Martin Armstrong Neue Horrorprognose vom Crashpropheten

Erst vor kurzem sagte US-Finanzanalyst Martin Armstrong einen Crash am Anleihemarkt für Oktober 2015 voraus - nun macht er mit einer neuen Prognose auf sich aufmerksam.

Die Irrtümer der Crash-Propheten
Der US-Wissenschaftler Lars Peter Hansen - Nobelpreisträger für Wirtschaft in 2013 - warnt derzeit vor einem Crash. "Ein Einbruch um 20 Prozent kann passieren", sagte Hansen. Der Professor an der Universität in Chicago zeigte sich gegenüber der Tageszeitung "Welt" über die Gelassenheit der Investoren angesichts der Risiken erstaunt. Allerdings sei die Vorhersage, wann eine Spekulationsblase platze schwierig. Den Nobelpreis erhielt Hansen für seine Arbeiten zu Risiken und Unsicherheit am Kapitalmarkt. Andere Crash-Propheten lehnten sich deutlich weiter aus dem Fenster. Quelle: dpa
Nouriel Roubini Quelle: REUTERS
Marc Faber Quelle: dpa Picture-Alliance
Alan Greenspan Quelle: REUTERS
Wolfgang Münchau, Archivbild von 2002 Quelle: dpa
Paul Krugman Quelle: REUTERS
Max Otte Quelle: dpa Picture-Alliance
Harry DentDie Prognosen des bekannten US-Investors und Newsletter-Autor Harry Dent schwanken zwischen Euphorie und Verzagen. 2011 sagte der Crash-Prophet für den Dow Jones eine Absturz auf 3000 Punkte voraus und riet Anlegern, in den Jahren 2012 und 2013 dem Aktienmarkt fern zu bleiben. Wer diesem Rat folgte, verpasste eine Rallye des S&P 500 um fast 50 Prozent. Warum Börsen-Propheten trotz ihrer häufigen Fehlprognosen so gefragt sind, weiß Joachim Goldberg von der Researchfirma Goldberg & Goldberg: "Immer mehr Leute haben ein komisches Gefühl, dass es an der Börse nicht mit rechten Dingen zugeht.“ Dadurch sei der Aufstieg der Crash-Propheten zu erklären, die mit ihren Vorhersagen die Wahrsager der Moderne sind. „Sie bringen Ordnung in das zufällige Geschehen, und sei es nur zum Schein." Quelle: Presse
Roland Leuschel, Archivbild von 1992 Quelle: dpa
Albert Edwards Quelle: Bloomberg
Peter Schiff, Vorstandschef von Euro Pacific Capital Quelle: Bloomberg

Grexit hin oder her, der Kampf um den Euro ist verloren. Davon geht zumindest Finanzanalyst und Crashprophet Martin Armstrong aus. "Ich würde sagen, dass das Risiko für den Zerfall bei 90 Prozent liegt", sagte der US-Amerikaner der "Welt". Es fehle ein einheitlicher Anleihemarkt in der Euro-Zone, damit die Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar eine Chance hätte, so Armstrong.

Mit gemeinsamen Anleihen wäre das System laut Armstrong viel stabiler, da Banken und andere Großinvestoren nicht in viele verschiedene Staatsanleihen investieren müssten, sondern einheitlich kaufen könnten.

Kein Wunder also, dass Armstrong für den Markt der europäischen Staatsanleihen sehr pessimistisch ist. "Ich erwarte einen Crash im Oktober dieses Jahres, weil dann die Blase an Staatsanleihen platzt", sagte der Analyst vor kurzem in einem Interview mit der WirtschaftsWoche.

Nicht nur durch die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) seien die Papiere stark überbewertet. Steigen dann in den USA die Zinsen, weil die Fed den Leitzins erhöht, kommt es zum Crash. An welchen Tagen im Oktober die Kurse tatsächlich verrückt spielen könnten, ist offen. Zunächst sprach Armstrong von einem Zeitraum "um den 17. herum", gegenüber der "Welt" nannte er nun den 1. Oktober.

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Der Oktober-Crash ist nicht Armstrongs erste Prognose. Der streitbare Finanzanalyst ist Erfinder des auf der Zahl Pi basierenden Economic Confidence Model, mit dem er vorgab, den Crash von 1987 und andere vorhergesagt zu haben. 1999 wurde er inhaftiert und saß wegen Nichtanerkennung des Gerichts sieben Jahre in Haft, er soll Anleger mittels eines Schneeballsystems um Millionen betrogen haben.

Am Donnerstag startet auch in Deutschland die Dokumentation "The Forecaster", in der das Leben von Martin Armstrong verfilmt wurde. Auch deshalb dürfte sich der Crash-Prophet nun mit zahlreichen Untergangs-Szenarien und Crash-Daten an die Öffentlichkeit wagen.

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