: Nemetscheck (Software)

Einnahmen (in Mio. €)*: 33

* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.

Foto: dpa

Plätze 41-45

Platz 41: Familie Braun (im Bild: Ludwig Georg Braun)

Unternehmen/Branche: B. Braun Melsungen (Medizintechnik)

Einnahmen (in Mio. €)*: 32

Platz 42: Lutz Helmig

Unternehmen/Branche: Aton (Beteiligungen)

Einnahmen (in Mio. €)*: 30

Platz 43: Dieter Schnabel

Unternehmen/Branche: Helm (Chemie)

Einnahmen (in Mio. €)*: 30

Platz 44: Familie Fuchs

Unternehmen/Branche: Fuchs Petrolub (Chemie)

Einnahmen (in Mio. €)*: 28

Platz 45: Familie Günther Herz

Unternehmen/Branche: u. a. DNV (Schiffsklassifizierung), Vapiano (Gastronomie)

Einnahmen (in Mio. €)*: 24

* Brutto-Schätzungen nach veröffentlichten Stimmrechten und Stiftungsanteilen, teilweise umgerechnet.

Foto: dpa

Plätze 46-49

Platz 46: Familie Sixt (im Bild: Erich Sixt)

Unternehmen/Branche: Sixt (Autovermietung)

Einnahmen (in Mio. €)*: 22

Platz 47: Familie Dürr

Unternehmen/Branche: Dürr, Homag (Maschinenbau)

Einnahmen (in Mio. €)*: 21

Platz 48: Familie Kroneseder

Unternehmen/Branche: Krones (Maschinenbau)

Einnahmen (in Mio. €)*: 20

Platz 49: Klaus-Peter Schulenberg

Unternehmen/Branche: CtS Eventim (Konzerte)

Einnahmen (in Mio. €)*: 19

Foto: dpa


Innerhalb der Automobilindustrie sinkt der Widerstand gegen die Elektromotorentechnik. Das Klimakiller Argument mit dem hohen Anteil der Kraftfahrzeuge bei den CO2-Emissionen wiegt schwer. Die Erfolgsstory von Elektroauto-Newcomer „Tesla“ in den Vereinigten Staaten von Amerika ist für die traditionellen Autobauer irritierend, aber nicht länger zu ignorieren. Doch mit der Umstellung auf Elektroautos ist es meiner Ansicht nach nicht getan.

Smart fortwo electric drive

Der Elektro-Smart gehört zu den am meisten verbreiteten Elektroautos in Deutschland – das Daimler-eigene Carsharing-Projekt Car2go dürfte am Erfolg des Smart fortwo electric drive aber einen nicht unwesentlichen Anteil haben. Für Interessenten gibt es aber einen Haken: Der Elektro-Smart wird derzeit nicht mehr gebaut. Daimler hat die Produktion im August eingestellt. Der Elektro-Smart basierte allerdings noch auf dem Vorgänger-Modell – mit Benzinmotor sind bereits neuere Exemplare unterwegs. Der Elektro-Nachfolger kommt frühestens Ende 2016. Bis dahin werden bereits produzierte Elektro-Smarts noch verkauft, bis zum Start des neuen wird der Vorrat wohl aber nicht reichen.

Leistung: 75 PS
Akku: 17,6 kWh
Reichweite: 145 km

Foto: Daimler

VW e-Up!

Wer ein stadttaugliches Elektroauto fahren will, aber zwei Sitze mehr braucht als im Smart, der kann sich bei VW umschauen. Der e-Up! bietet mehr Platz, etwas mehr Leistung und eine höhere Reichweite als der Elektro-Smart, ist aber immer noch wendig und nicht zu groß für die Parkplatzsuche. Das Manko: Mit 26.900 Euro ist er auch ein gutes Stück teurer. Dennoch schafft er es in der Hitliste der beliebtesten Elektroautos Deutschlands auf Platz 2.

Leistung: 82 PS
Akku: 18,7 kWh
Reichweite: 160 km

Foto: Volkswagen

BMW i3

BMW ist mit dem i3 einen mutigen Schritt gegangen: Die Münchner haben nicht nur ein futuristisches Design gewagt, sondern auch gleich eine Kohlefaser-Karosserie in Serie gebracht. Alle anderen Elektroautos auf dem Markt basieren auf mehr oder weniger mutig gezeichneten Stahl- und/oder Alu-Karosserien. Deutlich über 2000 i3 sind bereits auf deutschen Straßen unterwegs. Dabei fällt er stärker auf als andere Elektroautos, denn sein extrovertiertes Design polarisiert. Minuspunkt: Beim Laden ist der Elektro-BMW nicht der allerschnellste, da er nicht mit den dafür nötigen Schnelllade-Standard unterstützt. In der Preisliste steht der i3 ab 34.950 Euro.

Leistung: 170 PS
Akku: 18,8 kWh
Reichweite: 190 km

Foto: BMW

Nissan Leaf

Weltweit ist der Leaf mit über 160.000 verkauften Autos das erfolgreichste E-Mobil auf dem Markt. 2014 waren 26 Prozent aller europaweit neu zugelassenen Pkw mit reinem E-Antrieb Nissan Leafs. Sein Erfolgsgeheimnis: Er war das erste speziell auf den Elektroantrieb hin entwickelte Auto. Das erklärt zum Beispiel auch die ungewöhnliche Form der Scheinwerfer: Sie sollen die Luft um die Außenspiegel herum leiten – bei einem leisen Elektroauto würden sonst unangenehme Windgeräusche an den Spiegeln entstehen. Nissan bietet den Leaf ab 23.790 Euro an, dann muss allerdings die Batterie gegen monatliche Kosten extra geleast werden. Mit Kaufoption auf den Akku ist der Leaf deutlich teurer.

Leistung: 109 PS
Akku: 24 kWh
Reichweite: 199 km

Foto: Nissan

Volkswagen e-Golf

VW hat lange gezögert, beitet den Golf aber inzwischen auch als Elektro-Version an. Abgesehen von dem ungewöhnlichen LED-Tagfahrlicht in der Stoßstange kommt der e-Golf wie alle anderen Golfs sehr unauffällig daher. Mit einem Preis von 34.900 Euro liegt er auf dem Niveau eines BMW i3 – bietet dafür mehr Platz, eine ähnliche Reichweite, aber weniger Fahrleistungen. Und eben ein deutlich massentauglicheres Design. Was dem ein oder anderen Kunden nicht unrecht sein dürfte.

Leistung: 116 PS
Akku: 24,2 kWh
Reichweite: 190 km

Foto: Volkswagen

Renault Zoë

Der Zoë von Renault gehört zu den Schnellladern, was den E-Auto-Fahrer freut. Doch einen Haken gibt es: Den superschnellen Gleichstrom-Standard unterstützt er nicht. In Frankreich ist er das meistverkaufte Elektroauto, hierzulande läuft es mit über 1700 Einheiten auch ganz gut. Er bietet ähnlich viel Platz wie ein i3, hat aber mehr Reichweite und ist günstiger: Renault verlangt 21.700 Euro plus monatliche Gebühren für die Batterie.

Leistung: 120 PS
Akku: 22 kWh
Reichweite: 210 km

Foto: WirtschaftsWoche

Mitsubishi EV/Peugeot iOn/Citroën C-Zero

Die Basis für dieses Trio bildet der Mitsubishi i-MiEV, der bereits 2009 auf den Markt gekommen ist. Die beiden französischen Ableger kamen später dazu. Inziwschen verkauft Mitsubishi den eigenwillig geformten Elektrowagen nur noch unter der Bezeichnung "EV". Peugeot und Citroën verlangen jeweils 25.883 Euro, der Mitsubishi ist mit 23.790 Euro etwas günstiger.

Leistung: 67 PS
Akku: 16 kWh
Reichweite: 150 km

Foto: Mitsubishi

Tesla Model S

Über kaum ein Elektroauto wird so viel geschrieben wie über Teslas Model S. Einige sprechen sogar vom "König der Elektroautos": Mit 422 PS ist er sehr stark (die Allrad-Variante bringt es auf noch mehr Leistung), bietet einen großen Kofferraum, bis zu sieben Sitze und im Normverbrauch eine Reichweite von über 500 Kilometern. Das hat natürlich seinen Preis: Ungefähr 81.000 Euro. In den USA wird das Tesla-SUV Model X bereits verkauft, in Europa kommt es erst im Frühjahr 2016 auf den Markt – dann wird das Model X auch in diese Liste aufgenommen.

Die folgenden Daten beziehen sich auf das Modell P85, andere Varianten weichen von diesen Werten ab:

Leistung: 422 PS
Akku: 85 kWh
Reichweite: 502 km

Foto: WirtschaftsWoche

Renault Twizy

Darüber streiten sich die Gelehrten: Darf der Twizy in dieser Liste auftauchen? Genau genommen nicht, den laut seiner Zulassung ist er kein Auto, sondern ein Quad. Deshalb kann er ohne Airbags auskommen. Da er aber ein idealer Stadtflitzer und zudem ein günstiger Einstieg in die Welt der Elektrofahrzeuge (ab 7000 Euro) ist, gehört er unserer Meinung doch in die Reihe der E-Autos. Und die Verkaufszahlen geben Renault recht. Aber zugegeben: Ohne Türen ist der Twizy nur für die ganz Hartgesottenen ein vollwertiges Alltagsgefährt.

Leistung: bis zu 18 PS
Akku: 6,1 kWh
Reichweite: 100 km (NEFZ)

Foto: WirtschaftsWoche

Ford Focus Electric

Den Elektro-Versuch von Ford kann man derzeit noch als halbherzig beschreiben: Der Focus Electric basiert noch auf der alten Generation des Kompaktwagens und hat eine geringere Reichweite als sein Dauer-Konkurrent VW Golf. Zumal der Elektro-Ford mit 39.900 Euro noch teurer ist als der e-Golf. Da muss Ford nachlegen.

Leistung: 145 PS
Akku: 23 kWh
Reichweite: 160 km

Foto: WirtschaftsWoche

Kia Soul EV

Wer mit seinem Elektroauto auffallen will, könnte statt zum i3 auch zum Kia Soul EV greifen. Wie der Standard-Soul ist der EV bereits mit seiner Kastenwagen-ähnlichen Grundform alles andere als konventionell. Bei der Reichweite und Leistung begibt er sich dann aber wieder auf das Niveau der Konkurrenz. Für den Elektro-Soul verlangt Kia 30.790 Euro – inklusive Batterie.

Leistung: 110 PS
Akku: 27 kWh
Reichweite: 212 km

Foto: Kia

Mercedes B 250 e

Nach dem Aus des Elektro-Smart hat Daimler nur noch ein reines E-Mobil im Angebot: Ende 2014 kam die B-Klasse Electric Drive auf den Markt – nach der 2015 angepassten Modellbenennung der Stuttgarter wird der Wagen jetzt als Mercedes B 250 e verkauft. Wie im Smart wurde bei einem bestehenden Modell der Verbrenner durch Akku und E-Motor ersetzt. Trotz der großen Akku-Kapazität bleibt der Kofferraum gleich groß. In Sachen Leistung und Reichweite konkurriert die Elektro-B-Klasse mit dem e-Golf und i3, bietet dabei aber den Raum eines Vans. Mit mindestens 39.151 Euro ist der Mercedes allerdings vergleichsweise teuer.

Leistung: 180 PS
Akku: 28 kWh
Reichweite: 200 km

Foto: Daimler

Nissan e-NV200 Evalia

Viel Platz bietet nicht nur die B-Klasse, sondern auch die Elektro-Version des Nissan-Vans NV200. Der simpel e-NV200 genannte Elektrowagen mit dem Antriebsstrang aus dem Bestseller Leaf ist als Van, aber auch als Lieferwagen erhältlich. Gegenüber dem Mercedes ist die Reichweite ein gutes Stück geringer, mit 30.870 Euro (plus Batteriemiete) ist der Nissan aber auch günstiger.

Leistung: 109 PS
Akku: 24 kWh
Reichweite: 167 km

Foto: Nissan

Renault Kangoo Z.E. Maxi

Noch billiger als der e-NV200 ist der Renault Kangoo Z.E. Maxi. Zwar hat er auch weniger Leistung als der Nissan, ist aber nochmals günstiger: 22.660 Euro zuzüglich der monatlichen Kosten für die Batterie. Für einen Stadt-Lieferwagen oder Handwerker reichen die Leistungsdaten des Renaults aber vollkommen aus.

Leistung: 44 kW
Akku: 22 kWh
Reichweite: 170 km

Foto: WirtschaftsWoche

Sowohl die Anforderungen innerhalb der Gesellschaft als auch die Einstellung breiter Kreise der Bevölkerung werden sich hinsichtlich des Themas „Auto und Mobilität“ stark verändern. Hierzu einige Beobachtungen, die Sie vielleicht einmal überprüfen wollen: Es wächst eine Generation junger Menschen heran, die gar keinen Führerschein mehr machen wollen. Sie verlangen nach mobilen Konzepten und nicht nach einem eigenen Auto. Die Identifikation mit einem Automobil als Status- und Eigentumssymbol wird zumindest in der Masse nicht mehr greifen. Das selbstfahrende Auto der Zukunft ist ein anonymes Fortbewegungsmittel. Die Folge wird sein, dass die Marketingkonzepte der klassischen Autobauer ins Leere gehen werden. Ein Markenmotto, wie zum Beispiel „aus Freude am Fahren“ oder „Vorsprung durch Technik“, wird obsolet. In der Konsequenz ist unter Umständen der Wert einer bis heute wertvollen Automobilmarke glatt dahin.

Das weitere Anwachsen der Mega-Millionen-Städte und die teils chaotischen Verkehrsverhältnisse machen integrierte Beförderungskonzepte nötig. Stellen wir uns einmal so eine kleine Vision der Zukunft vor. Nach dem Frühstück hält ein fahrerloses Google-Auto vor ihrer Haustür. Sie haben es per Smartphone bestellt. Es bringt sie zu einem Art Magnet-Schnell-Beförderungsband, sie können bequem mehrmals synchron ohne lange Wartezeit umsteigen. Es ist ein kontinuierlicher Beförderungsfluss. An zentralen Zielen angekommen, wartet wieder ein fahrerloses Google-Automobil auf sie und bringt sie vor die Haustür ihres Ziels. Während der gesamten Fahrzeit unterhalten sie sich per Skype mit ihren Kindern im Ausland, halten eine Videokonferenz ab oder dösen vor sich hin. Mobilität wird zu einem Grundrecht, so wie Luft und Wasser.

Als ihnen jemand erzählt, dass früher zig-Millionen Menschen jeden Tag im Stau standen, eingezwängt, täglich ein bis zwei Stunden, hinter dem Steuerrad eines eigenen Autos, allein und untätig sitzend, können sie sich vor Lachen kaum noch halten. Als sie dann noch hören, dass bei der ganzen Aktion auch noch Tausende von Menschen pro Jahr ums Leben kamen, sind sie dankbar, nicht in solch einer „Hinterwäldler Zeit“ haben leben zu müssen.

Wenn ich mich nun mit den Aktien der Automobilhersteller beschäftige, muss ich immer öfter an Carl Benz denken. Als er am 29. Januar 1886 sein Patent für den ersten Motorwagen anmeldete, da boomte das Pferde-Kutschen und Pferde-Droschken-Geschäft samt einer großen Zulieferindustrie. Als Value-Investor liegt für mich „Value“ nicht nur in der Bilanz, sondern manchmal auch in der Zukunft. Mit diesem Gedanken wünsche ich Ihnen einen guten Start ins Neue Jahr 2016.

Dr. Markus Elsässer ist Gründer und berät den ME Fonds- Special Values (WKN: 663307) und den Rohstoff-Aktienfonds ME Fonds Pergamon (WKN: 593117). Diese beiden Fonds könnten Positionen in Titeln halten, die in dieser Kolumne genannt sind.

Für den Fall, dass Leser dieser Kolumne Positionen eines genannten Titels in einem Umfang erwerben, der dazu geeignet ist, den Preis des Titels zu beeinflussen, könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide die Fonds im Falle der Veräußerung des Titels aus deren Portfolio nach einem solchen Kursanstieg vom Erwerb des Titels durch die Leser der Kolumne profitieren. Auch im Falle eines Verkaufs in einem entsprechenden Umfang durch Leser der Kolumne könnte der Verfasser dieser Kolumne und / oder einer beziehungsweise beide Fonds von fallenden Kursen durch günstigere Einstiegskurse im Falle eines späteren Kursanstiegs profitieren.

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