Dax und Co.: Europas Börsen treten auf der Stelle
An den europäischen Aktienmärkten haben sich die Anleger vor den mit Spannung erwarteten Ergebnissen des US-Chip-Giganten Nvidia nicht aus der Deckung gewagt. Der Dax gab um bis zu 0,6 Prozent auf 24.013 Punkte nach. Der EuroStoxx50 trat mit 5385 Zählern auf der Stelle. „Die Messlatte für den Quartalsbericht des KI-Highflyers Nvidia könnte kaum höher liegen“, sagte RoboMarkets-Stratege Jürgen Molnar. „Der Einfluss der Zahlen ist nicht nur auf die gesamte Technologiebranche innerhalb und außerhalb der USA, sondern auch auf alle Börsen dieser Welt enorm, was die Zurückhaltung im Vorfeld der Zahlen rund um den Globus erklärt.“
Analysten erwarten für das abgelaufene Quartal einen Umsatzsprung um fast 53 Prozent auf 45,83 Milliarden Dollar. Die Bruttomarge dürfte jedoch wegen des weniger profitablen China-Geschäfts unter Druck geraten.
Im Fokus stehen beim weltgrößten Anbieter von Hochleistungsprozessoren für Künstliche Intelligenz Aussagen zu den Aussichten in China, nachdem die US-Regierung Nvidia den Verkauf bestimmter Prozessoren in die Volksrepublik gegen eine Umsatzbeteiligung von 15 Prozent gestattet hat.
Pariser Börse stabilisiert sich
Nach dem Ausverkauf bei französischen Aktien und Anleihen stabilisierten sich zur Wochenmitte die Märkte in Paris trotz der anhaltenden politischen Unsicherheit. Der französische Blue-Chip-Index CAC40 zog rund ein halbes Prozent an, nachdem er am Vortag um rund zwei Prozent auf den niedrigsten Stand seit drei Wochen abgerutscht war. Vor allem französische Banken waren unter die Räder gekommen, weil der Minderheitsregierung unter Ministerpräsident Francois Bayrou im kommenden Monat das Aus droht.
Die Aktien der Großbanken BNP Paribas und Societe Generale blieben am Mittwoch unter Druck. „Sobald wir Klarheit über das Misstrauensvotum haben, könnten sich im Bankensektor einige Kaufgelegenheiten ergeben“, kommentierte Christoph Berger von Allianz Global Investors.
Im Dax rutschte die Commerzbank nach einer Herabstufung ans Dax-Ende. Die Titel gaben um 3,5 Prozent nach, nachdem Goldman Sachs die Einstufung auf „Sell“ von zuvor „Neutral“ gesenkt hatte. Die Goldman-Analysten revidierten auch ihre Empfehlung für die Deutsche Bank auf „Neutral“ von zuvor „Buy“. Die Titel von Deutschlands größter Bank gaben 2,5 Prozent nach. Der europäische Branchenindex büßte mehr als ein Prozent ein.
Porsche sucht neuen CEO
Ein Bericht über einen möglichen Wechsel an der Spitze sorgte für Rückenwind bei Porsche. Die Aktien legten zeitweise um fast vier Prozent zu und ließen damit die übrigen Dax-Werte deutlich hinter sich. Volkswagen-Chef Oliver Blume will einem Bericht zufolge seinen Spitzenposten bei der Sportwagentochter Porsche abgeben.
Derzeit laufe die Suche nach einem Nachfolger für Blume bei dem Stuttgarter Autobauer, wie die WirtschaftsWoche am Mittwoch unter Berufung auf Insider berichtete. Blumes Doppelrolle sei von Anfang an als Makel gesehen worden, kommentierte ein Händler.
Dagegen brachen die Aktien des Gewerbeimmobilieninvestors Aroundtown um rund sieben Prozent ein. „Gewinnmitnahmen könnten hier ein Faktor sein, da der europäische Immobiliensektor derzeit durchwachsen ist“, sagte Manuel Martin, Analyst bei ODDO BHF. Aroundtown erzielte einen Halbjahresgewinn und profitierte von der Erholung der deutschen Gewerbe- und Wohnimmobilienpreise nach Jahren des Rückgangs.
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