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Riedls Dax-RadarDax mit Schlagseite

Die Korrektur am deutschen Aktienmarkt geht in die nächste Phase. Der Branchenmix im Dax sollte aber eine Erholung in der zweiten Jahreshälfte möglich machen.Anton Riedl 13.05.2016 - 12:35 Uhr

Aktienhändler auf dem Parkett der deutschen Börse in Frankfurt am Main.

Foto: dpa

Die deutsche Wirtschaft ist im ersten Quartal um 0,7 Prozent gewachsen gegenüber 0,3 Prozent im direkten Vorquartal. Das ist eine bemerkenswerte Beschleunigung. Die Jahresrate liegt bei 1,6 Prozent. Das ist voll im Plan und für die Börsen kein schlechtes Umfeld.

Vier entscheidende Gründe gibt es für das Wachstum: Der stabile und lebhafte Konsum, die florierende Bauwirtschaft (hier half auch das Wetter), die Ausgaben für Flüchtlinge und die niedrige Arbeitslosigkeit. Zum Teil sind das Folgen der extrem niedrigen Zinsen; wenn man für sein Geld nichts mehr bekommt, fällt Konsumieren leicht.

Vergleicht man die allgemeine Wirtschaftsentwicklung mit den Zahlen, die von den Dax-Unternehmen hereingekommen sind, gibt es allerdings eine divergierende Entwicklung. Früher war die Metro der größte und klassische Konsumwert im Dax. Heute ist es noch am ehesten Beiersdorf, zum Teil auch Henkel. Beide profitieren vom robusten Konsum. Dominant im Index aber sind großen Exporteure – und da sieht es moderater aus.

Kenneth Griffin

Jährlich gibt das Investoren-Magazin „Alpha” ein Ranking der Hedgefonds-Manager heraus, die am besten verdient haben. Kenneth Griffin schafft es im diesjährigen Ranking auch auf den ersten Platz. Über die letzten Jahre hat der Gründer und Vorsitzender der Citadel Investment Group Unmengen an Dollar in ein, wie er es nennt, „state-of-the-art“ Computersystem investiert. 2015 hat er 1,7 Milliarden US-Dollar verdient.

Foto: REUTERS

James Simons

James Simons (links) ist Mathematiker und der Gründer der Investmentfirma Renaissance Technologies. Im Jahr 2015 verdiente James Simons ebenfalls 1,7 Milliarden Dollar.

Foto: AP

Raymond Dalio

Der Gründer des Hedgefonds-Unternehmens Bridgewater Associates, Raymond Dalio, hat im vergangenen Jahr 1,4 Milliarden Dollar verdient. Laut der Forbes Liste 2016 beträgt sein Vermögen insgesamt rund15,6 Milliarden US-Dollar. Damit belegt er Platz 48 auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt.

Foto: REUTERS

David Tepper

David Tepper gründete Appaloosa Management 1992. Im Jahr 2009 erzielte der Hedgefonds einen Gewinn von rund sieben Milliarden US-Dollar und David Tepper erhielt ein Gehalt von vier Milliarden Dollar. Damit war er der bestverdienende Hedgefonds-Manager aller Zeiten. 2015 hat er „nur”1,4 Milliarden Dollar verdient.

Foto: AP

Israel (Izzy) Englander

Israel Englander ist der Gründer des Multi-Manager-Giganten Millennium Management. 2015 hat er 1,15 Milliarden Dollar verdient.

Foto: AP

David Shaw

Der Gründer der D.E. Shaw Group, David Shaw, hat im Jahr 2015 rund 750 Millionen Dollar verdient. Früher war er Informatik-Professor an der Columbia Universität.

Foto: REUTERS

John Overdeck

John Overdeck ist einer der Gründer von Two Sigma Investments. Der Hedgefonds nutzt für seine Strategien unteranderem künstliche Intelligenz. Overdeck hat im vergangenen Jahr 500 Millionen Dollar verdient.

Foto: dpa

David Siegel

Vor einem Jahr hat David Siegel, der Ko-Vorsitzende des Hedgefonds Two Sigma, auf einer Konferenz verkündet, dass eines Tages auf Computer gestützte Manager den Markt beherrschen werden. Um seine Investitionsziele zu erreichen hat er bereits computergenerierte Investitionsstrategien genutzt – erfolgreich. Im vergangenen Jahr verdiente er wie sein Kollege Overdeck 500 Millionen Dollar.

Foto: imago images

Ole Andreas Halvorsen

Ole Andreas Halvorsen wurde 1961 in Norwegen geboren. Er ist CEO und Mitbegründer des Hedgefonds Viking Global Investors. Im vergangenen Jahr hat er 370 Millionen Dollar verdient.

Foto: dpa Picture-Alliance

Christopher Hohn

Christopher Hohn ist der Chef und Mitbegründer des britischen Hedgefonds The Children's Investment Fund. 2008 spendete er über eine halbe Milliarde Euro einer Stiftung, die Kindern Entwicklungsländern hilft. Er gilt als äußerst medienscheu, deshalb gibt es kaum öffentliche Fotos von ihm. Im vergangenen Jahr hat er wie Joseph Edelman 300 Millionen Dollar verdient.

Foto: imago images

Joseph Edelman

Joseph Edelman hat den auf Biotechnologie konzentrierten Hedgefond Perceptive Advisors 1999 gegründet. Im vergangenen Jahr hat er 300 Millionen Dollar verdient.

Foto: imago images

Autobranche als Hemmschuh

Die zentrale Branche im Dax, die Autoindustrie, immerhin vertreten mit drei führenden Produzenten und einem Top-Zulieferer, hat zahlreiche Probleme. Reihum wird offensichtlich, dass VW keineswegs ein Monopol auf kreative Abgasgestaltung hat; wahrscheinlich haben alle Hersteller mehr oder weniger an bestimmten Schrauben gedreht. Das ist nicht nur aus rechtlichen und marketingtechnischen Gründen bedenklich. Das zeigt, an welche, Grenzen die Branche mittlerweile gestoßen ist.

Für Anleger heißt das: Die Gefahr ist groß, dass die zuletzt guten, auch in vielen Jahresabschlüssen 2015 gesehenen Zahlen, sich so nicht mehr fortschreiben lassen. An den Börsen ist dies der Grund dafür, dass Autoaktien trotz zum Teil günstiger Bewertung, hoher Dividende und keineswegs schwacher Bilanz nicht mehr auf Gegenliebe stoßen.

Beiersdorf

Nivea-Konzern verzeichnet Gewinnsprung

Die Geschäfte mit Körperpflegeprodukten beim Hamburger Traditionsunternehmen Beiersdorf laufen gut. Auch 2016 soll der Umsatz zulegen. Wachstumschancen sieht der Konzernchef bei Produkten für Männer.

Die Umwälzungen der Branche kommen hinzu: Die Schwellenländer wachsen zwar noch, aber es gibt immer wieder Rückschläge – moderate bisher in China, schwere in Brasilien und Russland. Die Umstellung auf E-Mobilität findet in weitem Ausmaß außerhalb der klassischen Produzenten statt. Die Erfolgsgeschichte von Tesla ist nichts anderes als der offensichtliche Beweis, dass Daimler, BMW und Co. auf diesem Gebiet bisher schlichtweg versagt haben. Ganz abgesehen davon, dass sich die bisherigen Platzhirsche mit Adressen wie Apple oder Google herumschlagen müssen, womöglich als Juniorpartner. Innerhalb weniger Jahre ist die Autobranche von einer Ikone zu einer Industrie des vergangenen Jahrhunderts geworden; fast schon wie einst die Stahlindustrie.

Aktien, Anleihen, Fonds

Die Anlagetipps der Woche

Gesundheitskonzern Johnson & Johnson ist noch immer ein Basisinvestment, aber auch mit Immobilien in Myanmar oder einer Panama-Anleihe winken attraktive Renditen. Aktien, Anleihen und Fonds für die private Geldanlage.

von Frank Doll, Anton Riedl und Heike Schwerdtfeger

Finanzen im Feuer, Hoffnungsträger Pharma und Gesundheit

Die Zeitenwende für die zentrale Industrie im Dax wirkt sich im Index umso stärker aus, da auch andere ehemalige Index-Größen verblichen sind: Die Energieindustrie hat in den vergangenen Jahren mehr als 100 Milliarden Euro Anlegergelder vernichtet. Bei den Banken bringen die beiden führenden Adressen der wichtigsten europäischen Volkswirtschaft, die Deutsche Bank und die Commerzbank, zusammen nicht viel mehr Börsenwert auf die Waage als der ehemalige Turnschuhhersteller Adidas (der aktuell zu den Überfliegern im Index zählt).

Und erwischt es jetzt wohl gar noch mit den Versicherern die nächste zentrale Branche im Dax? Von der Münchener Rück hat sich Warren Buffett frühzeitig verabschiedet, obwohl er über Jahrzehnte am Geschäft der Rückversicherungen festhielt. Die Münchener Rück fällt derzeit eher durch Krisenwarnungen auf als – wie früher – durch Contenance und Stille Reserven. Besser sieht es bei der Allianz aus: Hier scheint die neue Führung den Schwenk von der klassischen Lebensversicherung hin zu neuen Geschäftsfeldern trotz extrem ungünstiger Zinsen eher im Griff zu haben.

Seit 1985 gelang insgesamt 44 US-Unternehmen, ihren Wert um mindestens 10.000 Prozent zu steigern, berichtet das „Wall Street Journal”. Unter den Top-Aktien finden sich Giganten wie Apple, Nike und Philip Morris. Doch nicht wenige der Erfolgsbringer Hidden Champions. So wie...

Foto: AFP

...Gentex Corporation. In den letzten 30 Jahren stieg die Aktie des Automobilzulieferers jedes Jahr im Schnitt um rund 19,1 Prozent. Auf den gesamten Zeitraum gerechnet, stieg die Aktie um 19.095 Prozent. Das Unternehmen stellt unter anderem sich automatisch dimmende Rückspiegel und kamerabasierte Assistenzsysteme für Autofahrer her.

Foto: Imago

Das Logistikunternehmen Expeditors International of Washington hat seinen Firmensitz in Seattle. Seit 1985 erzielt es jährlich im Durchschnitt eine Wertsteigerung von 19,3 Prozent. Insgesamt macht das einen Kursanstieg von 20.127 Prozent in den vergangenen 30 Jahren.

Foto: dpa

Stryker Corporation produziert und verkauft orthopädische und weitere medizintechnische Produkte. Das US-amerikanische Unternehmen erzielte in den vergangenen 30 Jahren eine Wertsteigerung von durchschnittlich 19,6 Prozent pro Jahr. Insgesamt stieg die Aktie um 21.329 Prozent in den vergangenen 30 Jahren. Die Zentrale des deutschen Ablegers Stryker GmbH befindet sich übrigens in Duisburg.

Foto: obs

In den USA hält Monster Beverage Corporation mit Energydrinks nicht nur müde Studenten, sondern auch Anleger wach. Mit einem jährlichen Kurszuwachs von 20,3 Prozent landet der Getränkehersteller auf Platz 14 des Rankings. Insgesamt stiegt die Aktie um 25.323 Prozent.

Foto: AFP

Dass sich trotz des jüngsten Preisverfalls Geschäfte mit dem Erdöl lohnen können, beweist die Holly Frontier Corporation. Der Betreiber von Erdöl-Raffinerien bringt es auf Platz 13 im Ranking. Der Aktienkurs des Unternehmens stieg seit 1985 jährlich im Schnitt um 20,4 Prozent. Gesamtsteigerung seit 1985: 26.249 Prozent.

Foto: Screenshot

Paychex hat sich auf das Outsourcing von Dienstleistungen bei Betrieben spezialisiert. Insbesondere bietet das Unternehmen Hilfe bei Lohnabrechnungen, Unternehmensbesteuerung und Verwaltungstätigkeiten an – offenbar erfolgreich. In den vergangenen 30 Jahren steigerte Paychex jährlich seinen Wert im Schnitt um 20,4 Prozent. Gesamtsteigerung: 28.432 Prozent.

Foto: dpa

Fast 19 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftete die Altria Group im Jahr 2015. Bekannte Marken des Tabak-Konzerns sind Marlboro und L&M. Im Ranking schafft es das Unternehmen mit einer Wertsteigerung von 28.432 Prozent in den vergangenen 30 Jahren auf Platz 11. Auf das Jahr gerechnet ergibt sich eine durchschnittliche Wertsteigerung um 20,7 Prozent.

Foto: ap

Der Aktienkurs von Apple musste in der jüngsten Vergangenheit eine kleine Schlappe hinnehmen. Dennoch dürften die Anleger nicht allzu sehr enttäuscht sein. Im Durchschnitt gewann es in den vergangenen 30 Jahren um 21,13 Prozent an Wert. Die Gesamtsteigerung der letzten drei Jahrzehnte beträgt 31.428 Prozent.

Foto: AFP

Jack Henry & Associates stellt Banken Technologiedienstleistungen zur Verfügung. Zwischen 1986 und 1989 verlor das Unternehmen mehr als 82 Prozent seines Marktwertes. Jetzt sieht es wieder besser aus. Im Durchschnitt schaffte es Jack Henry & Associates, seinen Wert um rund 21,8 Prozent zu steigern. Zusammengenommen macht es eine Kurssteigerung von 36.716 Prozent in den vergangenen drei Jahrzehnten.

Foto: ap

Kansas City Southern ist im Schienenverkehrsbereich tätig – erfolgreich. 2015 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von mehr als rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Mit einer Wertsteigerung von 37.384 Prozent in den vergangenen 30 Jahren heißt das im Ranking Platz 8. Jährlich stieg der Kurs der Kansas City Southern-Aktien um durchschnittlich etwas mehr als 21,8 Prozent.

Foto: Imago

Die Produktdesign- und Entwicklungsgesellschaft Altair schafft es im Ranking auf Platz 7. Mit einer Wertsteigerung von 39.070 Prozent in den vergangenen 30 Jahren liegt das Unternehmen nur knapp hinter der Danaher Corporation. Jährlich stiegen die Altair-Papiere um durchschnittlich 22 Prozent.

Foto: Imago

In Deutschland ist Danaher vor allem durch das Aufkaufen der deutschen Unternehmen KaVo und Leica Microsystems bekannt geworden. 2014 erwirtschaftete das Unternehmen rund 19,9 Milliarden US-Dollar. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Aktie des Unternehmens rund 22,1 Prozent an Wert gewonnen. Die Kurssteigerung seit 1985 beträgt satte 39.526 Prozent.

Foto: AFP

Auch Versicherungen lohnen sich. Die United Health Group schafft es im Ranking auf den fünften Platz. In den vergangenen 30 Jahren konnte das Unternehmen seinen Wert um rund 40.503 Prozent steigern. Das macht einen durchschnittlichen Jahreskursgewinn von rund 22,2 Prozent.

Foto: ap

Mit Nike hat es eines der bekannteren Unternehmen in die Liste geschafft. Der Sportartikelhersteller gehörte schon in den 1980er Jahren zu den erfolgreichsten seiner Branche. Doch seitdem zog der Wert des Konzerns noch einmal dramatisch an – seit 1985 steigerte die Nike-Aktie ihren Wert um 42.111 Prozent. Durchschnittliche jährliche Kurssteigerung: 22,3 Prozent.

Foto: Reuters

Seit seiner Gründung 1980 setzt der Biotech-Konzern Amgen Mikroorganismen zur Produktion von Arzneimitteln ein. Mit Erfolg. Die Aktie stieg in den vergangenen 30 Jahren um insgesamt 62.850 Prozent. Aufs Jahr gerechnet, stieg der Kurs im Schnitt um rund 24 Prozent.

Foto: ap

Mit Heimwerker-Bedarf für Hobby-Bastler und Profis wurde „Home Depot“ groß – die nach eigenen Angaben größte Baumarktkette der Welt. In den vergangenen 30 Jahren konnte das Unternehmen seinen Wert um 67.795 Prozent steigern. Das ergibt eine jährliche Durchschnittssteigerung um 24,3 Prozent. Im Ranking gibt es dafür Platz 2.

Foto: AFP

Was macht eigentlich Balchem? Längst nicht jedem Anleger ist der Name dieses Unternehmens ein Begriff. Das ist schade, denn die Aktien des Industriechemiekonzerns aus Wawayanda im US-Bundesstaat New York ist heute rund 1080-mal so viel wert wie noch 1985. Jährlich hat Balchem seinen Wert im Schnitt um 26,2 Prozent gesteigert. Damit liegt das Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Aromastoffen, Desinfektionsgasen und Nahrungsergänzungsmittel für Tierfutter spezialisiert hat auf dem ersten Platz der erfolgreichsten US-Konzerne der letzten 30 Jahre.

Foto: Screenshot

Man darf gespannt sein, wie sich die nächste wichtige Branche im Dax schlägt: die Chemie- und Pharmaindustrie. Grundsätzlich findet eine Aufspaltung statt, wie es sich gut an Bayer zeigt: einfache, klassische Chemie (Lanxess, Covestro) wird ausgegliedert, die vermeintlichen Perlen (Pharma) bleiben im Konzern. Immerhin, der Kampf um die Neustrukturierung (etwa die Hoffnung auf die Agrarchemie) hält für die Branche die Phantasie am Köcheln. So gesehen bieten Chemie und Pharma für Anleger derzeit eine interessante Mischung.

Platz 10 - PPG Industries (USA):
Die Amerikaner produzieren unter anderem bruchsicheres Glas für die Auto- und Raumfahrtindustrie, aber auch Farben, Lacke und Chemikalien. 15,33 Milliarden Dollar setzte Pittsburgh Plate Glass damit im Jahr 2016 um.

Foto: AP

Platz 9: Linde
Die Münchener sind weltweit einer führenden Anbieter für Gase. Ein Umsatz von umgerechnet 17,83 Milliarden Dollar im Jahr 2016 reicht für einen Platz in der Top Ten.

Foto: dpa

Platz 8: Air Liquide (Frankreich)

Die Erfindung von flüssiger Luft legte den Grundstein für einen Weltkonzern. Im vergangenen Jahr kam der französische Chemieriese auf einen Umsatz von 19,08 Milliarden Dollar.

Foto: CLARK/obs

Platz 7: Henkel (Deutschland)

Weltweit ist der Düsseldorfer Konzern bekannt für seine Marken Persil, Pril oder Pritt. Mit einem Umsatz von 19,69 Milliarden Dollar spielt der Dax-Konzern auch unter den internationalen Chemieriesen vorne mit.

Foto: dpa

Platz 6: Dupont (USA)

Der komplette Name des amerikanischen Chemieriesens lautet „E I Du Pont de Nemours“. Das geht zurück auf die französischen Gründer, die in die USA emigriert waren und dort 1802 begannen, Sprengstoffe zu produzieren. Heute macht das Unternehmen in über 80 Ländern weltweit einen Umsatz von insgesamt 24,6 Milliarden Dollar. 2017 erfolgte die Fusion mit dem Rivalen Dow Chemical zum größten Chemiekonzern der Welt.

Foto: dpa

Platz 5: LyondellBasell Industries (Niederlande)
Über die Jahre ist das internationale Konglomerat durch Zukäufe immer weiter gewachsen. Aus steuerlichen Gründen ist der Konzern mittlerweile in den Niederlanden beheimatet, auch wenn die Aktien in New York gehandelt werden. Der globale Umsatz ist mit 29,18 Milliarden Euro in der internationalen Spitzenklasse.

Foto: REUTERS

Platz 4: Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Die Weiterverarbeitung von Öl und Gas macht den arabischen Staatskonzern zu einem der größten Chemiekonzerne weltweit. Der Umsatz von 39,5 Milliarden Dollar spricht für sich.

Foto: SABIC

Platz 3: Dow Chemical (USA)
Kunststoffe, synthetischer Kautschuk und Chlor gehören zu den meistverkauften Produkten der Amerikaner. Der Umsatz von 48,16 Milliarden Dollar wird nur von zwei deutschen Konzernen übertroffen.

Foto: AP

Platz 2: Bayer (Deutschland)
Nicht nur unter den Pharmakonzernen gehören die Leverkusen zu den globalen Riesen, auch in der Chemie kann kaum einer Bayer das Wasser reichen. Ein Umsatz von 49,2 Milliarden Dollar ist weltweit der zweithöchste der Branche.

Foto: dpa

Platz 1: BASF (Deutschland)
Die „Badische Anilin- und Soda-Fabrik“ ist mittlerweile schon seit Jahren unangefochtener Marktführer der Chemieindustrie. Die Ludwigshafener haben allein 2016 einen Umsatz von 69,54 Milliarden Dollar erwirtschaftet. 2017 dürfte allerdings die Allianz von Dow und DuPont an die Spitze rücken.

Foto: CLARK/obs

Ein Spezialfall sind die beiden Fresenius-Aktien. Das Unternehmen selbst rechnet sich nicht zur Pharma-Branche, sondern sieht sich im großen Trend Gesundheit. Das stimmt besonders für die Dachgesellschaft Fresenius SE dank breiterem Geschäft besser als für die auf Dialyse spezialisierte Fresenius Medical Care (die zuletzt aber immerhin durch höhere Gesundheitsleistungen in den USA nun auch wieder einen Gewinnanstieg geschafft hat).

Als Stabilisator für den Dax erweisen sich die Unternehmen, die zur Jahrtausendwende ihren Börsendurchbruch hatten, dann eine lange Reinigungskrise durchmachten, jetzt aber zu den weltweit führenden Unternehmen gehören: IT, Telekom,  High-Tech. SAP, Infineon und die Telekom gehören mittlerweile im Dax zu festen Größen, die zudem wenig konjunkturempfindliche Gewinne liefern. Dass selbst Teile von Siemens hier zuzurechnen sind, spricht für die dauernde Wandlungsfähigkeit dieser Industrieikone.

Deutsche Börse

Kleinaktionäre proben den Aufstand

von Annina Reimann

Vergleicht man den Branchenmix im Dax mit der Aufteilung an anderen, großen Märkten, dann sind die Aussichten für Anleger mittelprächtig: Sie sind im Dax besser als im Euro Stoxx, der immer noch stark von angeschlagenen Finanzwerten und trägen Energiekonzernen belastet wird. Sie sind aber nicht so gut wie im Dow Jones, der von einem Mix starker Konsumwerte, führender Pharmaunternehmen und High-Tech-Ikonen gestützt wird – auch wenn bei letzteren vor allem Apple derzeit etwas außer Tritt geraten ist.

Dax-Spielraum bis 9500 Punkte, Dow robust, Nasdaq wacklig

Kurskorrektur im Dax ausloten, hieß an dieser Stelle vor einer Woche die Devise. Daran hat sich bis zur Stunde nichts geändert. Nachdem der Dax wieder unter die Marke von 10.000 gerutscht ist und den Aufwärtstrend von Februar bis Anfang Mai gebrochen hat, dürfte sich die laufende Korrektur fortsetzen. Es wird immer knapper, ob 9800 Punkte halten. Die nächste Auffangzone läge dann bei 9500. Vom Zeitfenster sieht es weiter so aus, als ob der Dax im Rahmen einer klassischen Korrektur vier bis sechs Wochen dafür in Anspruch nimmt. So gesehen könnte er Ende Mai bis Anfang Juni seine nächsten Tiefpunkte sehen.

In stärkerer Verfassung ist nach wie vor der Dow Jones, der sich mit einem Stand um 17.700 gut über der wichtigen Unterstützungszone um 17.200 hält. Allerdings ist der Nasdaq 100 schwächer, er ist schon unter die 200-Tage-Linie gerutscht. Das könnte ein Warnsignal sein, dass die US-Konjunktur vielleicht doch nicht so robust ist, wie bisher erwartet. Womöglich wird das erst offensichtlich, wenn die neue politische Führung zu ihrem Start dann Inventur macht.

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