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Debit- oder Kreditkarte?Das müssen Verbraucher über Debitkarten wissen

In Deutschland steigt die Zahl der Nutzer von Debitkarten seit Jahren. Doch längst nicht alle Händler akzeptieren die Karte. Wann sich die Alternative zur Kreditkarte lohnt und welche Kosten auf Verbraucher zukommen.Julia Leonhardt 15.07.2024 - 13:19 Uhr

Debitkarten werden in Deutschland immer beliebter.

Foto: imago images

An der Kasse schnell mit dem Handy bezahlen und dabei nur kurz auf das Gerät tippen oder am Bankautomaten um die Ecke schnell Geld abheben. Neben Bargeld nutzen viele Deutsche dafür klassischerweise eine Kredit- oder Girokarte. Aber auch Debitkarten haben in den vergangenen Jahren bei den Verbrauchern an Beliebtheit gewonnen. Nach Angaben des US-Zahlungskonzerns Visa waren 2023 mehr als 14 Millionen Debitkarten in Deutschland im Umlauf – und das, obwohl sie hierzulande erst seit wenigen Jahren genutzt werden kann.

Die zunehmende Nutzung der Debitkarte dürfte auch mit dem Rückzug von Maestro zusammenhängen. Denn eine Girocard funktioniert oft nur für den kostenlosen Zahlungsverkehr in Deutschland. Für den internationalen Einsatz ist die Anbindung an ein Zahlungssystem erforderlich, das unter anderem die Kreditkartenfirma Mastercard mit ihrem Maestro-Service zur Verfügung stellt. Dieser wurde jedoch bereits im vergangenen Jahr offiziell eingestellt.

Für den internationalen Zahlungsverkehr braucht es also eigentlich eine Debitkarte. Doch was genau ist der Unterschied zur Kreditkarte? Für wen lohnt sich das Zahlungsmittel? Welche Kosten verbergen sich hinter der Karte? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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von Lukas Zdrzalek

Was ist der Unterschied zwischen Debitkarte und Kreditkarte?

Eine Debitkarte ist im Grunde eine Zahlungskarte, bei der das Geld direkt vom Girokonto des Inhabers abgebucht wird. Wie mit anderen bargeldlosen Zahlungsmitteln kann man damit Waren und Dienstleistungen bezahlen oder an Automaten Geld abheben. Wichtig: Die Debitkarte ist keine Kreditkarte. Sie hat keinen Verfügungsrahmen und eine Überschuldung wird somit vermieden.

Was sind die Vorteile und Nachteile einer Debitkarte?

Im Ausland kann die Debitkarte im Vergleich zur Girokarte recht einfach genutzt werden. Aus diesem Grund ist die Karte für Nutzer oft eine gute Alternative zur Kreditkarte. Denn: Karteninhaber können ihre Ausgaben sofort auf dem Konto sehen, statt sie erst am Monatsende nach der Auslandsreise per Lastschrift vom Konto abgebucht zu bekommen. Wer also im Ausland bezahlen möchte, ist mit einer Debitkarte von Visa oder Mastercard grundsätzlich gut gerüstet. Sie ist in die weltweiten Zahlungssysteme der Anbieter eingebunden. Dabei kommen auf Nutzer im europäischen Ausland keine Kosten zu, lediglich bei Fremdwährungen fallen übliche Gebühren an.

Schwierig wird es häufig nur bei Hotelbuchungen und Mietwagenbuchungen, wenn diese eine Kaution verlangen. Um einen den Urlaub oder die Geschäftsreise nicht zu gefährden, rät die Verbraucherzentrale auch eine Kreditkarte im Portemonnaie zu haben.

Warum akzeptieren viele deutsche Händler die Debitkarte nicht?

Doch nicht nur im Ausland kann es zu Problemen beim Bezahlen mit der Debitkarte kommen. Obwohl immer mehr deutsche Banken ihren Kunden als neuen Standard die Karte anstelle der Girokarte anbieten, gibt es im Inland gelegentlich einen Hacken. Denn vor allem kleinere Geschäfte wie der Kiosk oder das Restaurant um die Ecke akzeptieren diese noch nicht. Hier geht es oft nur mit der Girocard oder in bar. Auch in Online-Shops kann man mit seiner Debitkarte an Grenzen stoßen. Das liegt daran, dass die Gebühren für den Händler bei Zahlungen mit der Girocard in der Regel niedriger sind als bei Debit- und Kreditkarten.

Nach Angaben des Handelsverband Deutschland (HDE) ist die Nutzung von Debitkarten für Händler eine hohe Kostenbelastung. Ulrich Binnebößel ist Abteilungsleiter für Zahlungsverkehr beim Verband und kritisiert: „Im Unterschied zur Akzeptanz der girocard kann für den Handel die Akzeptanz einer Debitkarte der globalen Anbieter bis zu viermal höhere Kosten verursachen.“

Ein weiteres Problem zeigt sich im Supermarkt. Dort ist es mancherorts nicht möglich, mit der Debitkarte Geld abzuheben. Wer sich beim Einkauf an der Kasse etwas Bargeld auszahlen lassen möchte, benötigt in manchen Supermärkten eine Girokarte. Für Kunden kann das frustrierend sein, denn auch die Banken verweisen inzwischen gerne auf den Service im Einzelhandel.

Welche Kosten gibt es für Verbraucher?

Während die Debitkarte für Händler oft zum Kostenproblem wird, ist es für Nutzer des Zahlungsmittels oft die günstigere Option. Denn während man für die Girokarte immer öfter Gebühren zahlt, ist die Debitkarte in der Regel kostenfrei.

Solange die Debitkarte jedoch noch nicht so weit verbreitet ist wie die Kredit- oder Girokarte, ist es sinnvoll, die Karte eher als Ergänzung einzusetzen. Denn derzeit gibt es kaum Zahlungsmittel, die die Eigenschaften aller drei Karten in sich vereinen. Die Verbraucherzentrale rät deswegen Nutzern einer Debitkarte auch immer etwas Bargeld mit sich zu führen.

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