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Wall Street US-Börsen sind nach Jobdaten unentschlossen

Die neuen US-Arbeitsmarktdaten zeigen eine geringere Arbeitslosenquote, allerdings auch weniger neugeschaffene Stellen. Das verunsichert viele Anleger.

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Zum Börsenschluss in den USA legt Netflix seine Quartalszahlen vor. Quelle: dpa

Die US-Börsen haben zum Wochenschluss nur schwer eine Richtung gefunden. Die US-Indizes schwankten zunächst vom Plus ins Minus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte steht aktuell im Vergleich zum Vortagesniveau kaum verändert bei 34.754 Punkten, ebenso die Technologiebörse Nasdaq mit 14.897 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 notiert 0,1 Prozent höher bei 4399 Punkten.

Die Lage am US-Arbeitsmarkt sorgt bei den Anlegern für Kopfzerbrechen. Die Arbeitslosenquote fiel zwar gegenüber August um 0,4 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert in der Post-Pandemie-Ära. Gleichzeitig ist der Zuwachs an neuen Stellen aber so gering wie noch nie in diesem Jahr.

Es entstanden lediglich 194.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft, wie die Regierung am Freitag in Washington mitteilte. Auch die positive Revision des Vormonatsbericht kann über die geringe Zahl an neuen Stellen nicht hinwegtrösten.

Die US-Notenbank Fed hat die Zahlen genau im Blick. Eine nachhaltige Erholung am Jobmarkt gilt als eine notwendige Voraussetzung dafür, dass die Fed schon bald ihre massiven Konjunkturspritzen niedriger dosieren kann.

Für Thomas Altmann vom Investmenthaus QC Partner ist dieser Bericht allerdings „schwer zu deuten“. Eine Arbeitslosenquote auf Jahrestief und neue geschaffene Stellen ebenfalls auf Jahrestief passen nicht so recht zusammen. Er geht davon aus, dass der heutige Bericht nicht ausreicht, damit die US-Notenbank im November eine Drosselung der Anleihekäufe, Tapering genannt, verkündet.

Die deutlichste Reaktion auf die US-Jobdaten zeigte der Goldpreis. Kurz nach der Veröffentlichung um 14.30 Uhr legte er in der Spitze um 1,5 Prozent zu. Derzeit notiert er bei 1760 Dollar und damit nur noch 0,4 Prozent im Plus.

Aktien aus dem schwergewichtigen Energiesektor profitierten von steigenden Ölpreisen. Chevron und Exxon Mobil Corp gewannen bis zu 1,2 Prozent. Ein Rückgang der Zinsen an den Anleihemärkten bremste hingegen Finanzwerte aus.

Blick auf Einzelwerte

Tesla: Der Elektroautobauer kündigte an, seinen Firmensitz vom Silicon Valley nach Texas zu verlegen. CEO Elon Musk begründete das mit den hohen Lebens- und Betriebskosten in Kalifornien. Tesla-Aktien fallen zum Start an der Wall Street leicht um 0,2 Prozent.

Allogene Therapeutics: Die Aktien des Arzneimittelherstellers stürzen um fast 39 Prozent ab. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Versuche des Unternehmens mit einem Krebsmedikament aufgrund einer Chromosomenanomalie bei einem Patienten hatte. Die Sperre soll bis zum Abschluss der Untersuchung bestehen bleiben.

Oatly: J.P. Morgan hat die Aktie des Hafermilchherstellers von „neutral“ auf „übergewichten“ hochgestuft. Seit ihrem Höchststand im Juni sind Oatly-Papiere um knapp die Hälfte gefallen. Das Aufwärtspotenzial werde nun als weitaus größer eingeschätzt als das Abwärtsrisiko. Zum Handelsstart an der Wall Street notiert die Oatly-Aktie 6,5 Prozent fester.

Vaxart: Das Unternehmen gab positive Testergebnisse für ein Covid-Medikament bekannt. Die Aktien steigen um 4,3 Prozent.

Quidel: Aktien des Herstellers von Schnelldiagnosetest steigen um 6,7 Prozent. Das Unternehmen hatte einen Quartalsumsatz von mehr als 500 Millionen US-Dollar gemeldet, der deutlich über den Prognosen der Analysten lag. Das Wachstum wurde in erster Linie durch die Einnahmen im Zusammenhang mit Covid-19 angetrieben.

Momentive Global: Der Eigentümer des Online-Umfrage-Tools SurveyMonkey prüft laut einem Bloomberg-Bericht einen möglichen Verkauf. Die Gespräche befänden sich allerdings noch in einem frühen Stadium. Die Aktie des Unternehmens steigt um 7,3 Prozent.

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