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Totalverlust „Squid Game“-Kryptowährung wird zur Falle für Anleger

Eine Kryptowährung zur Netflix-Serie „Squid Game“ zog viele Anleger an. Doch die Kursexplosion endete für viele im Totalverlust. Quelle: Imago Life

Offenbar haben Betrüger den Hype um die Netflix-Serie „Squid Game“ ausgenutzt. Nach tagelanger Kursexplosion verlor der Token beinahe den gesamten Wert. Rund drei Millionen Dollar an Anlegergeld sind mutmaßlich verloren.

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Es ist der größte Hit, den der Streamingdienst-Anbieter Netflix bislang produziert hat: die südkoreanische Thriller-Serie „Squid Game“. Vier Wochen nach Veröffentlichung haben bereits 111 Millionen Haushalte die Serie gesehen. Bei „Squid Game“ treten 456 Menschen in Kinderspielen gegeneinander an. Sie kämpfen um einen hohen Millionengewinn. Das Perfide: Wer verliert, wird getötet.

Der Serienhit aus Südkorea geht um die Welt. Zu Halloween kostümierten sich zahlreiche Grusel-Begeisterte mit roten Overalls und verbargen ihre Gesichter hinter einer schwarzen Maske, wie die bewaffneten Wächter in der Serie. In Youtube-Videos flitzen Hamster durch Labyrinthe, die der Serie nachempfunden sind. Bildungsministerien und Lehrerinnen warnen, dass Schüler auf den Schulhöfen die Kinderspiele aus „Squid Game“ spielen.

Und auch die Krypowelt erreichte der Hype um die Hit-Serie. Am 20. Oktober startete der Vorverkauf für den Token Squid. Die unbekannten Initiatoren kündigten an, damit virtuelle Wettbewerbe wie in der Serie veranstalten zu wollen – natürlich keine tödlichen. Mit den Wetten sollten die Anleger Geld machen können. Angeblich waren alle Coins innerhalb einer Sekunde verkauft. Das Kurswachstum war astronomisch. Innerhalb von knapp zwei Wochen wuchs der Kurs von 0,01 Dollar auf das Allzeithoch von 2856 Dollar. Ein Wertzuwachs von unglaublichen 28.559.900 Prozent. Damit stellte Squid die sagenhaften Kursanstiege anderer Memecoins wie Dogecoin oder Shiba Inu noch in den Schatten. Mancher Anleger sah in der Spaßwährung die Chance auf schnellen Reichtum. Es folgte jedoch das böse Erwachen, ein Totalverlust.

Innerhalb weniger Minuten sank der Wert des Squid-Coins beinahe auf Null. Aktuell notiert der Kurs laut Coinmarketcap bei etwa 0,003 Dollar. Dort erfahren Anleger nun, dass die Webseiten und Social-Media-Accounts rund um den „Squid Game“-Token nicht mehr funktionieren und sich der Token nicht bei Pancakeswap – der einzigen Kryptobörse, auf der die Digitalwährung gehandelt werden konnte – verkaufen lässt.

Offenbar haben sich die Squid-Initiatoren mit dem Geld der Anleger aus dem Staub gemacht. Medienberichten zufolge beläuft sich der Schaden auf rund 3,4 Millionen Euro. Laut Kritikern entspricht die Vorgehensweise dem sogenannten „Rug Pull“-Manöver: Dabei tauschen die Schöpfer eines Coins massiv Bestände gegen Fiatgeld wie Dollar ein, was den Kurs letztlich abrauschen lässt.

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    Schon früh gab es Hinweise, dass hinter dem Token betrügerische Absichten stecken. Der Squid-Coin konnte zum Beispiel gekauft, aber nicht verkauft werden. Ein Grund, weshalb der Kurs so schnell so exorbitant gestiegen ist. Die Initiatoren sahen darin kein Problem, sondern beschrieben dies als „innovativen Anti-Dumping-Mechanismus“. Nur bestimmte Mitglieder konnten den Coin verkaufen. Das stand auch im Whitepaper des Squid-Tokens.

    Quelle: Imago Life

    Auch die Berichterstattung trug dazu bei, dass immer mehr Menschen den Token erwarben. Viele Medien berichteten über die Digitalwährung, die im Windschatten des Serienerfolgs auf den Markt kam. Und auch die Listung bei Coinmarketcap, auf der auch seriöse Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und Co. gelistet sind, verhalf dem Squid-Token zu Aufmerksamkeit. Anleger kritisieren nun, dass sie über die Risiken nicht ausreichend aufgeklärt worden seien.

    Die Chancen für die geprellten Anlegerinnen und Anleger, ihr Geld zurückzubekommen, stehen schlecht. Immer wieder kommt es in der Welt der Kryptowährungen zu Betrügereien. Zwielichtige Geschäftemacher nutzen den Hype um Bitcoin und Co. – oder eben um die Hitserie „Squid Game“, um Anleger in ihre dubiosen Projekte zu locken.

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    Am Ende ist es beim Squid-Token wohl wie in der Serie: Alle verlieren, einer gewinnt.

    Mehr zum Thema: Nicht nur beim Squid-Coin nutzen zweifelhafte Anbieter einen Hype aus. Werden Krypto-Plattformen die nächste große Anlegerfalle?

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