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Stelter strategisch

Ethik oder Sünde, welches Investment lohnt sich mehr?

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Wird Öl das neue Tabak?

Der verstärkte Trend zu ethischen Investments wird mehr Opportunitäten zum günstigen Einkauf von ertragsstarken Unternehmen schaffen. Ich denke dabei unter anderem an die Ölkonzerne. Schon in der Vergangenheit hatte ich das pro und contra einer Anlage in Ölaktien diskutiert. Dagegen spricht die offensichtliche Gefahr, dass das Ölzeitalter schneller endet, als wir es uns vorstellen können. Dafür spricht, dass die Unternehmen finanzstark sind und über erhebliche Kostensenkungspotentiale verfügen. Der Hauptgrund liegt jedoch in der relativ günstigen Bewertung, die sich wie im Beispiel von Philip Morris in einer hohen Dividendenrendite niederschlägt.

Solange wir keinen wirklichen Wandel in der Energieversorgung haben, ein lohnendes Investment. Auch hier kann man aus der Entwicklung der Tabakwerte lernen. Nachdem jahrzehntelang die Tabakbranche aus Sicht der Investoren eine wahre Cashmaschine war, kam es in diesem Jahr zu einem heftigen Einbruch. Philip Morris stürzten im April an einem Tag um 16 Prozent. Seit Jahresanfang haben die drei großen (Philip Morris, Altria, British American Tobacco) rund 20 Prozent verloren. Ursache waren nicht staatliche Eingriffe und Strafen, sondern schlichtweg ein geändertes Konsumentenverhalten. Die Menschen rauchen weltweit weniger und der Umstieg auf E-Zigaretten scheint langsamer zu verlaufen als von den Unternehmen und Investoren erhofft. Hinzu kommt, dass es mit Juul in den USA einen höchst erfolgreichen Wettbewerber gibt, der bereits dazu geführt hat, dass „juulen“ als Verb für das Rauchen elektronischer Zigaretten verwendet wird.

Damit ist eingetreten, was in allen Märkten gilt. Neue Technologien und Wettbewerber machen den etablierten Unternehmen das Leben schwer. Dieses Schicksal droht jedem Unternehmen und ist völlig normal. Nach Daten der Credit Suisse verbleiben Unternehmen im Schnitt nur noch 20 Jahre im S&P 500 Index.

Anleger sollten sich genau anschauen, welche Unternehmen und Branchen auf den schwarzen Listen ethischer Investoren stehen und wenn Sie selbst kein Problem mit einer Anlage in diesen Sektoren haben, nüchtern die Aussichten analysieren. Gut möglich, dass sich da einige Unternehmen finden lassen, die das Zeug haben die Story von Philip Morris zu wiederholen.

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