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Fonds und ETFErstaunlich ertragreich: Aktienfonds mit Europa-Fokus

Wenn Anleger an Europa denken, fallen ihnen zuerst die Krisenherde ein: Brexit, Schuldenkrise, Handelsstreit und Strafzölle. Dennoch haben sich einige Fonds mit europäischen Aktien weit besser entwickelt als vermutet.Peter Hermann 23.10.2019 - 07:05 Uhr

Europas Wirtschaft ist besser, als viele Anleger glauben

Foto: imago images

Wird der Euro früher oder später doch wieder abgeschafft? Wie wird sich ein wie auch immer gearteter Brexit auswirken? Wann werden die Italiener ihre desolaten Staatsfinanzen in den Griff bekommen? Und nicht zuletzt: Wie weit wird es Trump mit seinem unseligen Protektionismus treiben? Angesichts solch drohender Gefahren für die Konjunktur des „alten Kontinents“ – macht es da überhaupt Sinn, in europäische Aktien zu investieren?

Fondsmanager schauen eher auf die Ergebnisse der Unternehmen

Die jüngste Erhöhung der Zölle auf Flugzeuge der Marke Airbus sowie die fortgesetzten Drohungen insbesondere in Richtung der deutschen Autoindustrie machten deutlich, wie weit der amtierende US-Präsident zu gehen bereit ist. Hinzu kommt nun, dass auch die Welthandelsorganisation WTO Trump vor kurzem einen Freifahrtschein für die Verhängung weiterer Zölle gegen die EU ausgestellt hat. Die Risiken für die Konjunktur in Europa sind somit durchaus konkret, wenn auch schwer vorhersagbar.

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Fondsmanager lassen sich denn auch von derartigen „Nebenkriegsschauplätzen“ selten beeindrucken. Sie sagen: „Politische Börsen haben kurze Beine“ und versuchen lieber in die erfolgreichsten Unternehmen eines Kontinents investieren. Die Anlageprofis bauen darauf, dass die Spitzenunternehmen sich auch unter schwierigen Bedingungen besser entwickeln als ihre Wettbewerber. Selbst bedeutende makroökonomische Themen wie der Brexit oder der Handelsstreit spielen da oft nur eine untergeordnete Rolle.

Als aussichtsreich gelten Technologie und Gesundheit

Erfolgreiche Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa wie der Comgest Growth Europe Opportunities legen das Kapital ihrer Investoren etwa in Aktien des niederländischen Elektronikkonzerns ASML Holding und des weltweit führenden Produzenten für pharmazeutische Wirkstoffe Lonza Group aus der Schweiz an. Auf diese Weise kommt eine mehr als erfreuliche Performance von rund 13 Prozent Zuwachs pro Jahr im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre zustande.

Auch im Bereich ETF mit Fokussierung auf den europäischen Kontinent gibt es eine Reihe von erfolgreichen Finanzprodukten. Besonders fällt hier der Deka Europe Strong Growth 20 ETF auf, der als Top-Holdings das dänische Biotechnologie-Unternehmen Genmab und den deutschen Sportartikelhersteller Puma verzeichnet. Der Deka-ETF entwickelte sich mit über zwölf Prozent pro Jahr ebenfalls auf Sicht von zehn Jahren überdurchschnittlich, wobei er sogar über die kürzeren Laufzeiten die Nase vorn hat.

Growth gegenüber Value im Vorteil

Eine stärkere Gewichtung von Wachstumstiteln (Growth-Ansatz) gegenüber vermeintlich unterbewerteten Unternehmensaktien (Value-Ansatz) sorgt bei den Europa-Fonds dabei für ein Renditeplus. Das beweist unter anderem der Jupiter European Growth Fund, der mit seinem Ansatz zu den besten europäischen Aktienfonds gehört. Das Finanzprodukt mischt immer wieder Nebenwerte bei und hält dabei nur etwa 35 Einzelwerte im Portfolio, die er allerdings oft über einen langen Zeitraum hält. Zu seinen größten Einzeltiteln im Depot gehören beispielsweise die Technologiegesellschaften Wirecard und Amadeus IT sowie die Healthcare-Unternehmen Novo Nordisk und Grifols. Dagegen verzichtet der Jupiter Fonds auf Telekomwerte, weil diese für Ihre Investitionen und den Geschäftsbetrieb sehr viel Kapital benötigen.

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Europa-ETFs gibt es von verschiedenen Anbietern, wobei das Finanzprodukt der Deka am besten abschneidet, dafür aber auch höhere Gebühren kassiert als andere ETFs.

Weit weg von dem, was manche Finanzexperten publizieren, performen eine Reihe von Aktienfonds mit der Fokussierung auf den europäischen Kontinent besser als prognostiziert. Insofern darf auch davon ausgegangen werden, dass sich daran in absehbarer Zukunft auch nicht allzu viel ändern sollte. Dies vor allem unter der Annahme, dass selbst ein relativ harter Brexit und auch eine weitere Verschärfung der Handelskonflikte – wenigstens bis zu einem bestimmten Grad – von den Marktteilnehmern bereits eingepreist sind.  

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