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Zschabers Börsenblick
Für Anleger lohnend: Wasser Quelle: imago images

Stillen Sie Ihren Renditedurst mit Wasser

In Zeiten politischer wie wirtschaftlicher Turbulenzen suchen Anleger verzweifelt nach einem Fels in der Brandung. Die flüssige Antwort: Wasser und Wasserversorgung. Auf lange Sicht bietet das Thema große Chancen.

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Die Selbstverständlichkeit, mit der wir in den westlichen Industrieländern das Wasser aus dem Hahn laufen lassen, kennt man in vielen anderen Regionen der Erde nicht. Der Engpass in der südafrikanischen Metropole Kapstadt, in der nach drei Jahren der Dürre die Wasservorräte aufgebraucht sind, der Verbrauch mittlerweile stark rationiert wird und wo sich ein regelrechter Schwarzmarkt für das nasse Element etabliert hat, ist dafür nur ein Beispiel. 

Rund 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt, doch nur ein verschwindend geringer Teil davon ist für den Menschen genießbar. Etwa 97,5 Prozent der weltweiten Wassermenge sind salzhaltig, zudem ist der Großteil des Rests „gebunden“ – und zwar in Form von Gletschern und polaren Eismassen. Unterm Strich sind nur circa 0,3 Prozent der globalen Wasserreserven als das nutzbar, was wir gemeinhin als Trinkwasser bezeichnen.

Zwar würde selbst diese Menge grundsätzlich ausreichen, um die Menschheit zu versorgen – doch weil die weltweiten Vorräte regional äußerst unterschiedlich verteilt sind, haben weltweit rund 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 

Wie groß die Unterschiede in den einzelnen Ländern sein können, legt ein Vergleich des durchschnittlichen Wasserverbrauchs offen: Während der Konsum in Deutschland pro Kopf und Tag im Schnitt etwa 160 Liter beträgt, sind es in den USA 580 Liter. In den Staaten Afrikas liegt der Wasserverbrauch hingegen gerade mal im Schnitt bei 20 Liter pro Person und Tag.

Faktoren verschärfen die Lage 

Die Wasserknappheit und die drastischen Unterschiede zwischen einzelnen Regionen könnten sich Expertenmeinungen zufolge in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen. Die UNO warnt davor, dass im Jahr 2050 bis zu sieben Milliarden Menschen von Wasserknappheit und -mangel betroffen sein könnten. Der Weltverband der Meteorologen prognostiziert sogar, dass bereits 2025 rund die halbe Welt unter Wassermangel leiden könnte.

Vor allem die Industrialisierung und Urbanisierung sowie der ansteigende Wohlstand in den aufblühenden Schwellenstaaten verschärfen die Lage. Denn nicht nur Durst schafft Bedarf, sondern vor allem auch die Nachfrage einer wachsenden Bevölkerung nach Essen, aber auch nach Kleidung: Für ein Kilo Rindfleisch werden circa 15.000 Liter Wasser benötigt, für die Produktion eines T-Shirts immerhin rund 2.700 Liter. Dringend erforderliche Modernisierungsarbeiten in den Industriestaaten dürften den Wasserbedarf darüber hinaus steigern und das knappe Gut noch wertvoller werden lassen. Ebenso wie die Unternehmen, die sich in der Versorgung mit sowie der Aufbereitung und Analyse von Wasser engagieren.

Viele Spezialisten in einem

Für Anleger interessant ist in diesem Zusammenhang der US-amerikanische Wasserspezialist Xylem (US98419M1009). Die an der Börse mit knapp 13 Milliarden Dollar bewertete Gesellschaft aus dem Staat New York ist ein Spin-off des Mischkonzerns ITT und hat seit der Abspaltung im Jahr 2011 viele internationale Anbieter von Wasseranlagen und -technologien in sich vereint. In den vergangenen zwei Jahren hat die Xylem-Aktie rund 70 Prozent an Wert gewonnen. Mit einem 2019er-KGV von gut 20 ist das Papier zwar nicht mehr billig, mit dem prognostizierten Gewinnwachstum lässt sich diese Bewertung aber rechtfertigen.

Fonds als gute Alternative

Wer solche Storys schätzt, sich unter Risikoaspekten aber breiter aufstellen möchte als mit einem Einzelinvestment, dem empfiehlt sich das Investment in einen Fonds. Der bereits im Jahr 2000 ins Leben gerufene Pictet Water P (LU0104884860) ist ein aktiv gemanagter Wasser-Fonds, in dem derzeit neben besagter Xylem auch die Wasserversorger American Water Works (USA) und Veolia Environnement (Frankreich) enthalten sind. Der Pictet Water P ist relativ US-lastig – rund die Hälfte des Fondsvolumens (50,3 Prozent) entfallen auf Werte aus den Vereinigten Staaten –, was angesichts der dortigen fortgeschrittenen technischen Entwicklung in diesem Bereich aber auch Sinn hat.

Wer es ebenfalls breit diversifiziert mag, aber darüber hinaus auch noch besonders kostenbewusst ist, dem sei der ETF von Lyxor World Water UCITS ETF - Dist (FR0010527275) ans Herz gelegt. Er orientiert sich am World Water cw Total Return Index, der wiederum die 20 weltweit größten Unternehmen in den Bereichen Wasser und Wasserkraft umfasst. Der Lyxor-Fonds ist geographisch etwas breiter als der aktiv gemanagte Pictet aufgestellt, der Anteil US-amerikanischer Werte liegt hier bei gut 42 Prozent.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass sich natürlich auch Unternehmen aus der Wasserbranche nicht gänzlich der weltweiten konjunkturellen und geopolitischen Lage entziehen können. Aufgrund der Sonderkonjunktur, die eine stetig steigende Wassernachfrage mit sich bringt, sollte diese Branche auf die lange Sicht zu den Industrien gehören, mit denen Börsianer die turbulenten Zeiten bestens aussitzen können.

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