Wall Street Wall Street schwächer – Krieg überschattet starken Jobaufbau

Die Anleger an der Wall Street fürchten sich vor einer nuklearen Katastrophe in der Ukraine und ziehen sich zurück. Die wichtigen Indizes sacken zum Handelsstart ab.

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Anleger suchen ihr Heil in „sicheren Häfen“. Quelle: Reuters

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine belastet die US-Börsen am Freitag erneut. Auch starke Arbeitsmarktdaten helfen der Wall Street nicht nach oben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 verlieren je 1,4 Prozent auf 33.372 und 4307 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackt um 1,3 Prozent auf 13.358 Punkte ab.

Die Furcht der Investoren vor einer nuklearen Katastrophe infolge der russischen Invasion nimmt Strategen zufolge zu. Örtlichen Angaben zufolge haben russische Streitkräfte das größte AKW Europas im Südosten der Ukraine eingenommen. Zudem spekulieren die Marktteilnehmer auf direkte westliche Sanktionen gegen russisches Öl, je länger der Krieg anhält. Der Preis für das Nordsee-Öl Brent sprang um rund vier Prozent auf 114,71 Dollar je Fass.

US-Energiewerte wie Chevron notierten deswegen weniger stark im Minus als andere Branchentitel. Auf Wochensicht steuerte der S&P Energiesektor auf ein Plus von rund sechs Prozent zu. Die Strafmaßnahmen gegen russische Banken setzten hingegen US-Finanzwerten zu. Papiere der Citigroup, JP Morgan und Goldman Sachs verloren bis zu 2,5 Prozent.

Der mit 678.000 überraschend kräftig ausgefallene Stellenaufbau in den USA im Februar lieferte Strategen zufolge den US-Notenbankern um Chef Jerome Powell keine neuen Erkenntnisse. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit 400.000 gerechnet nach revidiert 481.000 im Januar.

Die US-Notenbank Fed will trotz der noch nicht absehbaren Folgen des Ukraine-Krieges die avisierte Zinswende diesen Monat aller Voraussicht nach einleiten, hatte der Fed-Chef am Mittwoch bei einer Kongressanhörung erklärt.

Blick auf weitere Einzelwerte

Smith&Wesson: Ein enttäuschendes Quartalsergebnis brockt der Aktie den größten Kursrutsch seit drei Monaten ein. Die Papiere des Revolver-Fabrikanten fallen um mehr als 20 Prozent auf ein Eineinhalb-Jahres-Tief von 14,24 Dollar. Das Unternehmen verbuchte einen Umsatzrückgang von 31 Prozent auf 178 Millionen Dollar und machte einen Gewinn von 0,69 Dollar je Aktie. Der Absatz normalisiere sich nach dem starken Anstieg im Geschäftsjahr 2020/2021 wieder, schreibt Analyst Mark Smith von der Investmentbank Lake Street. Ein Lichtblick sei der Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises.

Gap: Ein überraschend optimistischer Ausblick ermuntert Anleger zum Einstieg bei Gap. Die Aktien der Modefirma steigen um 6,2 Prozent. Das Unternehmen peilt wegen einer Normalisierung des öffentlichen Lebens für 2022 einen Gewinn von 1,85 bis 2,05 Dollar je Aktie an. Die Zahlen für das abgelaufene Quartal seien gemischt ausgefallen, sagt Analyst David Swartz vom Research-Haus Morningstar. Sorgenkind bleibe die Modemarke Old Navy, deren Umsätze zurückgingen. Die aktuelle Absatzschwäche sei aber vorübergehend.

Funko: Starke Quartalsergebnisse und ein optimistischer Ausblick bescheren der Aktie den größten Kurssprung seit zehn Monaten. Die Papiere des für seine Wackelkopf-Figuren bekannten Spielwaren-Herstellers schnellen um mehr als zwölf Prozent in die Höhe. Das Unternehmen steigerte den Umsatz um fast 50 Prozent auf 336,3 Millionen Dollar. Für 2022 peilt es ein Wachstum von 20 bis 25 Prozent an. „Funk ist wieder die wachstumsstarke Firma, als die wir sie seit Jahren kennen“, sagt Analystin Linda Weiser vom Research-Haus D.A. Davidson.

Sweetgreen: Die Aktien der Salat-Restaurantkette steigen um 17,7 Prozent. Der Unternehmen hatte in seinem ersten Quartalsbericht seit dem Börsengang im November ein starkes Umsatzwachstum gemeldet.

Marvell Technology: Die Aktien steigen nach einer leichten Gewinnsteigerung um mehr als vier Prozent. Marvell meldete für das vierte Quartal einen Gewinn von 50 Cents pro Aktie einen Umsatz von 1,34 Milliarden Dollar. Analysten hatten laut des Datenanbieters Refinitiv mit einem Gewinn von 48 Cents pro Aktie bei einem Umsatz von 1,32 Milliarden Dollar gerechnet.

Broadcom: Die Chip-Aktie steigen um mehr als zwei Prozent, nachdem Broadcom die Erwartungen der Wall Street für sein erstes Geschäftsquartal übertroffen hatte. Das Unternehmen meldete einen bereinigten Gewinn von 8,39 Dollar pro Aktie, während Analysten nur mit 8,08 Dollar pro Aktie gerechnet hatten. Auch die Umsatzprognose des Unternehmens für das zweite Quartal lag über den Erwartungen.

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