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Wall Street US-Börsen starten im Minus – Anleger verkaufen Amazon, Apple und Google

Die hohen Energiepreise schüren Spekulationen, dass die Inflation nicht so schnell abebben werde wie erhofft. Dadurch erhöht sich der Druck auf die US-Notenbank.

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Nervosität unter den Marktteilnehmern. Quelle: dpa

Aus Furcht vor einem baldigen Ende der US-Geldschwemme ziehen sich Anleger aus der Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fielen zur Eröffnung am Mittwoch um etwa ein halbes Prozent.

Genährt wurden diese Spekulationen von den überraschend starken US-Beschäftigtenzahlen der privaten Arbeitsagentur ADP. Unter dem Strich schuf die Privatwirtschaft 568.000 neue Stellen, wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Personaldienstleisters hervorgeht. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten lediglich mit 428.000 gerechnet. Im August hatte es ein Stellenplus von revidiert 340.000 gegeben.

„Es sieht danach aus, dass die Daten als 'ordentlich' gewertet werden können“, sagte Paul Ashworth, Chef-Volkswirt für die USA beim Research-Haus Capital Economics. Eine derartige Entwicklung habe US-Notenbankchef Jerome Powell als Voraussetzung für eine Drosselung der Wertpapierkäufe genannt. Die ADP-Zahlen geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag, an denen sich die Fed orientiert.

Gleichzeitig schürten die hohen Energiepreise Spekulationen, dass die Inflation nicht so schnell abebben werde wie erhofft, sagte Analystin Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank. „Daher sind die Zentralbanken gezwungen, die heiß laufende Inflation abzukühlen statt die wirtschaftliche Erholung zu unterstützen.“ Die US-Rohölsorte WTI kletterte zeitweise auf ein Sieben-Jahres-Hoch von 79,78 Dollar je Barrel (159 Liter) und US-Erdgas war mit 6,466 Dollar je Million BTU so teuer wie zuletzt vor siebeneinhalb Jahren, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten.

Vor diesem Hintergrund zogen sich Investoren bei großen Technologiekonzernen wie Amazon, Apple oder Google zurück. Ihre Aktien verloren bis zu 1,4 Prozent. Werte dieser Branche gelten als teuer. Eine steigende Inflation und höhere Zinsen entwerten Experten zufolge zudem zukünftige Gewinne dieser wachstumsstarken Firmen.

Blick auf Einzelwerte

Constellation Brands: Der Bier- und Weinhersteller meldete einen bereinigten Quartalsgewinn von 2,38 Dollar pro Aktie und verfehlte damit die Konsensschätzung um 39 Cents. Das Unternehmen übertraf beim Umsatz die Prognosen der Wall Street und erhöhte seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr. Die Aktien steigen um 0,4 Prozent.

Palantir Technologies: Die Aktie stieg um 5,7 Prozent. Das Unternehmen erhielt einen Armeeauftrag in Höhe von 823 Millionen Dollar für seine Gotham-Plattform, ein Betriebssystem zur Optimierung der Entscheidungsfindung im Verteidigungsbereich.

Norwegian Cruise Line: Vorstandschef Frank Del Rio sagte in einer Sendung des US-Fernsehsenders CNBC, dass das Unternehmen im April zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie seine gesamte Flotte wieder in Betrieb nehmen werde. 75 Prozent der Schiffe sollen bis Ende des Jahres wieder fahren. Norwegian-Aktien fielen aber um 1,9 Prozent.

Seagate Technology: Die Aktien des Festplattenherstellers rutschten 4,5 Prozent ab, nachdem die US-Bank Morgan Stanley die Aktie von „übergewichten“ auf „neutral“ herabgestuft hatte. Grund seien die sich verschlechternde Branchendaten wie steigende Lagerbestände und einen Rückgang der Investitionspläne der Unternehmen.

Facebook: Vorstandschef Mark Zuckerberg reagierte auf die Anschuldigungen der Whistleblowerin Frances Haugen und sagte, dass das Unternehmen Gewinne nicht über die Sicherheit stellt. Zuckerberg veröffentlichte einen Blog-Post, in dem er auf die Anschuldigungen einging, nachdem Haugen am Dienstag vor einem Senatsausschuss ausgesagt hatte. Die Aktien gaben 1,8 Prozent nach.

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