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Stelter strategischSuchen Sie Schutz vor Protektionismus und Handelskrieg!

Noch überwiegt die Hoffnung. Doch was wäre, wenn es wirklich zu einem Handelskrieg käme? Gewinner gäbe es keine. Der Verlierer steht hingegen fest: Deutschland und seine Aktionäre. Anleger sollten sich vorbereiten.Daniel Stelter 23.02.2017 - 10:35 Uhr

Die protektionistischen Tendenzen nehmen zu, nicht zuletzt durch Donald Trumps "America first"-Politik.

Foto: dpa

Bislang ist es nur ein Säbelrassen. Den Drohungen der neuen US-Regierung gegen Deutschland und China mit Blick auf die hohen Außenhandelsüberschüsse sind bisher noch keine Handlungen gefolgt. Die Börsen gehen fest davon aus, dass es auch so bleibt.

Dabei ist die Kritik nicht so ungerechtfertigt wie es Medien, Politiker und Wirtschaftsvertreter hierzulande gerne darstellen. Natürlich liegt der Exporterfolg an der Qualität der hier erzeugten Güter und dem spezifisch deutschen Industriemix (Maschinen, Anlagen, Automobile), der eine entscheidende Rolle bei der Industrialisierung der Schwellenländer spielt. Natürlich ist es nicht die Schuld Deutschlands, dass der Euro so schwach ist, weshalb es ungerecht ist, uns diese Schwäche als unfairen Wettbewerbsvorteil vorzuwerfen. Umgekehrt können wir aber nicht leugnen, dass eine Deutsche Mark, so sie noch existierte, 20 bis 30 Prozent höher stünde und dass wir seit Einführung des Euro den Exportanteil am BIP auf über 40 Prozent fast verdoppelt haben.

Kapitalexport nicht in unserem Interesse

Ein Exportüberschuss von fast neun Prozent des BIP ist kein Zeichen der Stärke, sondern ein Alarmzeichen erster Güte. Diesen Exportüberschüssen steht nämlich zwangsläufig ein Nettokapitalexport in gleicher Höhe entgegen. Der Kapitalexport erfolgt durch Direktinvestitionen und zum überwiegenden Teil als Kreditvergabe ans Ausland. Angesichts der weltweiten Überschuldungssituation muss bezweifelt werden, dass diese Kredite in Zukunft vollumfänglich zurückgezahlt werden. Vielmehr drohen in der nächsten Krise, bei der nicht das „ob“, sondern nur das „wann“ offen ist, erhebliche Verluste, wie schon in der letzten Finanzkrise 2008.

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Auf Äußerungen aus Trumps jüngstem Interview angesprochen, sagte die Bundeskanzlerin am Montag in Berlin: „Also, ich denke, wir Europäer haben unser Schicksal selbst in der Hand.“ Mit wirtschaftlicher Stärke und effizienten Entscheidungsstrukturen könne die EU den Kampf gegen den Terrorismus, die Digitalisierung und andere Probleme bewältigen.

Zu Trumps Kritik an ihrer Flüchtlingspolitik sagte sie, der Kampf gegen den Terrorismus sei eine große Herausforderung für alle. „Ich würde das von der Frage der Flüchtlinge noch einmal deutlich trennen“, erklärte sie. Viele Syrer seien nicht nur vor dem Bürgerkrieg geflohen, sondern auch vor Terrorismus in ihrem Land.

Auf eine Frage zum künftigen deutsch-amerikanischen Verhältnis sagte Merkel, Trumps Positionen seien inzwischen bekannt. „Ich persönlich warte jetzt erst einmal auf die Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten.“

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Verband der Automobilindustrie (VDA)

Der Verband nimmt die neue Androhung hoher Importzölle für die Branche von Donald Trump ernst. „Allerdings muss sich erst noch zeigen, ob und wie diese Ankündigungen künftig von der US-Administration umgesetzt werden“, sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Montag. „Im US-Kongress dürfte es gegen Importsteuer-Pläne erheblichen Widerstand geben.“ Denn Investitionsentscheidungen würden langfristig geplant und nicht von heute auf morgen über Bord geworfen. „Mit dem Aufbau von Zöllen oder anderen Handelsbarrieren würden sich die USA langfristig ins eigene Fleisch schneiden“, sagte Wissmann weiter. Schon Einschränkungen der nordamerikanischen Freihandelszone Nafta würden der Wirtschaft einen deutlichen Dämpfer geben.

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Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments

Der scheidende EU-Parlamentspräsident Martin Schulz rief zur Gelassenheit auf. Viele der Trump-Aussagen seien „in sich nicht schlüssig, widersprechen den Aussagen aus seinem Team, und sie werden sich so auch nicht umsetzen lassen“, sagte der SPD-Spitzenpolitiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). Er könne gleichwohl verstehen, dass Trump Irritationen hervorrufe, weil das Interview in Form, Wortwahl und Inhalt stellenweise befremdlich wirke.

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Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)

Der DGB hat die Drohung des künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Strafzöllen gegen deutsche Unternehmen kritisiert. Diese Haltung sei "völlig blind für ökonomische Zusammenhänge", sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann. Vor dem Hintergrund der eng verflochtenen Weltwirtschaft seien negative Rückwirkungen einer solchen Politik nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch in den USA selber nicht auszuschließen. "Das werden auch die amerikanischen Bürgerinnen und Bürger merken, dass dieser Pfad von Herrn Trump ein Holzpfad ist", sagte Hoffmann.

Der DGB-Chef warnte vor einer Rückkehr zu Protektionismus und Kleinstaaterei. "Das verträgt sich überhaut nicht mit unseren Vorstellungen einer fairen Gestaltung von Handel und Globalisierung." Im Zuge der Globalisierung habe es zwar Unwuchten gegeben. Statt neue Grenzen oder Mauern zu bauen, komme es aber darauf, "die Wohlstandsgewinne, die ja mit Globalisierung durchaus einhergehen", gerecht zu verteilen.

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Jens Spahn, Mitglied des Präsidiums der CDU

CDU-Vorstandsmitglied Jens Spahn sieht bei Trump ein falsches Bild von der EU, „auch von dem, was sie leistet“. Er sagte im „Bild“-Talk, die EU sei auch „eine Wertegemeinschaft“. Ähnlich bewertete der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen Trumps Äußerungen. Er sagte der „Heilbronner Stimme“: „Trump ist Trump geblieben. (...) Was sich verfestigt, ist die Sichtweise Trumps, in der der Westen keine Rolle spielt, weder als normative noch als politische Einheit. Diese Einheit war und ist aber entscheidend für die Sicherheit Europas.“

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CDU-Fraktionsvize Michael Fuchs

"Man sollte die Kirche im Dorf lassen. Trump wird nicht alles, mit dem er jetzt droht, durchsetzen können", sagte Fuchs am Montag zu Reuters. "Strafzölle müssen vom Kongress abgesegnet werden. Nicht einmal da stehen alle Republikaner hinter ihm." Deutsche Firmen sollten sich nicht einschüchtern lassen. Der Generalsekretär des Wirtschaftsrates der CDU, Wolfgang Steiger, äußerte sich ähnlich.

Der CDU-Politiker Fuchs gab zu bedenken, dass Strafzölle zu höheren Autopreisen in den USA führen würden.

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Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel

Sigmar Gabriel hat die USA vor einer Abschottung durch Strafsteuern etwa für im Ausland produzierte Autos gewarnt. "Die amerikanische Autoindustrie wird dadurch schlechter, schwächer und teurer", sagte der SPD-Vorsitzende der "Bild" am Montag. Zudem würden sich amerikanische Autobauer umgucken, wenn auch Zulieferteile, die nicht in den USA produziert würden, mit Strafzöllen belegt würden, konterte Gabriel den künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte beklagt, dass zu viele deutsche und zu wenige US-Autos in New York zu sehen seien. Auf die Frage, wie dies zu ändern sein, sagte Gabriel: "Dafür müssen die USA bessere Autos bauen."

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Wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Bernd Westphal

Das ist Protektionismus pur", sagte Westphal am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Offene Märkte nützen auch den USA", hielt er Trump entgegen. Der SPD-Politiker warnte aber: "Wir sollten jetzt nicht in eine protektionistische Spirale von Abwehrschlachten hineinkommen." Jetzt mit gleicher Münze zurückzahlen zu wollen, sei der falsche Weg.

Westphal sprach sich dafür aus, mit der Trump-Regierung möglichst schnell über die Ausgestaltung des Handels zu sprechen. "Die Europäische Kommission muss Gespräche mit der neuen Administration aufnehmen", forderte er mit Blick auf Brüssel. Ziel müsse sein, die neue US-Regierung davon zu überzeugen, an einer Politik der offenen Märkte festzuhalten. Westphal hofft denn auch, dass Trump am Ende seine jüngsten Ankündigungen nicht umsetzt. "Das glaube ich ganz sicher", sagte er zur Frage, ob Trump seine Positionen als Präsident ändern werde. "In der Realität angekommen wird er erkennen, dass eine Abschottung den Amerikanern nicht helfen wird", sagte er.

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Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier

In der EU und bei der Nato sorgen die jüngsten Interview-Äußerungen des designierte US-Präsidenten Donald Trump für Unruhe. Dass Trump die Nato für obsolet betrachte, sei bei der Nato mit Besorgnis aufgenommen worden, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Montag nach einem Gespräch mit Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. „Wir müssen sehen, was daraus für die amerikanische Politik folgt.“ Mit Blick auf die EU sprach Steinmeier die Äußerungen Trumps zu möglichen Strafzöllen auf importierte Autos an. „Wir gehen davon aus, dass unser amerikanischer Partner sich auch weiterhin an die völkerrechtlichen Verpflichtungen und WTO-Regelungen hält“, sagte Steinmeier. Die WTO ist die Welthandelsorganisation.

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Es wäre vernünftiger, weniger Kapital zu exportieren und mehr im Inland zu investieren und zu konsumieren. Der Investitionsrückstau der öffentlichen Hand ist kein statistisches Problem. Wir alle können die Folgen täglich beobachten – marode Schulen, gesperrte Brücken und Schlaglöcher in den Straßen. Doch nicht nur Reparaturen an der alten Infrastruktur sind dringend erforderlich, auch Investitionen in die Zukunft: Stichworte Breitbandnetz, Bildung und Forschung.

Eine Änderung der Politik wäre also nicht nur ein Weg, um die ausländischen Kritiker zu besänftigen, sondern auch in unserem eigenen Interesse. Neben staatlichen Ausgaben könnte dies über steuerliche Anreize für inländische Investitionen und eine Abgabenentlastung für kleine und mittlere Einkommen mit hoher Ausgabenneigung realisiert werden. Die Antwort aus Sicht der Anleger wäre auch klar: Unternehmen, die vom Binnenkonsum leben, wären ein klarer Kauf. Ebenso Infrastruktur- und Bauwerte. Diese finden sich nicht unbedingt am deutschen Markt, aber ein Blick über die Landesgrenzen hinaus ermöglicht den Kauf von Unternehmen, die erheblich von Investitionen hierzulande profitieren würden. Die österreichische Strabag ist ein gutes Beispiel hierfür.

Konjunktur 2017

„In den USA droht ein protektionistischer Amoklauf“

von Malte Fischer und Bert Losse

Protektionismus träfe hart

Leider sieht es nicht danach aus, dass die Bundesregierung mit einer derartigen Kehrtwende ihren Kritikern den Wind aus den Segeln nimmt. Dabei ist die US-Regierung keineswegs allein. Sie ist bisher nur am lautesten. Der Widerstand gegen das deutsche Wirtschaftsmodell wächst auch in der EU und dürfte im Zuge eines an spannenden Wahlen nicht armen Jahres deutlich zunehmen. Eine protektionistische Politik würde Deutschland schwer beeinträchtigen.

Wissenswertes zum internationalen Handel
Die Frage, ob Handel gut oder schlecht ist, gilt in der Volkswirtschaftslehre längst als geklärt. Eine weit überwiegende Mehrheit von Ökonomen vertritt die Meinung, dass internationale Arbeitsteilung nützlich ist und den Wohlstand steigert. Indes unter einer wichtigen Voraussetzung: Die Regeln müssen fair sein, damit das Kräfteverhältnis zwischen den Handelspartnern nicht aus dem Gleichgewicht gerät. Das kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden - nachfolgend eine Übersicht.
Einfache Handelsverträge etwa zwischen zwei Ländern sind die unkomplizierteste Form von Handelsabkommen. Im Gegensatz etwa zu multilateralen Vereinbarungen sind nur zwei Parteien an den Verhandlungen beteiligt, was eine Einigung deutlich vereinfacht. Zudem geht es bei solchen Verträgen meistens nur um Handelsströme, insbesondere die Höhe von Zöllen. Andere Fragen wie Umweltstandards werden meist ausgeklammert. Das führt jedoch zum größten Nachteil solcher Abkommen: Von ihnen kann nicht erwartet werden, dass sie zwei Wirtschaftsräume umfassend miteinander verbinden, weil viele Fragen ungeklärt bleiben.
Wollen zwei oder mehr Länder über den Tausch von Waren und Dienstleistungen hinausgehen und ihre wirtschaftlichen Beziehungen umfassend regeln, werden die benötigten Abkommen umfangreicher und komplexer. Beispiele sind das zwischen der EU und den USA angedachte TTIP, das asiatisch-pazifische Abkommen TPP oder das asiatische Freihandelsprojekt RCEP. Derartige Abkommen regeln nicht nur Handelsfragen oder Zölle. Vielmehr geht es auch um Fragen des Verbraucherschutzes, der Umweltverträglichkeit von Waren und Diensten, den Schutz von Unternehmensinvestitionen oder die Angleichung von Produktstandards. Die Länder versprechen sich davon einen noch reibungsloseren Handel und mehr Wohlstand.
Eine Steigerung zu TTIP & Co. sind feste Verbünde aus mehreren souveränen Staaten. Als Paradebeispiel gilt die Europäische Union (EU), die nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine - wenn auch unvollendete - politische Union ist. Die Beziehungen der Länder sind über den EU-Vertrag geregelt. Der gemeinsame Binnenmarkt der EU verfügt über weitgehende Bewegungsfreiheit von Gütern, Dienstleistungen, Arbeitnehmern und Kapital. Auch sind viele rechtliche Fragen stark angeglichen, was Kritikern mitunter zu weit geht. Großbritannien bemängelte die Vereinheitlichung schon lange, beschloss den Austritt aber vor allem wegen des Zustroms ausländischer Arbeitskräfte. Wie kompliziert ein Abschied aus einem Wirtschaftsverbund ist, wird der Brexit zeigen.
Die WTO ist quasi eine Dachorganisation für den Welthandel. Ihr gehören 164 Mitgliedsländer an, darunter die Staaten der Europäischen Union, die USA und China. Die WTO als Handelsverbund zu bezeichnen, ginge viel zu weit. Vielmehr soll die Organisation die allgemeinen Regeln für den Handel überwachen und weiterentwickeln. Der Einfluss der WTO auf ihre Mitglieder ist indes begrenzt und basiert vor allem auf Kooperation. Eigene Sanktionsmittel im Falle des Regelbruchs hat die WTO im Grunde nicht.
Mit der Globalisierung galt der Protektionismus eigentlich als überwunden. Er ist das Gegenteil von Freihandel, weil dabei versucht wird, sich nach außen abzuschotten. Dazu dienen hohe Einfuhrzölle und -verbote, verbunden mit der Subventionierung eigener Exporte. Protektionismus kennt nach ökonomischer Lehre keine Gewinner, weil meist Vergeltungsmaßnahmen ergriffen werden. Ergebnis ist ein kleineres und teureres Güterangebot, das den Wohlstand verringert. Dennoch will US-Präsident Donald Trump der amerikanischen Industrie zu neuem Glanz verhelfen, indem er sie vor ausländischer Konkurrenz schützt. Kritiker wenden ein, dass nicht nur die Globalisierung, sondern auch die fortschreitende Technisierung für den Verlust von Arbeitsplätzen verantwortlich sei.

Direkt getroffen wären die Exportunternehmen, gefolgt vom Rest der Wirtschaft in Folge von Arbeitslosigkeit und Multiplikatoreffekten. Bei der Suche nach Unternehmen mit geringem Auslandsanteil am Umsatz bin ich nicht wirklich fündig geworden: neben Immobilienwerten wie Deutsche Wohnen und Gesundheitsdienstleistern wie Rhön-Klinikum sind das Unternehmen wie ProSiebenSat1 (ca. 85 Prozent), Fraport (82 Prozent) und RWE (56 Prozent). Nicht unbedingt eine Auswahl, mit der man im Protektionismus-Fall ungeschoren davon kommt.

America first

Wie Donald Trump den Handelskrieg vorbereitet

von Simon Book und Christian Schlesiger

Die Gewinner dürften vielmehr im Ausland zu finden sein. Die Entwicklung der US-Börse seit der Wahl Donald Trumps kann nur beschränkt als Indikation dienen. Neben den Bankwerten (die mit Blick auf Deregulierung und höhere Zinsen gestiegen sind und deshalb nicht für unsere Protektionismusbetrachtung  passen) waren das vor allem Unternehmen aus den Bereichen IT, Industriegüter, Konsumgüter und Gesundheit. Dies mehr in der Erwartung, dass die Steuererleichterungen für Unternehmen zu einer Repatriierung der im Ausland gebunkerten Milliarden führen (und damit zu mehr Aktienrückkäufen), zu höheren Erträgen pro Aktie und zu einem allgemeinen Wirtschaftsaufschwung. Die berühmte Reflation. Auch die US-Börsen spielen bisher nicht das Protektionismus-Szenario und wollen nur die positiven Aspekte der Politik Donald Trumps sehen.

Stelter strategisch

Mit Trump kommt die Reflation

von Daniel Stelter

Alle haben schon in Deutschland gekauft

Ein deutliches Warnsignal für die deutschen Märkte ist das Ergebnis der jüngsten Fondsmanager-Umfrage der Bank of America. Demnach planen fast 60 Prozent der Investoren, den deutschen Aktienmarkt auf Sicht von einem Jahr überzugewichten. Auf Platz zwei liegt in Europa Spanien mit rund 20 Prozent. Das Problem ist, dass die befragten Investoren schon entsprechend gehandelt haben dürften. Es sind also schon alle investiert, woher kommt da noch die weitere Nachfrage? Hinzu kommt, dass die Investoren auf eine Fortsetzung des Status-Quo setzen. Nur wer glaubt, dass das derzeitige Wirtschaftsmodell Deutschlands auch künftig funktioniert und akzeptiert ist, kann diesem Trend folgen.

Wer hingegen davon ausgeht, dass es zunehmend unter Druck kommt, muss die entsprechenden Konsequenzen ziehen: Deutschland untergewichten. Stattdessen sollte man eine Position in jenen Werten aufbauen, die von einem dann einsetzenden Konjunkturprogramm bei uns profitieren würden. Die Politik würde nämlich spätestens dann das machen, was sie ohnehin schon heute tun sollte.

Die ganz Mutigen ziehen eine weitere Lehre aus der Positionierung der Fondsmanager und kaufen in Frankreich und Italien ein. Märkte, die heute niemand mag, die aber von einer anderen Politik in Deutschland – ob nun freiwillig oder gedrängt – überproportional profitieren könnten.

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