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Immobilienwahnsinn in den HamptonsIm Wohnzimmer der Superreichen

In den Hamptons, unweit von New York, sind die Immobilienpreise durch die Decke geschossen. Der Nachfrage tut das keinen Abbruch. Während das Einkommen der Unter- und Mittelschicht stagniert, prassen die Superreichen.Tim Rahmann 12.10.2015 - 06:00 Uhr

Aussicht in den Hamptons

Foto: WirtschaftsWoche

Zehn Minuten in East Hampton reichen, um zu verstehen, warum dies der so beliebte Rückzugsort von vielen reichen New Yorkern ist. Der Strand ist weitläufig und feinsandig; der Atlantik spült beeindruckend hohe Wellen an die Küste. Auf der „Hither Lane“ ist ebenso wenig Verkehr wie auf der „Pondview Lane“; ja, es ist tatsächlich ruhig. Während in New York City der Geräuschpegel Tag und Nacht hoch ist, wo der Lärm von Baustellen und U-Bahn-Wagons pausenlos durch die Hochhäuserschluchten echot, hört man in den Hamptons an einigen Punkten höchstens die Vögel zwitschern.

Die Häuser, sofern man sie einsehen kann, sind in einwandfreiem Zustand. Allesamt ähnlich im Stil, aber individuell aufgehübscht. Der Rasen glänzt vor jedem Gebäude saftig grün und  ist akkurat getrimmt, genauso wie die Buchsbäume und Hecken. Der Beruf des Gärtners, so viel ist klar, wird in den Hamptons so schnell nicht aussterben. Wer es elitär mag, findet in den Boutiquen an der Hauptstraße teure Badeanzüge, Taschen und Kleider – oder geht zum Golfspielen. Der „Maidstone Club“ hat sein Gelände direkt am Wasser.

38 Mathews Road (Burnt Point, 95 Mio. $)

Das Anwesen liegt auf einer Halbinsel. Sogar ein Schiffskai gehört zum Haus.

Foto: WirtschaftsWoche

38 Mathews Road

Errichtet im Jahr 2000, verfügt das von Architekt Francis Fleetwood designte und von Innenarchitekt Brian O´Keefe und Interior Designerin Marjorie Shushan ausgestattete Haus unter anderem über eine doppelstöckige Eingangshalle mit Galerie, eine Bibliothek, einen Weinkeller und teilweise 200 Jahre alten Boden.

Foto: WirtschaftsWoche

38 Mathews Road

Auch die Aussicht lässt sich genießen - entweder im Haupt- oder im Gästeflügel. Fast jedes Zimmer soll Blick aufs Wasser bieten. Wem das nicht reicht, der kann sich in den Pool zurückziehen. Oder in die Profi-Küche. Oder ans Wasser gehen.

Foto: WirtschaftsWoche

Oceanfront East Hampton (32 Mio. $)

Direkt am Sandstrand gelegen ist hingegen die 1920 von John Custis Lawrence erbaute Villa. Das Grundstück um das Gebäude herum wurde so angelegt, dass der Besitzer seine Privatsphäre wahren kann.

Foto: WirtschaftsWoche

Oceanfront East Hampton

Das Haus wurde bis 2002 saniert und renoviert und verfügt unter anderem über acht Schlafzimmer, sechs Feuerstellen, eine Bibliothek und eine 2015 renovierte Gourmetküche.

Foto: WirtschaftsWoche

Oceanfront East Hampton

Und natürlich gibt es auch hier einen Pool.

Foto: WirtschaftsWoche

Lust auf die Hamptons bekommen? 110 Immobilien bietet das örtliche Büro von Sotheby’s derzeit zum Kauf an. Das billigste Häuschen, ein in die Jahre gekommenes 85-Quadratmeter-Bungalow, knapp neun Kilometer von East Hampton entfernt, kostet 549.000 US-Dollar. Wer in den attraktiven Wohngebieten Eigentum erwerben möchte, sollte mindestens zwei Millionen US-Dollar mitbringen. „Schicke Häuser mit Meerblick gibt es ab drei bis vier Millionen US-Dollar“, sagt Immobilienmaklerin Jane Dillon.

Das teuerste derzeit verfügbare Anwesen kostet rund 30 Mal so viel: für 95 Millionen Dollar ist der Besitzer des Anwesens in der „38 Mathews Road“ in Wainscott bereit, die Schlüssel zu übergeben. Dafür gibt es acht Schlafzimmer, zwölf Bäder, einen eigenen Weinkeller und einen Anleger. „Erste Interessenten haben sich die Villa schon angeschaut“, berichtet Dillon.

Xanadu in Seattle (USA)

110 Millionen Euro soll das Anwesen Xanadu in Seattle wert sein. Bill Gates hat es sich hier gemütlich gemacht. Der Pool des Hauses verfügt über ein Unterwasser-Musiksystem, das Fitnessstudio ist 232 Quadratmeter groß, und die Bibliothek hat einen gewölbten Leseraum.

Foto: REUTERS

Blossom Estate in Palm Beach (USA)

Eigentümer des auf 118 Millionen Euro geschätzten Blossom Estate ist der Hedgefonds-Titan Ken Griffin. Der Amerikaner kaufte gleich vier nebeneinander stehende Gebäude, sodass er drei Hektar Land direkt am Ozean sein Eigen nennen kann.

Foto: dpa

Ellison Estate in Kalifornien (USA)

Das Anwesen von Oracle-Gründer Larry Ellison soll neben einem Koikarpfen-Teich, einem Teehaus und weiteren Elementen japanischer Gestaltungskunst auch ein Badehaus enthalten. Der Preis liegt bei ungefähr 182 Millionen Euro.

Foto: dpa

Penthouse am Hyde Park in London (England)

Das ist die teuerste Wohnadresse der Welt. Das Penthouse am Hyde Park in London ist 201 Millionen Euro wert und gehört dem Ukrainer Rinat Achmetow. Dieser kann sich nicht nur auf einen 24-Stunden-Butler-Service verlassen, sondern auch auf extreme Sicherheitsvorkehrungen, inklusive kugelsicherer Fenster und Panic-Room.

Foto: dpa

Kensington Palace Gardens in London (England)

Eigentümer vom Kensington Palace Gardens in London ist der indische Milliardär Lakshmi Mittal. 202 Millionen Euro hat der Inder für die Villa mit zwölf Schlafzimmern gezahlt.

Foto: dpa

Fair Field in Sagonapack (USA)

226 Millionen Euro ist die luxuriöse Anlage an der Atlantikküste des US-Bundesstaats New York wert. Auf 10.000 Quadratmetern Wohnfläche haben es sich der Unternehmer Ira Rennert und seine Familie gemütlich gemacht - mit einem 28 Meter langen Esszimmer, 39 Badezimmern und diversen Sportanlagen.

Foto: Bloomberg

Witanhurst in Highgate (England)

Zwischen 1913 und 1920 wurde Witanhurst von dem englischen Seifen-Mogul Arthur Crosfield erbaut. Es besitzt eine Gesamtfläche von 90.000 Quadratmetern, die über 65 Zimmer verteilt sind.

Foto: dpa Picture-Alliance

Villa Leopolda in Villefranche-sur-Mer (Frankreich)

Die Villa Leopolda soll geschätzte 500 Millionen Euro wert sein. Eigentümerin ist die gebürtige Brasilianerin Lily Safra. Das Gebäude ist im Belle-Époque-Stil errichtet und umschließt rund 2700 Quadratmeter einschließlich der Pavillons und Nebengebäude. Auf dem Grundstück befinden sich ein Schwimmbecken, eine Zypressenallee, Olivenhaine und ein acht Hektar großer Park sowie ein Hubschrauberlandeplatz.

Foto: dpa

Antilia in Mumbai (Indien)

Das wahrscheinlich teuerste Einfamilienhaus der Welt gehört dem indischen Milliardär Mukesh Ambani und steht in Mumbai. Laut dem "Forbes"-Magazin ist der 53-jährige Ambani auf Platz 39 der reichsten Menschen der Welt. Bau und Einrichtung der 173 Meter hohen Residenz in Mumbai sollen mehr als 752 Millionen Euro verschlungen haben.

Foto: dpa

Keine Frage: Das östliche Ende von Long Island ist das Wohnzimmer der Superreichen. Der feine Sandstrand, die frische Brise des Atlantiks und eine gute Anbindung nach New York haben die Immobilienpreise in unvorstellbare Höhen getrieben. Nirgendwo in ganz Amerika müssen die Interessenten tiefer für ein Haus in die Tasche greifen: Im Durchschnitt wurden in diesem Jahr rund 5,2 Millionen US- Dollar für eine Luxus-Immobilie bezahlt.

Und damit fünf Millionen mehr, als das Eigenheim in Durchschnitts-Amerika kostet, nämlich 228.000 Dollar. Die Ungleichheit in Amerika kennt nach oben keine Grenzen mehr; während die Preise in den Hamptons weiter steigen, stagniert das Einkommen des Durchschnittsamerikaners.

Platz 14: Baden-Baden

Wer etwas exklusiver wohnen möchte, muss dafür auch stolze Preise auf den Tisch legen. Die Makler von Engel & Völkers veröffentlichten nun ihre Liste mit den teuersten Wohnstandorten Deutschlands. Alle angegebenen Preise wurden dabei erzielt.

Auf Platz 14 liegt Baden-Baden. Für einen Quadratmeter an der Lichtentaler Allee werden bis zu 10.000 Euro fällig.

Foto: PR

Platz 13: Konstanz

Noch teurer wird es in Konstanz. Für einen Quadratmeter auf dem Alpsteinweg zahlt man bis zu 10.500 Euro.

Foto: dpa

Platz 12: Stuttgart

Am Stuttgarter Bismarckturm zahlt man für einen Quadratmeter Eigentum bis zu 10.800 Euro.

Foto: dpa

Platz 11: Juist

Auf Juist ist der Platz naturbedingt begrenzt. In der Wilhelmstraße kostet ein Quadratmeter Eigentum daher satte 12.000 Euro.

Foto: dpa

Platz 10: Berg am Starnberger See

In Berg am Starnberger See kostet ein Quadratmeter bis zu 12.500 Euro.

Foto: dpa

Platz 9: Düsseldorf

In der Straße Altestadt in Düsseldorf kostet ein Quadratmeter Eigentum bis zu 13.500 Euro.

Foto: dpa

Platz 8: Frankfurt am Main

In der Straße Oberlindau in Frankfurt am Main kostet ein Quadratmeter Eigentum bereits bis zu 14.000 Euro. Den selben Preis zahlt man übrigens auch in Wyk auf Föhr auf der Strandpromenade.

Foto: dpa

Platz 7: Tegernsee

Am schönen Tegernsee kostet ein Quadratmeter Eigentum bis zu 15.000 Euro.

Foto: dpa

Platz 6: Norderney

In der Viktoriastraße auf Norderney muss man für einen Quadratmeter Eigentum bis zu 16.000 Euro zahlen.

Foto: dpa

Platz 5: Köln

Im Gerling Quartier in Köln werden Spitzenpreise von bis zu 17.000 Euro pro Quadratmeter erzielt.

Foto: dpa

Platz 3: München

Auf der Thomas-Mann-Alle in München muss man für einen Quadratmeter Eigentum bereits 25.000 Euro auf den Tisch legen.

Foto: dpa

Platz 2: Hamburg

Am Kaiserkai in Hamburg wird's noch ein Stück teurer: Für einen Quadratmeter muss man hier schon 31.500 Euro bezahlen.

Foto: dpa

Platz 1: Kampen auf Sylt

Teurer – und exklusiver – ist es nirgendwo: In Kampen auf Sylt kostet ein Quadratmeter Eigentum sage und schreibe bis zu 73.300 Euro. Solche Preise wurden auf dem Hobookenweg erzielt.

Foto: dpa

Die Linken in den USA wollen die wachsende Ungleichheit nicht mehr länger hinnehmen. Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz fordert die Politik zum Handeln auf. „Ungleichheit ist nicht irreversibel. Wir können an den Zuständen etwas ändern“, sagt er. Die wachsende Ungleichheit gefährde nicht nur den sozialen Frieden, sie würge auch Wachstum und Produktivität ab. Die Präsidentschaftskandidaten sollten sich bekennen, ob sie „dieses Problem angehen wollen – oder nicht“, so Stiglitz.

Einer der sich bekennt ist Bernie Sanders, Kandidat der Demokraten und Clinton-Herausforderer. Er fordert eine Umverteilung von oben nach unten. „Amerika ist das reichste Land in der Weltgeschichte, aber die Mehrheit der Bürger merkt nichts davon“, so Sanders bei einer Wahlkampfrede in New Hampshire. Die Wall-Street-Banker könnten nicht länger geschont werden. „Ihr könnt nicht alles haben. Es ist Zeit, dass ihr uns aus der Misere rettet“, so Sanders, der in den Umfragen gegenüber Hillary Clinton immer weiter Boden gutmacht. Jene Clinton, die im August Urlaub in den Hamptons gemacht hat.

In einem Haus, dass laut verschiedenen Medienberichten bis zu 50.000 Dollar die Woche kostet. Bernie Sanders und viele Clinton-Kritiker werden nicht müde zu betonen, dass die ehemalige Außenministerin nicht die Anwältin der Mittelschicht ist, die sie so gerne vorgibt zu sein.

Ob Clinton, Sanders oder ein Kandidat der Republikaner im Weißen Haus auf US-Präsident Barack Obama folgt: Jeanie Blake glaubt nicht, dass sich der Immobilienmarkt in den Hamptons zeitnah beruhigt. „Es gibt so viele Superreiche. Der Markt scheint längst nicht gesättigt“, sagt die Besitzerin eines 200 Jahre alten Hauses in East Hampton. Mit viel Liebe zum Detail hat sie das Haus renoviert und eingerichtet; nun vermietet sie zwei Räume in dem Haus an Touristen. Sie habe schon Dutzende Angebote für das zentral gelegene Grundstück, nur wenige Minuten fußläufig vom Ortskern East Hamptons und dem Strand entfernt, erhalten. „Ich habe abgelehnt“, sagt Blake, die fürchtet, dass es den Interessenten nur um das Grundstück und nicht um das Haus ging. „Dieser Ort hat Flair. Das Haus wurde lange Jahre von Künstlern bewohnt“, sagt sie. „Ich will nicht, dass es abgerissen und eine neue sterile Villa auf dem Grundstück errichtet wird.“ So lange East Hampton seinen ursprünglichen Charme zumindest in einigen Straßenzügen bewahrt, werde sie bleiben.

Der Veränderungsdruck durch Neuankömmlinge jedenfalls wächst. Allein in New York sollen inzwischen 90 Milliardäre leben, in den gesamten USA gibt es 537 Superreiche, mehr als in jedem anderen Land der Welt. Und sie prassen. In den vergangenen eineinhalb Jahren haben sie 30 Anwesen für mehr als 50 Millionen Dollar gekauft.

In der „Further Lane“, unweit von Jeanie Blake, wurde im Sommer ein Anwesen mit großzügigem Grundstück und eigenem See für knapp 147 Millionen US-Dollar verkauft. Umgerechnet auf den Quadratmeter Wohnfläche ergibt dies rund 169.000 Euro.

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