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IW-Studie zu Immobilienpreisen Warum der Immobilien-Crash doch nicht kommt

Experten warnen vor einem Platzen der Immobilienblase - aber gibt es überhaupt eine Immobilienblase? Quelle: imago images

Erfasst die Virus-Krise nun auch den Immobilienmarkt? Immer mehr Experten warnen vor dem Platzen einer Blase. Doch eine neue Studie kommt zu einem ganz anderen Ergebnis.

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Seit Jahren schon wird das Platzen der vermeintlichen Blase am Immobilienmarkt vorausgesagt, sogar von so berufener Stelle wie der deutschen Bundesbank. Da vermag es kaum zu wundern, dass sich nun in der Coronakrise die Augurenrufe geradezu überschlagen: So prognostiziert das Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung Gewos „schwere und längerfristige Verwerfungen“ auf dem Wohnungsmarkt. Und die Analytiker von Empirica warnen gar vor einem Einbruch der Immobilienpreise um bis zu 25 Prozent.

In eine gänzlich entgegengesetzte Richtung geht nun die Prognose des Wirtschaftsinstituts IW Köln. Das Team rund um Immobilienspezialist Michael Voigtländer hat im Auftrag der Deutschen Reihenhaus AG eine neue Studie herausgegeben mit dem bezeichnenden Titel: „Immobilienbesitzer müssen sich keine Sorgen machen“.

Darin zeigen die Wissenschaftler, dass die Immobilienpreise aller Voraussicht nach durch die Coronakrise nicht oder nur leicht fallen dürften. „Der Wohnimmobilienmarkt wird relativ gut durch die aktuelle Krise kommen“, bilanziert Voigtländer.

Wie sehr der Immobilienmarkt unter der Viruskrise leidet, hängt freilich von der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung ab. Je stärker und länger die Wirtschaft leidet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dies auch der Immobilienmarkt tut.

Um die möglichen Entwicklungen abzubilden, haben die IW-Experten drei Szenarien durchgerechnet – von einer moderaten Entwicklung bis hin zu einem Einbruch, wie es ihn 2009 nach der Finanzkrise gab. Im allerschlimmsten Szenario würden die Wohnungspreise rein rechnerisch um bis zu 17 Prozent fallen.

Das sei jedoch mehr als unwahrscheinlich, schieben die Autoren schnell nach. Grundlage des Szenarios sind nämlich unter anderem stagnierende Zinsen. Tatsächlich dürften die Zinsen in den kommenden Jahren jedoch weiter sinken, prognostiziert Voigtländer. Wahrscheinlich seien damit gleichbleibende oder leicht sinkende Preise.

Corona hat den zuvor schon langsamer werdenden Immobilienboom also zwar nicht umgekehrt, aber doch weiter abgeschwächt. Angesichts von Kurzarbeit und drohenden Pleiten halten viele ihr Geld lieber beisammen, als es zu investieren. Sobald die Beschränkungen aufgehoben werden und Planungssicherheit wiederkehrt, dürfte sich auch das Ausgabeverhalten wieder normalisieren – und mit ihm der Immobilienmarkt.

Umso mehr, als sich an den Gründen, die zu den steigenden Immobilienpreisen in Deutschland geführt haben, kaum etwas geändert hat: Wohnraum bleibt gerade in großen Städten unverändert knapp, für Anleger fehlt es beim anhaltenden Nullzins an Alternativen zu Immobilien. Erst recht da die volatilen Börsen gerade Sicherheitssuchende eher in Richtung Sachwerte treiben dürften.

Das vielbefürchtete Platzen einer Immobilienblase halten die IW-Experten dabei gar für abwegig – und das aus einem einfachen Grund: Es gebe schlicht keine Blase in Deutschland. „Weder sind in den vergangenen Jahren über den Bedarf Wohnungen gebaut worden, noch stehen die Mieter- und Selbstnutzerkosten in einem argen Missverhältnis – beides wären typische Anzeichen für eine Immobilienblase.“

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