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Nikkei, Topix und Co Inflationssorgen lassen Asien-Börsen abrutschen

Die Angst vor einer steigenden Inflation treibt auch die Anleger in Asien um. Zudem belastet die Lieferkrise bei Komponenten Japans Industrie.

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Die asiatischen Anleger gehen getrübt in den neuen Monat. Quelle: dpa

Befürchtungen über anhaltende Inflation auch nach dem Höhepunkt des weltweiten Wachstums haben Anleger in Asien belastet. Die Anleihen jedoch erholten sich wegen der abgekühlten Risikobereitschaft. „Man kann sich darüber streiten, ob es sich wirklich um eine stagnierende Inflation handelt oder nicht, aber die gesamte Wachstums-Inflations-Kulisse scheint sich negativ gedreht zu haben“, sagte Rob Carnell, Leiter der Research Abteilung Asien-Pazifik von ING in Singapur.

Die Börse in Shanghai blieb heute wegen Feiertag geschlossen. Die Börse in Tokio hat sich am Freitag zunächst schwächer gezeigt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 2 Prozent tiefer bei 28.867 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 2 Prozent und lag bei 1989 Punkten.

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 111,27 Yen und gab 0,4 Prozent auf 6,4452 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9316 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1575 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0785 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,3454 Dollar.

Lieferkrise bei Komponenten belastet Japans Industrie

Die Lieferkrise bei Elektronik-Bauteilen bereitet der japanischen Automobilindustrie große Sorgen. Wie aus einer am Freitag veröffentlichten Quartalsumfrage („Tankan“) der japanischen Notenbank hervorgeht, sank der darin ermittelte Stimmungsindex für die Autobauer um Branchenprimus Toyota zwischen Juli und September um 10 Punkte im Vergleich zum Vorquartal auf minus 7. Ein negativer Index bedeutet, dass die Pessimisten in der Branche in der Mehrheit sind. Zwar hellte sich die Stimmung der japanischen Großindustrie branchenübergreifend im nunmehr fünften Quartal in Folge auf. Für die kommenden drei Monate sind die Konzerne aber weniger zuversichtlich.

Nach den schweren Einbrüchen wegen der Corona-Pandemie verbesserte sich der von der Bank of Japan (BoJ) ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionsunternehmen des Landes zum September von zuvor plus 14 überraschend auf 18. Viele Ökonomen hatten bereits in dem Quartal mit einer leichten Eintrübung gerechnet, auch wenn die Optimisten in der Industrie weiterhin in der Mehrheit sind. In den kommenden drei Monaten dürfte der Stimmungsindex jedoch wieder auf plus 14 sinken, wie aus der Umfrage unter rund 10.000 Unternehmen hervorgeht. Die Industrie, insbesondere Japans wichtige Autobranche, hat die wirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Schock angeführt.

Doch in den vergangenen Monaten musste die Automobilindustrie, die in Japan das Rückgrat der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt darstellt, wegen fehlender Zulieferteile und Halbleiter-Engpässen die Produktion drosseln. Japans designierter neuer Regierungschef Fumio Kishida steht nun vor der Herausforderung, die coronageplagte Wirtschaft wieder auf den Erholungspfad zu führen. Viele Beobachter erwarten, dass er dabei von den wirtschaftspolitischen Weichenstellungen des langjährigen Ex-Premiers Shinzo Abe nicht groß abweichen wird. So dürfte die Zentralbank auch weiterhin an ihrer aggressiv gelockerten Geldpolitik festhalten.

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