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Wegen veralteter Finanzinformationen Syngenta muss Börsengang in Shanghai vorerst stoppen

Der Agrochemiekonzern Syngenta muss seinen Börsengang in China vorerst stoppen. Quelle: Imago

Die Börse Shanghai stoppt vorerst den milliardenschweren Börsengang des Agrochemiekonzerns Syngenta. In jüngster Zeit wurden einige Börsendebüts verschoben oder sogar abgesagt.

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Der rund zehn Milliarden Dollar schwere Börsengang des Agrochemiekonzerns Syngenta in China ist vorerst gestoppt. Das Unternehmen habe seinen Antrag auf Notierung nicht mit den jüngsten Finanzergebnissen aktualisiert, teilte die Börse Shanghai am Montag zur Begründung mit. Die zum Staatskonzern ChemChina gehörende Schweizer Syngenta Group hatte im Juli die Genehmigung für ein Listing am STAR Market der Börse Shanghai erhalten, das Börsendebüt war noch im laufenden Jahr erwartet worden. Von Syngenta war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Börse Shanghai hat am 30. September insgesamt 57 Börsenanträge mit der Begründung ausgesetzt, dass keine aktuellen Finanzinformationen vorliegen. Die Bestimmungen für ein Listing am STAR Market schreiben vor, dass Antragsteller zusätzliche Angaben vorlegen müssen, wenn die Finanzinformationen in den Unterlagen veraltet sind. Finanzberichte in den Prospekten für ein Initial Public Offering (IPO) sind der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde zufolge bis zu sechs Monate gültig. Der Antrag von Syngenta enthielt Finanzinformationen bis Ende März.

Die Syngenta Group, bestehend aus der Schweizer Syngenta AG, Adama aus Israel sowie den landwirtschaftlichen Aktivitäten der chinesischen Sinochem, könnte Insidern zufolge bei dem Börsengang mit rund 60 Milliarden Dollar bewertet werden. ChemChina erwägt auch eine Zweitnotierung, die wenige Monate nach dem Debüt in Shanghai über die Bühne gehen könnte. Mögliche Börsenplätze dafür wären Zürich, London oder New York.

Das heißgelaufene Geschäft mit Börsengängen ist zuletzt ins Stottern geraten. So zog beispielsweise der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo vergangene Woche seinen Antrag auf eine Börsennotierung am STAR Market zurück. Auch in Europa verdarben Inflationssorgen und die Angst vor einer Immobilienkrise in China den Anlegern den Risikoappetit. So schob der Berliner Sprachlern-Anbieter Babbel seinen Börsengang überraschend auf und der Schweizer Uhrenhändler Chronext zog kurz vor dem Debüt die Reißleine, weil die Titel nicht zu einen befriedigenden Preis platziert werden konnten.

Mehr zum Thema: Chinas Märkte wackeln. Das zeigt auch der Fall Evergrande. Der kleinere Konkurrent Fantasia Holdings hat ebenfalls eine Frist für Zinszahlungen verstreichen lassen. Die Immobilienkrise in China weitet sich aus, schwappt nun innerhalb des Landes über.

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