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Gold als GeldanlageWo die Deutschen beim Goldkauf irren

In keinem europäischen Land ist die Dichte der Goldhändler so groß wie in Deutschland. Was die Anleger zum Goldkauf treibt, welchen Irrtümern sie erliegen und welche rationalen Gründe jetzt für Gold sprechen.Andreas Toller 02.06.2016 - 12:07 Uhr

Der Goldpreis hat Fahrt aufgenommen. Einiges spricht dafür, dass der Preis für die Feinunze langfristig weiter steigt.

Foto: dpa

Diesmal ist Janet Yellen Schuld: Weil die US-Notenbankchefin jüngst sagte, die zunehmende Stärke der US-Wirtschaft würde es ermöglichen, Zinserhöhungen wieder ins Auge zu fassen – und zwar innerhalb der nächsten Monate – mussten Goldanleger mit ansehen, wie der Preis für die Feinunze des Edelmetalls sogleich um ein Prozent fiel. Damit sank der Goldpreis unter die plakative Schwelle von 1200 Dollar je Unze.

So gaben Goldinvestments erneut einen guten Teil ihres Gewinns von zeitweise 20 Prozent seit Jahresbeginn wieder ab. Jetzt liegen sie nur noch 13 Prozent im Plus und zugleich schickt sich Gold an, den höchsten Monatsverlust seit fast drei Jahren einzufahren. Anfang Mai hatte die Feinunze noch auf dem höchsten Stand seit 15 Monaten notiert, bei mehr als 1300 Dollar. Wie gewonnen, so zerronnen.

Wer den Goldpreis über Jahre verfolgt hat, ist Achterbahnfahrten inzwischen gewohnt. Von 1999 bis 2011 kletterte der Goldpreis von 250 Dollar auf das bisherige Allzeithoch bei 1921 Dollar. Dann ging es in den Folgejahren wieder satte 40 Prozent bergab. Vom neuen Tief bei 1050 Dollar im Dezember 2015 ging es dann endlich wieder aufwärts – und Goldanleger schöpften nach Jahren der Enttäuschung endlich wieder Zuversicht.

Platz 10: Indien

Offizielle Reserven: 558 Tonnen

Quelle: World Gold Council; IWF

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Platz 9: Niederlande

Offizielle Goldreserven: 613 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Platz 8: Japan

Offizielle Goldreserven: 765 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Platz 7: Schweiz

Offizielle Goldreserven: 1.040 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: AP

Platz 5: Russland

Offizielle Goldreserven: 1435 Tonnen

Russland besitzt den sechstgrößten Goldschatz der Welt. Russland zählt mit China zu den Staaten, die ihre Goldreserven massiv aufstocken.

Stand: Februar 2016

Foto: dpa-tmn

Platz 5: China

Offizielle Goldreserven: 1.779 Tonnen

China kauft nahezu in jedem Quartal tonnenweise Gold dazu.

Stand: Februar 2016

Foto: dapd

Platz 4: Frankreich

Offizielle Goldreserven: 2.435 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: dapd

Platz 3: Italien

Offizielle Goldreserven: 2.452 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Platz 2: Deutschland

Offizielle Goldreserven: 3.381 Tonnen

Stand: Februar 2016

Foto: dpa

Platz 1: USA

Offizielle Goldreserven: 8.134 Tonnen

Anteil der Auslandsreserven in Gold: 75,4 Prozent

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Neben den Staaten hält auch der Internationale Währungsfonds (IWF) Goldreserven in Höhe von 2.814 Tonnen. Damit würde der IWF an dritter Stelle kommen, nach Deutschland und vor Italien.

Stand: Februar 2016

Foto: REUTERS

Aber wer die Goldpreisschwankungen wie ein Luchs verfolgt und ständig darauf achtet, ob sein Goldinvestment gerade im Plus oder im Minus liegt, verkennt den wahren Nutzen von Gold im Depot – und hat es womöglich aus den falschen Gründen gekauft.

Der Goldhändler Philoro hat die Meinungsforscher von TNS Emnid damit beauftragt, das Interesse der Deutschen an Gold als Geldanlage zu untersuchen. Und das aus gutem Grund, denn jeder zweite Goldbarren in Europa geht in Deutschland über die Ladentheke. Der repräsentativen Umfrage vom März 2016 zufolge ist das Interesse an Goldinvestments sogar noch gestiegen: Zwölf Prozent der Erwachsenen wollen noch in diesem Jahr in Gold investieren. „Das entspräche hochgerechnet etwa acht Millionen Bürgern“, rechnet Philoro-Chef Christian Brenner vor. „Wenn wie bisher 60 Prozent davon mehr als 1000 Euro in Gold investieren würden, entspräche das 135 Tonnen Gold – und damit deutlich mehr als den 116 Tonnen von 2015.“

Die wichtigsten Fakten zu Gold
Die gesamte Goldnachfrage im dritten Quartal 2014 betrug 929,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 952,8) gefallen.Quelle: World Gold Council
Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im dritten Quartal 2014 insgesamt 534,2 Tonnen und ist damit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q3'13: 556,3) gefallen.
Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im dritten Quartal 2014 auf 97,9 Tonnen und fiel, verglichen mit den 103,1 Tonnen im dritten Quartal 2013, um fünf Prozent.
Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im dritten Quartal 2014 deutlich gesunken – auf 245,6 Tonnen. Ein Minus von 21 Prozent im Vergleich zu 2013 (Q3: 312,3).
Dass die Gesamtnachfrage nach Gold gefallen ist, ist auch auf die Abflüsse aus Gold-EFTs zurückzuführen. Im dritten Quartal 2014 beliefen sich diese auf 41,3 Tonnen. Allerdings ist das deutlich weniger als im Vorjahr. Im dritten Quartlal 2013 betrugen sie noch 120,2 Tonnen.
Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im dritten Quartal 2014 92,8 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von neun Prozent (Q3'13: 101,5).
Die Goldnachfrage im Investment belief sich im dritten Quartal 2014 auf 204,4 Tonnen. Das ist eine minimale Steigerung von sechs Prozent, im Vorjahresquartal waren es 192 Tonnen.

Tatsächlich ist das Interesse an Gold gestiegen. Bislang besitzen laut Umfrage 16 Prozent der Deutschen Gold – was schon ein relativ hoher Wert ist. „Bemerkenswert ist, dass sich auch mehr junge Leute für Gold interessieren. Sie hinterfragen unser Papiergeldsystem und sehen die Gefahren für den Euro“, vermutet Goldhändler Brenner als Grund. Unter den 18- bis 29-Jährigen halten 33 Prozent eine Anlage in Gold für eher sinnvoll. Sie liegen damit nahezu gleichauf mit den Befragten bis 49 Jahre, obwohl junge Menschen zumeist noch weniger Geld für die Geldanlage erübrigen als ältere. Weitere 49 Prozent von ihnen sehen Goldinvestments als teilweise sinnvoll an.

Insgesamt zeigen sich zwei Drittel der erwachsenen Deutschen gegenüber einem Goldinvestment aufgeschlossen. Unter jenen, die zu einem Goldinvestment entschlossen sind oder es zumindest erwägen, steht als Kaufargument Sicherheit an erster Stelle. 72 Prozent von ihnen sind auf Sicherheit aus, gefolgt von Stabilität und einem Goldkauf als langfristige Anlage. Nur die Hälfte sieht in Gold ein Mittel zum Vermögensaufbau, gerade 30 Prozent erhofft sich eine Rendite.

Nicht an später denken

Einer der größten und häufigsten Fehler bei der privaten Geldanlage ist, gar nicht damit anzufangen. Viele Anleger machen sich nämlich keine Gedanken über ihre Altersvorsorge und geben Erspartes lieber für andere Dinge aus.

Foto: Fotolia

Jagd nach der Rendite

Mit einer der größten Fehler von Anlegern ist aber die Jagd nach dem schnellen Geld: Sobald von einer Kursrakete, einem totsicheren Tipp oder sonstigem die Rede ist, stürzen sich Investoren darauf, als gäbe es kein Morgen mehr. Der größte Fehler ist, dass Anleger sich in Produkte oder Anlageklassen verrennen, die sich erst kurzfristig gut entwickelt haben und die langfristige Entwicklung mitunter völlig außer Acht lassen. Deshalb sollten sich Investoren darüber im Klaren sein, dass es kein Geldanlagevehikel gibt, dass sich nur gut entwickelt. Auch nicht, wenn seit Wochen und Monaten überall nur Gutes davon zu hören und zu lesen ist. Selbst Gold kann fallen. Da ist es wenig ratsam, das gesamte Vermögen auf einmal in Gold zu tauschen.

Foto: dpa

Unverständliche Produkte kaufen

Das Problem, das Anleger ihr Geld auch in Produkte stecken, die sie nicht so recht verstehen, ist mit der Finanzkrise leider nicht ausgelöscht worden. Gerade Börsenneulinge überschätzen ihre Kenntnisse gerne. Deshalb kann es nicht schaden, die eigene Anlagestrategie von jemandem überprüfen zu lassen. Ob es jetzt ein Finanzberater, Investmentclub oder ein guter Freund ist, spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Hauptsache, die Idee wird gründlich durchdacht.

Foto: Fotolia

Kosten übersehen

Genauso häufig übersehen Anleger Kosten, beispielsweise Verwaltungsgebühren bei Fonds. Aus Faulheit wird das Kleingedruckte nur überflogen oder die Gesamtkostenquote schlicht übersehen. Nachher ist dann die Überraschung groß, wenn sich das vermeintliche Schnäppchen als überteuerter Fonds entpuppt.

Foto: Fotolia

Der Herde folgen

Ein bekanntes Phänomen ist der Herdentrieb der Anleger. Derzeit fliehen Investoren massenweise aus Anleihefonds - obwohl es keinen offensichtlichen Grund dafür gibt. Es reicht, wenn sich ein Großinvestor oder eine kritische Masse von einem Anlageprodukt abwenden. Schon herrscht die allgemeine Meinung "da stimmt etwas nicht" und die Mehrheit verkauft. Den Anleihefonds hat der Herdentrieb allein seit Juli Mittelabflüsse in Höhe von 11,7 Milliarden Dollar eingebracht.

Foto: dpa

Elitäre Zirkel

Das Gegenteil des Herdentriebes ist der Wunsch, einem elitären Zirkel anzugehören. Sobald ein Finanzprodukt strenger limitiert ist, wie es beim Madoffschen Schneeballsystem ebenfalls der Fall war, stürzen sich Investoren darauf, ohne genau hinzusehen, was sie da eigentlich kaufen. Das Bedürfnis, zu einer kleinen Gruppe zu gehören, die unermesslich reich wird, ist zu groß.

Foto: Fotolia

Fehler nicht eingestehen

Mindestens genauso falsch ist es, sich seine Fehlentscheidungen nicht einzugestehen. Dieses Verhalten lässt sich bei jedem Aktiencrash beobachten: Anleger halten an abstürzenden Papieren fest, in der Hoffnung, der Kurs werde sich doch wieder erholen. Wer eine Aktie für 30 Dollar kauft und dann jahrelang ihren Sinkflug beobachtet und nicht verkauft, kann sich offenbar nicht eingestehen, aufs falsche Pferd gesetzt zu haben. Nur wer das erkennt, kann Verluste begrenzen.

Foto: Fotolia

Die Argumente für einen Goldkauf sind also durchaus rational, denn Gold bringt keine Zinsen. Sich angesichts der starken Schwankungen beim Goldpreis und ihren mannigfaltigen Ursachen auf eine Wertsteigerung zu verlassen, ist hingegen höchst spekulativ und irrational. Das beste Argument für Gold im Anlageportfolio ist daher eine Absicherung vor Vermögensverlusten und der garantierte Werterhalt. Denn Gold bleibt ein knappes Gut, wird weltweit als Zahlungsmittel akzeptiert und überdauert schadlos die Jahrtausende, ganz gleich, ob die Inflation galoppiert, Währungen kollabieren oder neue entstehen. Damit ist es unabhängig vom Wert - genauer gesagt von der Kaufkraft - jedweder Papierwährung. Ihre Kaufkraft speist sich allein aus dem Vertrauen der Konsumenten in Notenbanken und Staaten gespeist wird.

Stelter strategisch

Gold bleibt der Rettungsanker des Vermögens

Obwohl der Goldpreis zuletzt einen Teil seiner Gewinne wieder abgegeben hat, lohnt sich der Kauf des Edelmetalls weiterhin. Legt der Aufwärtstrend eine Pause ein, ist das vor allem eine gute Gelegenheit zum Nachkauf.

von Daniel Stelter

Selbst jungen Leuten ist das inzwischen klar. Bei den bis zu 29-Jährigen überwiegt das Argument Sicherheit für den Goldkauf mit 94 Prozent deutlich – er ist sogar höher ausgeprägt als in jeder anderen Altersgruppe. „Dass so viele den Versicherungscharakter von Gold betonen, ist doch vernünftig“, sagt Brenner. „Angesichts der vielen negativen Berichte über andere Anlageformen, der Angst vor Bargeldverbot und Negativzinsen, schwacher Konjunktur und der Aussichtlosigkeit einer privaten Altersvorsorge, die ohne Zinsen nicht möglich erscheint, haben die Deutschen eine sehr gesunde Einstellung zum Gold.“

Dient der private Goldbestand lediglich als letzter Schutzwall vor Finanzkatastrophen, ist der Kaufpreis im Grunde gleichgültig. Denn sollte eine Währung stark inflationieren oder gar verschwinden, wird Gold mit anderen, dann aktuellen Maßstäben gemessen. Wer allerdings damit rechnen muss, seinen Goldbestand irgendwann wieder aufzulösen, sollte sich schon um einen möglichst günstigen Einkauf bemühen. Und dafür kommt es auf zwei Faktoren maßgeblich an: Wann wird gekauft und wo wird gekauft.

Platz 10: Methamphetamin

Kosten: 95 Euro pro Gramm

Hoher Grammpreis, aber billig im Vergleich zu anderen Drogen: Unter dem Modenamen Crystal Meth gilt Methamphetamin heutzutage als am schnellsten zerstörende Droge überhaupt. Der Gebrauch führt unter anderem zu Karies und Zahnausfall.

Foto: dpa

Platz 9: Kokain

Kosten: 470 Euro pro Gramm

Kokain gilt als die Partydroge in besseren Kreisen. Besser Finger weg: Kokain hat ein hohes Abhängigkeitspotenzial.

Foto: dpa

Platz 8: LSD

Kosten: 2.300 Euro pro Gramm

Lysergsäurediethylamid, kurz LSD genannt, ist in Deutschland ein nichtverkehrsfähiges Betäubungsmittel. Der unerlaubte Gebrauch ist strafbar. In zahlreichen anderen Ländern, wie den USA, ist die Droge verboten.

Foto: dapd

Platz 7: Plutonium

Kosten: 3.150 US-Dollar pro Gramm

Die Atombombe, die 1945 auf Nagasaki fiel, trug Plutonium als Spaltmaterial in sich. Außer militärischen Zwecken dient Plutonium auch der Energiegewinnung. Es entsteht aus dem Uran der Brennelemente in Atomkraftwerken.  

Foto: REUTERS

Platz 6: Taaffeit

Kosten: 2.000 bis 15.750 Euro pro Gramm

Der irische Forscher Richrd Taaffe entdeckt den Edelstein bei einem Schmuckkauf 1945. Wegen seiner hohen Seltenheit dient er bis heute nur als Schmuckstück.

Foto: WirtschaftsWoche

Platz 5: Tritium

Kosten: 23.616 Euro pro Gramm

Tritium ist ein Nebenprodukt der Kernspaltung und kommt auf natürliche Weise nur in der Stratosphäre vor. Damit lassen sich in der Medizin bestimmte Substanzen markieren. Außerdem ist der Stoff fester Bestandteil von Atombomben.

Foto: dpa

Platz 4: Diamanten

Kosten: ein farbloser Stein von einem Karat kann über 50.000 Euro pro Gramm kosten

Diamanten machen was her und sind der härteste natürliche Stoff der Welt. Ihr Aussehen macht sie zu Kostbarkeiten der Schmuckbranche, ihre Härte zu einem begehrten Schneidstoff in der Industrie.

Foto: AP

Platz 3: Painit

Kosten: 235.000 Euro pro Gramm

Bis 2001 waren weltweit nur drei Painit-Kristalle von weniger als dreieinhalb Gramm bekannt. Nach mehreren Funden in jüngster Zeit gibt es mittlerweile mehrere tausend Exemplare - darunter auch Stücke mit einem Gewicht von rund 500 Gramm. Das seltene Mineral fungiert vor allem als Schmuckstein.

Foto: Gemeinfrei

Platz 2: Californium 252

Kosten: 21,2 Millionen Euro pro Gramm

Das künstlich erzeugte chemische Element lässt sich in Kernreaktoren erzeugen und zur Krebsbehandlung oder Feuchtemessungen bei Erdölbohrungen einsetzen.

Foto: dpa

Platz 1: Antimaterie

Kosten: 100 Billionen Euro pro Gramm

Antimaterie ist sehr kurzlebig - und entsprechend teuer. 2011 gelang es Forschern der Europäischen Organisation für Kernforschung, CERN, erstmals 309 Anti-Wasserstoffatome 17 Minuten lang einzufangen. Entsprechend teuer ist Antimaterie. Irgendwann könnte sie als Treibstoff für Raketen dienen, um weite Strecken zurück zu legen.

Foto: dpa

Aus Sicht vieler Kenner ist derzeit der Zeitpunkt für Käufe relativ günstig. Nicht nur, weil der Goldpreis nach seiner Rally zum Jahresbeginn wie eingangs geschrieben wieder deutlich nachgegeben hat, sondern auch weil sehr vieles darauf hindeutet, dass Gold nicht mehr billiger wird.

Alexander Posthoff, Senior Portfoliomanager bei Bantleon, nennt fünf gute Gründe für Gold aus Anlagesicht: Negativzinsen, die Entwicklung der Goldpreiskurve (Charttechnik), die Gefahr eines Aufflackerns der Finanzkrise, die Risiken für unser Bargeld sowie die notwendige Risikostreuung vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung. „Neben Kleinanlegern legen auch große Investoren wieder vermehrt in Gold an“, sagt Posthoff. „Auf dem Weg nach oben ist nun der Abwärtstrend seit 2011 entscheidend. Er verläuft zurzeit bei etwa 1430 US-Dollar und könnte bereits in diesem Jahr erreicht werden. Konsolidierungen auf dem Weg dahin sind möglich.“ Positiv sei außerdem, dass der Goldpreis trotz diverser Anläufe nicht mehr die Grenze von 1000 Dollar je Feinunze unterschritten habe.

Sein stärkstes Argument pro Gold ist jedoch die Notenbanken-Politik. „Mit dem Ziel, die Inflation zu erhöhen, wird nichts unversucht gelassen, um die Realzinsen zu senken“, so Posthoff. „Zwar zahlt Gold keine Zinsen, aber das gilt inzwischen auch für andere sichere Anlagen. Immerhin lässt es sich nicht beliebig vermehren.“ Die von den Notenbanken ausgehende Geldschwemme treibe die Assetpreise quer über alle Sektoren hinweg nach oben, davon werde auch der Goldpreis beflügelt.

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Erstaunlich ist jedoch, dass noch immer die Mehrheit beim Goldkauf ihrer Hausbank vertraut, obwohl ein dichtes Goldhändlernetz mit Filialen und Beratungsservice zur Verfügung steht. Mehr als die Hälfte aller Befragten vermutet die höchste Kompetenz in Sachen Goldhandel bei der Hausbank, von den Kaufwilligen würden 46 Prozent dort Münzen oder Barren kaufen.

Dass die Hausbank besonders kompetent ist, dürfte allerdings ein Irrtum sein. Zwar verkaufen viele Banken auch in ihren Filialen Gold, allerdings eher zur Komplettierung ihres Angebots und eher nebenbei. Oftmals muss das Gold erst bestellt werden, zudem sind die Gebühren – das sogenannte Aufgeld auf den aktuellen Goldpreis – in der Regel vergleichsweise hoch.

35 Prozent würden hingegen bevorzugt einen spezialisierten Goldhändler aufsuchen. Nur sieben Prozent würde Gold im Internet kaufen. „Wir raten dazu Edelmetalle nur dann über Online-Plattformen zu kaufen, wenn es zusätzlich zum Shop auch eine Filiale gibt“, empfiehlt Philoro-Chef Brenner.

Gold zu Anlagezwecken ist schon lange kein Luxusgut mehr. Schon mit kleinen Anlagemünzen mit einem Feingoldgehalt von einer halben oder ganzen Unze gelingt der Einstieg in ein Goldinvestment. Allerdings sind dann die Gebühren im Verhältnis zum Goldgehalt relativ hoch.

Eine Alternative können börsengehandelte Fonds sein, sogenannte ETFs oder ETCs, die jeden investierten Euro tatsächlich mit physischen Gold - und nicht nur mit Terminkontrakten oder Zertifikaten auf den Goldpreis – unterlegen. Damit lässt sich ein Goldinvestment schon ab wenigen Hundert Euro realisieren. „Da die Aufbewahrung von Edelmetallen mit Lagerkosten verbunden ist, bieten sich ETFs und ETCs an“, sagt Anlagemanager Posthoff. „Auch große Volumina können problemlos gehandelt werden. Zudem beträgt der Unterschied zwischen An- und Verkaufspreisen nur wenige Cent.“

Christian Brenner sieht noch weitere Gründe für die „Anlageform der Stunde“. Schließlich würde die Förderung für die Goldminenbetreiber immer teurer. „Vor ein paar Jahren lagen sie noch bei 750 bis 800 Dollar je Feinunze. Heute betragen sie schon 1000 Dollar“, sagt Brenner. Er rechnet wie viele Marktkenner mit sinkenden Förderkapazitäten und Minenschließungen. Zudem sei der Abverkauf der institutionellen Anleger beendet, sie kehrten vielmehr auf der Suche nach alternativen Anlagen zurück an den Markt.

Und nicht nur das sollte den Goldpreis stützen. „Derzeit wirkt der Wechselkurs zwischen US-Dollar und Euro als weiterer Preistreiber“, so Goldhändler Brenner. Ein im Verhältnis zum Dollar schwächelnder Euro verteuert Gold in unserem Währungsraum. Goldkäufer sollten daher nicht den Fehler machen, zu sehr auf den Dollarpreis für die Feinunze zu achten. „Am Ende des Tages zahlt der Kunde hierzulande in Euro“, weiß Brenner.

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